New York Marathon

Paula Radcliffe besiegt den Olympia-Frust

Für viele ein Traum: Der NYC Marathon

Für viele ein Traum: Der NYC Marathon

08. November 2004 Paula Radcliffe hat sich nach ihrem olympischen Desaster eindrucksvoll zurückgemeldet. Die britische Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25) gewann den New-York-Marathon in 2:23:10 Stunden. In einer dramatischen Sprint-Entscheidung setzte sie sich mit lediglich vier Sekunden Vorsprung vor der Kenianerin Susan Chepkemei durch. Bei den Männern gewann der Südafrikaner Hendrik Ramaala in 2:09:28 Stunden vor dem Amerikaner Meb Keflezighi (2:09:53).

Über 30.000 Läufer gingen beim 35. New York-Marathon an den Start, zwei Millionen Zuschauer säumten die Strecke. In einem hochkarätig besetzten Feld lief Luminita Zaituc auf einen starken sechsten Rang in 2:28:15 Stunden. Die Läuferin der LG Braunschweig, die beim olympischen Marathon Platz 18 belegt hatte, verlor frühzeitig den Kontakt zur sehr schnell laufenden Spitzengruppe, schob sich aber dann im letzten Teil des Rennens noch weit nach vorne.

Auch Ramaala hatte beim olympischen Marathon aufgegeben

„Es war sehr wichtig für mich hierher zu kommen und zu gewinnen“, erklärte Paula Radcliffe, die beim olympischen Marathon in Athen als große Favoritin an den Start gegangen und dann bei den extremen Wetterbedingungen zusammengebrochen war. Fünf Tage später hatte sie auch das olympische 10.000-m-Finale nicht beendet. „Jetzt
fühle ich mich gut“, erklärte Paula Radcliffe in New York, nachdem sie in ihrem typischen Stil von Beginn an das Tempo der Spitzengruppe bestimmt hatte. Für ihren Sieg kassierte die 30jährige 140.000 Dollar an Sieg- und Zeitprämien, außerdem erhielten beide Sieger noch ein Auto von Sponsor Smart.

Bei den Männern entschied der Südafrikaner Hendrik Ramaala einen spannenden Dreikampf mit dem Olympia-Zweiten Meb Keflezighi und dem kenianischen Sieger des Boston-Marathons 2004, Timothy Cherigat, für sich. Cherigat, der zur internationalen Trainingsgruppe des Berliner Coaches Dieter Hogen gehört, wurde Dritter in 2:10:00. „Seit mehreren Jahre bin ich vergeblich einem solchen Erfolg hinterher gerannt“, erklärte der 32jährige Ramaala, der bei seinem ersten großen Sieg jedoch in die falsche Zielgasse lief und damit das Zielband verpaßte. „Ich habe es einfach nicht gesehen“, sagte Ramaala, der sich insgesamt 130.000 Dollar plus das Auto verdiente. Wie Radcliffe hatte auch Ramaala beim olympischen Marathon aufgegeben.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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