Radsport

Rennställe steigen aus ProTour aus

Hans-Michael Holczer (l., mitTourdirektor Christian Prudhomme): Abkoppelung vom Weltverband

Hans-Michael Holczer (l., mitTourdirektor Christian Prudhomme): Abkoppelung vom Weltverband

15. Juli 2008 Der Radsport steht vor einer grundlegenden Struktur-Änderung. Die 17 ProTour-Mannschaften, die an der diesjährigen Tour de France teilnehmen, haben am Dienstag in Pau eine Abkoppelung vom Weltverband UCI beschlossen.

Zusammen mit den drei Groß-Veranstaltern ASO (u.a. Ausrichter der Tour und Paris-Roubaix), RSC (u. a. Giro d'Italia, Mailand-San Remo) und Unipublic (Vuelta) einigten sich die führenden Profi-Mannschaften des bisherigen UCI-Elite-Clubs ProTour auf einen neuen gemeinsamen Weg. Die Teams unterzeichneten mit den drei Renn-Organisatoren entsprechende Verträge, bestätigte am Tour-Ruhetag die Gerolsteiner-Mannschaft.

Schon bei der Tour ist der Weltverband außen vor

Eine endgültige Abspaltung der Top-Mannschaften hatte sich abgezeichnet, nachdem im März das Traditionsrennen Paris-Nizza unter ASO-Regie zum ersten Mal nicht unter UCI-Hoheit stattgefunden hatte. Auch bei der Tour de France ist der Weltverband außen vor. Die Doping-Kontrollen beim Saison-Höhepunkt in Frankreich laufen unter der Oberaufsicht der nationalen Anti-Doping-Agentur AFL unter Assistenz der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Der Weltverband, der für die ProTour-Lizenzen, die einen Start bei allen bedeutenden Rennen garantierten, pro Jahr 75.000 Euro pro Team kassierte, wurde am Dienstag von den Beschlüssen offiziell informiert. Die Initiatoren „erwarten, dass sich die UCI den Beschlüssen anschließt“, hieß es in einer knappen Pressemitteilung. Gerolsteiner und andere Team haben bereits Lizenzen über 2009 hinaus. „Ich werde sie nicht verlängern, das gilt auch für meine Kollegen“, sagte Team-Chef Hans-Michael Holczer. Die UCI solle die „Regierung“ im Radsport bleiben, betonte Milram-Teamchef Gerry van Gerwen, der auf eine Kompromisslösung hofft.

Astana ab 2009 wieder dabei

Van Gerwen bestätigte zudem, dass der bei der diesjährigen Tour de France ausgesperrte Astana-Rennstall von Andreas Klöden in den kommenden beiden Jahren an allen drei großen Länder-Rundfahrten teilnehmen kann. Darauf hätten sich alle 18 Pro-Tour-Teams mit den Veranstaltern ASO, RSC und Unipublic bereits am 30. Juni in Brüssel geeinigt.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

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