30. Mai 2007 Das Warten im Pariser Regen hat sich für Andrea Petkovic gelohnt. 24 Stunden musste sich die Tennisspielerin aus Darmstadt gedulden, bis sie ihr am Montag ausgefallenes Erstrundenspiel bei den French Open nachholen konnte. Weitere 106 Minuten später hüpfte die Neunzehnjährige auf dem Court 11 von Roland Garros in die Höhe, nachdem sie die Slowakin Jarmila Gajdosova 4:6, 6:3, 6:3 niedergerungen hatte. Ich war sehr nervös, deshalb bin ich sehr glücklich, dass es vorbei ist, sagte sie.
Gleich bei ihrem ersten Grand-Slam-Turnier schlug sich die auf Weltranglistenplatz 151 geführte Hessin nicht nur über drei Qualifikationsrunden ins Hauptfeld, sondern zog als erste und womöglich einzige deutsche Dame in die zweite Runde der diesjährigen French Open ein. Dort trifft sie auf die drei Jahre ältere und 130 Ranglistenplätze höher eingestufte Marion Bartoli. Die Französin geht als klare Favoritin ins Match, sie ist in Roland Garros an Nummer 18 gesetzt.
Tougher im Kopf
Auch am Dienstag galt Andrea Petkovics Gegnerin, in der Hackordnung auf Platz 86 notiert, als die Bessere. Doch nachdem die gesundheitlich angeschlagene Darmstädterin ihre Nerven in den Griff bekommen hatte, kehrte auch ihr Gefühl für die Grundschläge zurück. Anders als vor einem dreiviertel Jahr, als sie Jarmila Gajdosova noch 4:6, 6:3 und 3:6 unterlegen war, fühlte sie sich diesmal tougher im Kopf. Im slowenischen Portoroz machte ihr damals der böige Wind zu schaffen, in Paris trotzte sie dem Dauerregen. So eine Regenpause schlaucht mehr, als wenn man spielt, sagte Andrea Petkovic, als längst wieder die Sonne schien und sie selbst sich blendend fühlte.
Text: F.A.Z., 30.05.2007, Nr. 123 / Seite 60
Bildmaterial: Herbert Kraemer
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