Schwimm-EM

Weltklasse ohne deutsche Beteiligung

19. März 2008 Europas Schwimm-Elite stimmt sich in Abwesenheit der deutschen Stars mit Weltklasseleistungen auf Olympia in Peking ein. Der Serbe Milorad Cavic schraubte bei der EM von Eindhoven am Mittwoch seinen am Vortag im Halbfinale erzielten Europarekord über 50 Meter Schmetterling als Titelträger auf 23,11 Sekunden. Cavic machte deutlich, dass auch der Weltrekord des Südafrikaners Roland Schoeman (22,96) für ihn erreichbar ist: „Er war schon heute drin“, sagte er. Alexander Dale Oen (Norwegen) siegte über 100 Meter Brust in 59,76 Sekunden ebenfalls in Europarekordzeit.

Die Niederländerin Marleen Veldhuis verfehlte den Weltrekord (53,30) der Berlinerin Britta Steffen über 100 Meter Freistil in 53,67 Sekunden schon im Halbfinale nur knapp. Veldhuis will Steffen noch in Eindhoven vom Thron stoßen. Die Berlinerin fehlt wegen einer Schulterverletzung. Veldhuis hatte mit den niederländischen „Meisjes“ bereits den Weltrekord der deutschen Frauen über 4 x 100 Meter Freistil geknackt. Die weiteren Titel gingen an Markus Rogan (Österreich) in 54,03 Sekunden über 100 Meter Rücken, Chantal Groot (Niederlande) in 26,03 Sekunden über 50 Meter Schmetterling und Frankreichs Star Laure Manaudou in 2:07,99 Minuten über 200 m Rücken.

Biedermann schwimmt sich für Olympia frei

Paul Biedermann aus Halle/Saale verpasste über 200 m Freistil in 1:47,57 Minuten den fast 24 Jahre alten deutschen Rekord von „Albatros“ Michael Groß (1:47,44) im Halbfinale nur knapp. Im Finale an diesem Donnerstag will Biedermann diese Marke endlich knacken.

Während sich das Gros der deutschen Top-Athleten auf die Olympia-Qualifikation im April konzentriert und der Konkurrenz bei der EM aus dem Weg geht, sucht der 21-Jährige die Auseinandersetzung mit den Gegnern. Der Vorlauf- K.o. zum Auftakt über 400 Meter hat ihn angestachelt. Schon die 1:47,88 Minuten im Vorlauf über 200 Meter fand er „einfach super“. Für Cheftrainer Örjan Madsen steht fest: „Er wird einer der wirklichen neuen Weltklasseschwimmer in Deutschland sein. Da bin ich sicher.“

Antje Buschschulte verpasste Dopingtest

Der Frankfurter Helge Meeuw wird seinen Titel über 50 Meter Rücken wegen einer Nebenhöhlenentzündung nicht verteidigen. Die Vorläufe stehen bereits an diesem Donnerstag an, Meeuw wird jedoch erst am Freitag anreisen, um wenigstens für die Staffel bereit zu stehen.

Die Magdeburgerin Antje Buschschulte ist indes wegen einer verpassten Doping-Kontrolle verwarnt worden. Eine entsprechende Meldung der „Sport Bild“ bestätigte der DSV. Verpasst die Medaillen-Hoffnung für Peking einen weiteren Test, drohen Sperre und Olympia-Aus.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS

 
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