Radsport

Australischer Dreifacherfolg in Hamburg

Von Frank Heike, Hamburg

Australier schlägt Australier schlägt Australier: Robbie McEwen siegt im Sprint

Australier schlägt Australier schlägt Australier: Robbie McEwen siegt im Sprint

07. September 2008 Es wurde nichts mit dem erhofften deutschen Sieg bei der 13. Auflage der Hamburg Cyclassics. Viele hatten auf Gerald Ciolek vom Team Columbia gesetzt, doch er konnte im Spurt des Massenfeldes nicht mithalten.

So gab es am Sonntagnachmittag einen australischen Dreifachsieg beim Pro-Tour-Rennen der Radprofis in der Hansestadt: Robbie McEwen vom Team Silence Lotto gewann vor den Landsleuten Mark Renshaw und Allan Davis.

Hauptattraktion Jedermannrennen

Für den 36 Jahre alten McEwen war es der erste Sieg bei einem Eintagesklassiker. Von Position vier kommend, setzte er sich auf den letzten Metern des 213 Kilometer langen Rennens am Jungfernstieg an die Spitze. Bester Deutscher war Fabian Wegmann. Bei der Abschiedsvorstellung seines Teams Gerolsteiner belegte er Rang zehn.

Das Werbeplakat der Cyclassics zeigt in diesem Jahr einen eher gemütlich daherfahrenden Hobbyradler, und natürlich ist es keine zufällige Motivwahl. Längst sind die Rennen der „Jedermänner“ die Hauptattraktion der Veranstaltung. Die Hobbyfahrer haben den Cyclassics über all die Jahre die Glaubwürdigkeit bewahrt; 22 000 waren es allein am Sonntag.

Am Scheideweg trotz neuen Sponsors

Auch beim Veranstalter Upsolut weiß man, was man an den Jedermännern hat: „Wir profitieren davon, dass wir von Anfang an auf die Jedermann-Rennen gesetzt haben“, sagt Organisator Frank Bertling. „Andere Radsportveranstaltungen haben große finanzielle Probleme bis hin zur Absage.“ So weit ist es in Hamburg nicht. Der Titelsponsor, ein Energieversorger, wird sein Engagement bis 2010 halten, eine Hamburger Bank ist in diesem Jahr sogar als Hauptsponsor neu dabei.

Trotzdem steht das Profirennen am Scheideweg. „Solange Fortschritte im Anti-Doping-Kampf erkennbar sind, halten wir am Eliterennen fest“, sagt Bertling. Aber nur so lange. Er berichtete, dass es Absagen gegeben habe, nachdem Upsolut verkündet hatte, dass bei der Deutschland-Tour und bei den Cyclassics nach neuen Verfahren getestet werde. „Eine zweistellige Zahl von Fahrern zog es kurzfristig vor, bei der Spanien-Rundfahrt zu starten, wo etwa Insulin nicht nachweisbar ist“, sagte Bertling.

Terminkollission mit der Vuelta

Upsolut will Ernst machen im Anti-Doping-Kampf; schon vor einem Jahr gründete die Agentur zusammen mit dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und dem Verband Deutscher Radrennveranstalter die Kampagne „Bleib sauber - live clean“. Unabhängig vom Kampf gegen Doping stört den Veranstalter natürlich die Terminkollision seiner Rennen mit der Vuelta.

Das Pro-Tour-Rennen in Hamburg gehört zum Weltverband UCI, die Spanien-Rundfahrt zum neuen Konkurrenzverband ASO. Sollte es eine neue europäische Rennserie mit verschärften Anti-Doping-Maßnahmen unter dem Dach der ASO geben, könnten sich die Cyclassics schon 2009 dort anschließen. Der Vertrag mit der UCI läuft in diesem Jahr aus.

Wegmann und Brüder Fothen künftig „Milchmänner“

Am Rande der Veranstaltung wurde bekannt, dass der letzte verbleibende Rennstall im Sommerschlussverkauf zugreift: Milram nimmt zur kommenden Saison drei Fahrer des scheidenden Konkurrenten Gerolsteiner unter Vertrag: den deutschen Meister Wegmann und die Brüder Thomas und Markus Fothen.

Auch Gerolsteiners bisheriger Sportdirektor Christian Henn wechselt zu Milram. Kein Geheimnis ist, dass die „Milchmänner“ gern auch Deutschland-Tour-Sieger Linus Gerdemann und den Sprinter Ciolek hätten. Auch wenn er am Sonntag nicht für sich werben konnte.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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