13. Mai 2007 Mühsamer Auftakt gegen Deutschland, weltmeisterlicher Abschluss gegen Finnland: Rekordchampion Kanada hat sich bei der Eishockey-WM in Moskau den 24. Titel auch von Russlands Bezwinger nicht nehmen lassen. Die Nordamerikaner gewannen im Endspiel am Sonntag 4:2 (2:0, 1:0, 1:2), nachdem sie vor gut zwei Wochen mit einem wackeligen 3:2 gegen die DEB-Auswahl gestartet waren (Siehe auch: Ergebnisse Eishockey).
Finnland verpasste 15 Monate nach der olympischen Final- Niederlage gegen Schweden den zweiten WM-Titel nach 1995 und musste bereits zum sechsten Mal mit Silber zufrieden sein. Den Trostpreis sicherten sich mit Platz drei die enttäuschten Russen dank des 3:1 (2:0, 1:0, 0:1) gegen den entthronten Titelverteidiger Schweden. Durch das 1:2 nach Verlängerung gegen Finnland hatten die Hausherren am Samstag den ersten WM-Titel seit 1993 verpasst, danach verlor Schweden 1:4 gegen Kanada.
Kanada bleibt als einziges Turnier ungeschlagen
Die Ahornblätter legten vor 12.000 Zuschauern auch gegen die müden Finnen schon im ersten Drittel vor. Der zum wertvollsten Turnierspieler gewählte NHL-Star Rick Nash (7.) und Eric Staal (14.) schossen jeweils in Überzahl ihre fünften WM-Tore und knackten die Defensive, an der die Russen verzweifelt waren. Colby Armstrong (30.) und erneut Nash (60.) verhinderten, dass den Finnen eine späte Revanche für die Finalniederlage von 1994 gelang.
Die Kanadier blieben trotz der Gegentore von Petri Kontiola (52.) und Antti Miettinen (58.) drei Jahre nach dem bislang letzten Triumph in Prag als einziges Team im Turnier ungeschlagen. Das war ihnen unter dem jetzigen Trainer Andy Murray auch 2003 in Finnland gelungen. Murray hatte Kanadas Auswahl bereits 1997 auf dem Weg zum Titel betreut. Den Fluch des Gastgebers bei Weltmeisterschaften hatte zuvor auch Russland nicht besiegen können.
Russlands Trainer entschuldigt sich für das Aus
Nach der ersten Niederlage der russischen WM-Geschichte in Moskau bleibt es dabei, dass seit 1986 kein Heimteam mehr den Titel holen konnte. Das war zuletzt der Sowjetunion in der Hauptstadt gelungen, wo bis Samstag 38 Siege und zwei Unentschieden bei WM-Heimspielen zu Buche standen. Mikko Koivu beendete nach 5:40 Minuten der Verlängerung diese Serie, Russlands Trainer Wjatscheslaw Bykow entschuldigte sich danach für das Aus.
Im kleinen Finale gegen Schweden leiteten Alexej Jemelin (7.) in Unterzahl und Sergej Sinowjew (10.) vor 7500 Zuschauern in der nur halb gefüllten Chodynka-Arena einen versöhnlichen Abschied ein. Alexander Frolow (22.) machte schon alles klar, Alexander Steen (49.), der einzige NHL-Profi im Kader der Schweden, konnte nur noch verkürzen. Wie gegen Finnland fehlte Russland wegen seiner Knieverletzung erneut der bisherige WM-Toptorjäger Alexej Morosow.
Finale: Kanada - Finnland 4:2 (2:0,1:0,1:2)
Tore: 1:0 Nash (06:30), 2:0 Eric Staal (13:48), 3:0 Armstrong (29:11), 3:1 Kontiola (51:08), 3:2 Miettinen (57:44), 4:2 Nash (58:54)
Schiedsrichter: Vinnerborg (Schweden)
Zuschauer: 12.000
Strafminuten: 8 / 12
Spiel um Platz 3: Russland - Schweden 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)
Tore: 1:0 Jemelin (6:18), 2:0 Sinowjew (9:39), 3:0 Frolow (21:04), 3:1 Steen (48:08)
Schiedsrichter: Pellerin (Kanada)
Zuschauer: 7500
Strafminuten: Russland 12 - Schweden 12
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS