Auszeichnung durch Journalisten

Nowitzki ist wertvollster Spieler der NBA

Geschafft! Wertvollster Spieler der NBA

Geschafft! Wertvollster Spieler der NBA

16. Mai 2007 Trostpflaster für Dirk Nowitzki: Zwölf Tage nach dem überraschenden Playoff-Aus wurde Deutschlands bester Basketballer am Dienstag wie erwartet als erster Europäer zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) der nordamerikanischen Profiliga NBA gewählt. Der Superstar der Dallas Mavericks erhielt in seiner Wahlheimat aus den Händen von NBA-Boss David Stern die begehrte Maurice-Podoloff-Trophäe und wurde damit Nachfolger seines Freundes Steve Nash von den Phoenix Suns.

„Ich bin völlig überwältigt. Das ist ein großartiger Tag und eine große Ehre für mich. Der gesamte Club hat mich vom ersten Tag an sehr unterstützt, und das werde ich nie vergessen“, erklärte der Würzburger. Mit 1138 Stimmen verwies der 28 Jahre alte Nash und Lakers-As Kobe Bryant auf die Plätze und bekam als erster Spieler der Mavericks diese Auszeichnung.

„Versöhnliches Ende einer bitter süßen Saison“

Sichtlich bewegt stellte sich Nowitzki in einem schwarzen Anzug der Presse. „Ich habe vor ein paar Tagen von der Auszeichnung erfahren, aber ich war immer noch traurig, dass ich die Playoffs nur noch als Zuschauer erleben kann. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich alles realisiert habe“, gab der 2,14-Meter-Riese zu. „Für Nowitzki das versöhnliche Ende einer bitter süßen Saison“, titelte die Tageszeitung „Dallas Morning News“ und forderte ihre Leser auf, die Playoff-Pleite „zumindest für einen Tag zu vergessen“.

Nach dem Erstrunden-Aus gegen die Golden State Warriors und tagelanger Seelenfinsternis wurde dem großen Verlierer Nowitzki zumindest noch die Ehrung zuteil, die er sich durch überragende Leistungen in der regulären Saison verdient hatte. Mit 24,6 Punkten, 8,9 Rebounds und 3,4 Assists im Schnitt pro Partie hatte der Deutsche die Texaner zur besten Bilanz in der Vereinsgeschichte geführt. „Es war eine phantastische Saison, aber unsere 67 Siege aus der regulären Saison waren auf einmal wertlos. Es tut verdammt weh“, so Nowitzki.

„Zu nett, zu brav“

Der jähe Absturz in den Playoffs, als ihm nur 19,7 Punkte pro Spiel gelangen, brachten ihm jede Menge Hohn und Spott von den amerikanischen Medien ein. „Zu nett, zu brav“ waren noch die harmlosesten Adjektive, die er sich anhören musste. „Ich werde bald 29 und trotzdem denke ich, ich kann noch sehr viel verbessern“, aber jetzt mache ich erst einmal vier Wochen Pause. Ich muss zur Ruhe kommen und mental ein bisschen abschalten. Ende Juni, Anfang Juli werde ich wieder trainieren“, offenbarte Nowitzki.

Nach der Schmach gegen die Warriors hatte er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sein Entdecker Holger Geschwindner stand ihm auch in dieser schweren Zeit zur Seite. „Das Ausscheiden hat alles ein bisschen überschattet. Das dauert alles noch ein wenig“, meinte Geschwinder. Zum deutschen Nationalteam wird sein Schützling deshalb in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Spanien (3. bis 16. September) erst später stoßen. „Die Eindrücke von der Playoff-Niederlage sind noch sehr frisch. Es waren harte Tage“, gestand Nowitzki, „aber es stecken noch viele gute Jahre in mir und meinem Team.“

Die MVP's der US-Basketball-Profiliga NBA

2007: Dirk Nowitzki, Dallas Mavericks
2006: Steve Nash, Phoenix Suns
2005: Steve Nash, Phoenix Suns
2004: Kevin Garnett, Minnesota Timberwolves
2003: Tim Duncan, San Antonio Spurs
2002: Tim Duncan, San Antonio Spurs
2001: Allen Iverson, Philadelphia 76ers
2000: Shaquille O'Neal, Los Angeles Lakers
1999: Karl Malone, Utah Jazz
1998: Michael Jordan, Chicago Bulls
1997: Karl Malone, Utah Jazz
1996: Michael Jordan, Chicago Bulls
1995: David Robinson, San Antonio Spurs
1994: Hakeem Olajuwon, Houston Rockets
1993: Charles Barkley, Phoenix
1992: Michael Jordan, Chicago Bulls
1991: Michael Jordan, Chicago Bulls
1990: Magic Johnson, Los Angeles Lakers
1989: Magic Johnson, Los Angeles Lakers
1988: Michael Jordan, Chicago Bulls
1987: Magic Johnson, Los Angeles Lakers
1986: Larry Bird, Boston Celtics
1985: Larry Bird, Boston Celtics
1984: Larry Bird, Boston Celtics
1983: Moses Malone, Philadelphia 76ers
1982: Moses Malone, Houston Rockets
1981: Julius Erving, Philadelphia 76ers
1980: Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers
1979: Moses Malone, Houston Rockets
1978: Bill Walton, Portland Trail Blazers
1977: Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers
1976: Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers
1975: Bob McAdoo, Buffalo Braves
1974: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks
1973: Dave Cowens, Boston Celtics
1972: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks
1971: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks
1970: Willis Reed, New York Knicks
1969: Wes Unseld, Baltimore Bullets
1968: Wilt Chamberlain, Philadelphia 76ers
1967: Wilt Chamberlain, Philadelphia 76ers
1966: Wilt Chamberlain, Philadelphia 76ers
1965: Bill Russell, Boston Celtics
1964: Oscar Robertson, Cincinnati
1963: Bill Russell, Boston Celtics
1962: Bill Russell, Boston Celtics
1961: Bill Russell, Boston Celtics
1960: Wilt Chamberlain, Philadelphia Warriors
1959: Bob Pettit, St. Louis Hawks
1958: Bill Russell, Boston Celtics
1957: Bob Cousy, Boston Celtics
1956: Bob Pettit, St. Louis Hawks

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS

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