Tennis-Tagebuch

Ansichten einer Aufsteigerin

Im Frühjahr 2006 hat Andrea Petkovic an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt ihr Einser-Abitur gemacht. Mit 18 Jahren, die elfte Klasse hatte sie übersprungen.

Weil die in der Schule Hochbegabte auch mit dem Tennisschläger virtuos umgeht, stellte sich die Frage: Was tun? Eine Karriere als Tennisprofi? Oder eine akademische Laufbahn? Sandplatz oder Studium?

Position um die 100 ist Zeitverschwendung

Die ehemalige deutsche Jugendmeisterin hat sich für Tennis entschieden. Vorläufig und mit Einschränkungen. Zwei Jahre will sie sich Zeit geben, um zu sehen, wie weit sie in der Damen-Weltrangliste kommen kann. Die Top 50 sind ihr Ziel. „Eine Position um die 100 ist auf Dauer Zeitverschwendung“, sagt sie.

Gelänge ihr der Sprung nach oben nicht, würde sie den Versuch abbrechen und ein Studium beginnen, Politologie wäre erste Wahl. Vater Zoran Petkovic, Tennistrainer beim TEC Darmstadt und ehemaliger jugoslawischer Daviscupspieler, unterstützt diese Zukunftsplanung. Er hat immer die Meinung vertreten, dass die schulische Ausbildung vorgehe, das Abitur Pflicht sei.

Auch ohne Tennis Ziele und Möglichkeiten

Andrea Petkovic verfolgt ihren sportlichen Karrieretraum mit großem Ehrgeiz, will sich ihm aber nicht unter allen Umständen ausliefern. „Wenn ich in zwei Jahren feststellen müsste, dass es nicht reicht, würde mir das zu schaffen machen. Aber ich hätte eine Alternative. Ich weiß, dass es für mich auch ohne Tennis Ziele und Möglichkeiten gibt.“

Im Rhein-Main-Sport berichtet die Darmstädterin in regelmäßigen Abständen über ihr neues Leben, über Fortschritte und Enttäuschungen auf dem Tennisplatz.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: Herbert Kraemer

 
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