NBA

Play-off-Pleitenserie geht weiter: Nowitzki gedemütigt

23. April 2008 Vorgeführt, gedemütigt und am Ende verspottet: Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks haben in den NBA-Playoffs auch das zweite Duell bei den New Orleans Hornets verloren und stehen vor dem ersten Heimspiel in der Nacht zum Samstag vor einem Scherbenhaufen. „Wir waren heute nicht heiß genug. Im nächsten Spiel müssen wir mehr Einsatz zeigen“, stellte Nowitzki nach der 103:127-Lehrstunde in der ausverkauften New Orleans Arena ernüchtert fest.

Am Freitag spielen die „Mavs“ erstmals in der „best-of-seven“-Serie der nordamerikanischen Basketball-Profiliga daheim. Ein schwacher Trost, angesichts der Darbietungen des Vizemeisters von 2006 in den vergangenen beiden Partien. „Spiel drei wird für uns wie ein entscheidendes siebtes Spiel. Wir müssen einen Weg finden, diese Partie zu gewinnen. Gelingt uns das, beginnt die Serie von neuem“, sagte Nowitzki nach der Blamage zwar betont zuversichtlich.

Chris Paul spielt gegen Dallas überragend auf

Doch woher der Würzburger seinen Optimismus nahm, blieb unklar. Zu dominant traten New Orleans auf, zu desaströs agierten die „Mavs“. Sämtliche vier Viertel gingen an die Gastgeber, bereits zur Pause war die Begegnung beim Stand von 51:67 aus Sicht von Dallas praktisch gelaufen.

Allen voran MVP-Kandidat Chris Paul wirbelte die Texaner durcheinander, spielte das einst so stolze Team von Trainer Avery Johnson phasenweise schwindelig. Zwar versuchte Dallas mit frühem Doppeln eine erneute Gala-Vorstellung (35 Punkte, 10 Assists im ersten Spiel) des Hornets-Superstars zu verhindern. Doch die Art und Weise, wie die Gäste agierten, war ernüchternd.

Das Spiel wurde zur Trainingseinheit für New Orleans

Entweder Paul spielte seine Gegenspieler mit einer einfachen Körperbewegung aus und traf selbst, oder er bediente einen besser postierten Teamkollegen. Gleich sechs Akteure des Hornets trafen zweistellig, allen voran Paul, der seinen 32 Punkten auch noch 17 Assists hinzufügte - was einen neuen Vereinsrekord in den Playoffs bedeutete.

Nowitzki war mit 27 Zählern und 6 Rebounds zwar erneut bester Spieler seines Teams, die schwache Vorstellung seiner Kollegen zermürbte aber auch den 29 jahre alten Würzburger. Zum Schluss fiel „Dirkules“ nur noch durch lautes Schimpfen auf, während die Hornets das Spiel längst als eine bessere Trainingseinheit genossen und mit einigen spektakulären Dunks ihre Fans begeisterten. Dallas ging unter.

Hoffnung kann Dallas nur die Statistik machen

Von Hoffnungsträger Jason Kidd (7 Punkte, 8 Assists) war ebenso nichts zu sehen wie von Josh Howard (10) oder Jerry Stackhouse (9). „Wir hatten einen furchtbaren ersten Abschnitt“, klagte Johnson. Allerdings steigerte sich sein Team auch nach der Pause nicht und kam nicht mehr näher als 14 Punkte an die wie entfesselt spielenden Gastgeber heran.

Nur zwölf Mal in der NBA-Geschichte schaffte es eine Mannschaft, nach zwei verlorenen Spielen zu Beginn noch in die nächste Runde einzuziehen. Kleiner Hoffnungsschimmer für die „Mavs“: 2005 gelang es ihnen gegen Houston. Auch sonst ist die Statistik derzeit das einzige, was Nowitzki und Co. noch Mut machen kann. New Orleans siegte zuletzt am 24. Januar 1998 in Dallas und auch in der Hauptrunde gewann Dallas beide Spiele im American Airlines Center.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

 
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