FAZ.NET-Spezial: 14. Spieltag

HSV gewinnt Nordderby, VfB feuert Veh

Siegtor für den HSV: Olics Schuss ist unhaltbar für Tim Wiese

Siegtor für den HSV: Olics Schuss ist unhaltbar für Tim Wiese

23. November 2008 Nach der sportlichen Talfahrt des VfB Stuttgart ist die zweite Trainerentlassung der Saison in der Fußball-Bundesliga perfekt. Drei Spieltage vor Ende der Hinrunde musste Armin Veh nach dem 1:4 beim VfL Wolfsburg seinen Hut nehmen. Der Meistercoach des Jahres 2007 ist der zweite Trainer nach Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach), der in dieser Saison entlassen wurde.

„Es war nicht leicht, aber der Punkt ist gekommen, an dem eine Entscheidung notwendig wurde“, begründete VfB-Sportdirektor Horst Heldt die Maßnahme nach fünf sieglosen Spielen in Serie. Die Betreuung des Teams übernehmen zunächst Markus Babbel und Rainer Widmayer (siehe auch: VfB Stuttgart: Babbel übernimmt Meistertrainer Vehs Job und 1:4 in Wolfsburg - Stuttgart in der Krise - Trainer Veh entlassen).

Die sportlichen Schlagzeilen des Sonntags lieferte das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen: Dank Ivica Olic behalten die Hamburger im Duell der Hansestädte die Oberhand. Der HSV darf sich nun weiter nach oben orientieren, die Bremer laufen weiter ihrer Form nach.

Negativer Höhepunkt am Rande des Spiels war der Wurf einer Batterie aus dem Hamburger Fanblock, die Bremens Kapitän Frank Baumann am Kopf traf. (siehe:

2:1 gegen Werder Bremen: Olic beschert HSV Sieg im Nordderby)

Daum stänkert gegen Hoffenheimer „Saubermänner“

Im Kampf um die Spitzenpositionen reift Bundesliga-Neuling 1899 Hoffenheim allmählich zum Titelkandidaten, Rekordmeister Bayern München bläst zur Aufholjagd, und Hertha BSC überrascht die Liga mit einer Erfolgsserie. Für Wirbel sorgte am ersten Winter-Wochenende der Saison Kölns Trainer Christoph Daum, der mächtig gegen das „Saubermann-Image“ der Hoffenheimer stänkerte. „Die machen auf lieb und nett, aber was sich heute auf der Bank abgespielt hat, war das Unfairste, was ich hier im Stadion gesehen habe“, schimpfte der Kölner Coach nach der 1:3-Niederlage gegen den neuen Tabellenführer. (siehe: Ergebnisse, Tabelle, Statistik - Die Bundesliga im Überblick)

Daum unterstellte seinem Kollegen Ralf Rangnick, er habe mit seinen Mannen den Platzverweis gegen Kevin McKenna provoziert. Hoffenheims Coach reagierte nach dem zehnten Sieg im 14. Spiel gelassen und bestritt die Vorwürfe. „Diesen Schuh ziehen wir uns nicht an.“ Zuvor gefiel seine Elf mit kämpferischem Einsatz und kam dank Torjäger Vedad Ibisevic (2) und Demba Ba zum Sieg (siehe auch: 3:1 in Köln - Hoffenheim holt sich Platz eins zurück).

„Wir machen nach wie vor Druck auf die Zwei vor uns“

Der Neuling profitierte bei seinem Sprung an die Tabellenspitze vom Ausrutscher des bisherigen Spitzenreiters Bayer Leverkusen. Das Team von Trainer Bruno Labbadia unterlag dem Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld mit 1:2. „Wir haben heute die Handbremse zu spät gelöst und zu wenig Entschlossenheit gezeigt“, sagte Labbadia nach der Pleite bei den Ostwestfalen, die durch die Treffer von Artur Wichniarek und Daniel Halfar zum Erfolg kamen (siehe auch: 1:2 in Bielefeld - Leverkusen strauchelt wieder beim Angstgegner).

Punktgleich mit Bayer und drei Punkte hinter der Spitze lauert Rekordmeister FC Bayern München. Eine Woche vor dem Spitzenspiel in Leverkusen kam der Titelverteidiger zu einem ungefährdeten 4:1-Sieg gegen Schlusslicht FC Energie Cottbus. „Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit“, meinte Manager Uli Hoeneß. Der überragende Franck Ribery führte sein Team zum Sieg. Trainer Jürgen Klinsmann hat weiter die Herbstmeisterschaft im Visier: „Wir machen nach wie vor Druck auf die Zwei vor uns.“ (siehe auch: 4:1 gegen Cottbus - Ribery weist Bayern den Weg zum Sieg)

Hertha bleibt oben dran - Kuranyi abermals ausgepfiffen

Dem Spitzentrio auf den Fersen bleibt Hertha BSC nach drei Siegen in Serie. „Wir haben ein sehr ehrgeiziges Saisonziel, wir wollen am Ende in den Uefa-Cup kommen“, sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem 3:2-Erfolg beim VfL Bochum. Raffael, Cicero und Gojko Kacar erzielten die Treffer für die Berliner beim nun schon zehn Spielen sieglosen Revierklub (siehe auch: 3:2 in Bochum - Berlin bleibt ganz oben dran).

Dank der ersten beiden Saisontore von Halil Altintop hat sich der FC Schalke 04 nach zuvor zwei Niederlagen wieder gefangen. Beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach musste sich Mittelstürmer Kevin Kuranyi wieder Pfiffe von den eigenen Fans gefallen lassen. „Es wundert mich immer wieder, dass Kevin ausgepfiffen wird. Aber das gehört dazu auf Schalke“, meinte Altintop (siehe auch: 3:1 gegen Gladbach - Schalke siegt für „Charly“ Neumann).

Karlsruhe stürzt in die Krise - Frankfurter Befreiung

Revier-Nachbar Borussia Dortmund stürzte den Karlsruher SC mit einem 1:0-Sieg durch einen Treffer von Mohamed Zidan erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz. „Jetzt wird es entscheidend sein, ob man hier versucht seine Haut zu retten und vor der Verantwortung davonläuft - oder Farbe bekennt“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker (siehe auch: 0:1 gegen Dortmund: Karlsruher SC im freien Fall).

Eintracht Frankfurt hat sich mit einem 4:0-Erfolg gegen Hannover 96 ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft. Dennoch hatte Trainer Friedhelm Funkel Grund zur Kritik. „Wir haben heute wahrlich nicht unseren besten Tag gehabt. Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen“, befand der Eintracht-Coach (siehe auch: 4:0 gegen Hannover: Frankfurt hat die bessere Rumpftruppe).

Der 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga:
Freitag

Karlsruher SC - Borussia Dortmund 0:1 (0:1)
Samstag

Bayern München - Energie Cottbus 4:1 (2:1)
Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach 3:1 (3:1)
VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 4:1 (0:1)
Eintracht Frankfurt - Hannover 96 4:0 (2:0)
VfL Bochum - Hertha BSC Berlin 2:3 (0:3)
Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen 2:1 (0:0)
1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 1:3 (0:1)
Sonntag
Hamburger SV - Werder Bremen 2:1 (1:1)



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

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