Von Michael Wittershagen
15. Mai 2008 Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat am Donnerstag erstmals die Namen jener Spieler genannt, die der Verband am 1. September 2007 nicht wie gefordert an den nationalen Doping-Testpool gemeldet hat.
Darunter sind die in den amerikanischen Ligen NHL und AHL aktiven Dimitri Pätzold, Christoph Schubert, Denis Seidenberg und Marco Sturm. Die gehören nicht auf die Liste, weil sie nicht regelmäßig an Trainingsmaßnahmen des DEB teilnehmen, sagte Uwe Harnos, der Vizepräsident des DEB.
Jeder, der in Frage kommt, muss gemeldet werden
Die Verantwortlichen der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada) sehen das anders, weil abzusehen gewesen sei, dass die vier Spieler bei der Weltmeisterschaft in Kanada zum deutschen Kader zählen würden. Jeder, der in Frage kommt, und mit dem geplant wird, muss gemeldet werden, sagte Nada-Sprecherin Ulrike Spitz. Also auch Chris Schmidt, von dem Harnos glaubte, dass er erst nach September des vergangenen Jahres deutscher Staatsbürger wurde, tatsächlich aber schon seit Sommer 2007 für Deutschland spielberechtigt ist.
Stefan Ustorf und André Reiss seien erst spät für den Kader nominiert worden und tauchten deshalb nicht im nationalen Testpool auf, sagte Harnos. Warum aber auch Jason Holland und John Tripp dort fehlten, ist selbst Harnos ein Rätsel. Dazu kann ich gerade nichts sagen.
Florian Busch hat nur sein Gehirn ausgeschaltet
Es gibt also Redebedarf zwischen den Verantwortlichen der Nada und des DEB. An diesem Freitag kommen beide Parteien in Frankfurt zusammen, um sachlich und emotionslos über die Vorfälle zu sprechen, wie es Harnos formuliert. Mit den Vorfällen meint er auch die ausgebliebene Sperre für Florian Busch, nachdem dieser am 6. März eine Doping-Probe verweigert hatte, sowie die daraufhin beschlossene Kündigung der Trainingskontrollvereinbarung durch die Nada.
Busch ist da nicht geflüchtet, er hat nur sein Gehirn ausgeschaltet und es zu spät wieder eingeschaltet, sagte Harnos. Dies rechtfertige seiner Meinung nach, dass Busch bei der WM spielte. Auch wenn Harnos sagt: Wir hätten uns viel Ärger erspart, wenn er das nicht gemacht hätte.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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