Schach

Maschine schlägt Mensch

Deep Fritz hat ein Gesicht: Programmierer Matthias Wüllenwebel führt die Züge aus

Deep Fritz hat ein Gesicht: Programmierer Matthias Wüllenwebel führt die Züge aus

06. Dezember 2006 Das Schachprogramm Deep Fritz hat das Match gegen Weltmeister Wladimir Kramnik (Rußland) mit 4:2 gewonnen. Durch einen Sieg in der sechsten Partie am Dienstag in Bonn konnte der Computer seinen Vorsprung auf zwei Punkte ausbauen. Den ersten Gewinn hatte Fritz nach einem kapitalen Fehler Kramniks im zweiten Spiel erzielt. Vier Mal trennten sich beide Gegner remis.

In der letzten Partie versuchte Kramnik auch mit Schwarz, auf Sieg zu spielen, um das Match auszugleichen. Er wählte die aggressive Sizilianische Verteidigung und damit das Risiko anstelle einer ruhigen Remis-Variante, die seine Niederlage in Grenzen gehalten hätte. Kramniks Mut wurde nicht belohnt, Fritz überspielte ihn klar und brachte ihm nach 47 Zügen die zweite Schlappe im Match bei.

Menschen ohne Chance

Einsamer Mann am Brett: Kramnik unterliegt Deep Fritz

Einsamer Mann am Brett: Kramnik unterliegt Deep Fritz

Trotz der deutlichen Abfuhr hat sich Kramnik nach Einschätzung der Experten in Bonn achtbar geschlagen. Im Verlauf des Duells zeigte der Weltmeister, daß er mit dem Computer durchaus mithalten kann. Sieht man von dem Blackout in der zweiten Partie ab, als Kramnik ein Matt übersah, befand sich der Weltmeister in den anderen Spielen meist auf Augenhöhe mit seinem Gegner.

Ob es künftig noch weitere Schachvergleiche zwischen Mann und Maschine gibt, ist fraglich. Nach der rasanten Entwicklung der Rechner und dem deutlichen Ergebnis des gerade beendeten Zweikampfes trauen die Fachleute dem Menschen immer weniger einen Erfolg zu. Trost für Kramnik: Er kassiert für das ungleiche Duell gegen das übermächtige Schachprogramm ein Honorar von 500.000 Dollar.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: ddp

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