Haas verliert gegen Sampras

„Zeig' Gnade, Pete“

19. Februar 2008 Drei Monate nach Roger Federer hat auch Thomas Haas von Altmeister Pete Sampras eine kostenlose Lehrstunde auf dem Tennisplatz erhalten. Gegen den 36 Jahre alten ehemaligen Weltranglisten-Ersten verlor der gebürtige Hamburger am Montagabend (Ortszeit) einen Schaukampf im amerikanischen San Jose mit 4:6, 2:6. „Zeig' Gnade, Pete“, rief der 29 Jahre alte Haas zu Beginn des zweiten Satzes dem wie zu seinen besten Zeiten aufspielenden Sampras zu.

Trotz des klaren Ergebnisses ließ sich Haas zwei Tage vor seinem ersten „echten“ Turnierauftritt gegen den Amerikaner Robert Kendrick nicht verunsichern. „Das war kein ernsthafter Wettkampf. Ich wollte den Moment genießen, gegen einen der Größten überhaupt zu spielen“, sagte der in Florida lebende Davis-Cup-Spieler über das zweite Match nach seiner Schulter-Operation am 16. November. Haas war im kalifornischen San Jose erst kurzfristig für seinen Freund und Kollegen Marat Safin aus Russland eingesprungen, der wegen einer Stressfraktur im rechten Bein und einer Magen-Darm-Grippe absagte.

„Ich werde nicht zurückkommen“

„Es war wichtig, ein Gefühl für den Ball zu bekommen und den Court kennenzulernen“, sagte Haas. Gegen Kendrick muss er sich im Vergleich zur 2:6, 6:3, 2:6-Auftaktpleite gegen den Argentinier Diego Hartfield in Delray Beach vor einer Woche deutlich steigern, um bei seinen Comeback-Bemühungen und vor dem Davis-Cup-Viertelfinale gegen Spanien im April in Bremen nicht einen weiteren Rückschlag zu kassieren.

Einen offiziellen Turnierauftritt von Sampras wird es dagegen nicht mehr geben. Wie bereits nach seinem Zwei-Satz-Sieg gegen die aktuelle Nummer eins Federer im November lehnte der Amerikaner ein Comeback erneut ab. „Ich bin glücklich, zurückgetreten zu sein. Ich werde nicht zurückkommen“, sagte Sampras, der nach den US Open 2002 und 14 Grand-Slam-Titeln seine Karriere beendet hatte.

„Duell der Giganten“ gegen Roger Federer

„Man braucht einen Grund für eine Rückkehr, und den habe ich nicht“, sagte der Amerikaner: „Es gibt auch mehr als fünf Jahre nach meinem Rücktritt noch immer Tage, an denen Tennis das allerletzte wäre, wozu ich Lust hätte.“ Er führe ein wunderbares Leben mit seiner Ehefrau Bridgette Wilson und den gemeinsamen Söhnen Christian (6) und Ryan (2): „Ich vermisse das Rampenlicht nicht, und Geld brauche ich auch nicht. Wenn ich hier und da ein paar Schaukämpfe spielen kann, um nicht ganz einzurosten, dann reicht mir das vollkommen.“

Sein nächster Schaukampf ist schon fest eingeplant: Am 10. März kommt es im Madison Square Garden in New York zum „Duell der Giganten“ gegen Roger Federer. Im November hatte er den Schweizer besiegt.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa

 
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