Handball-WM

DHB-Frauen müssen nachsitzen

08. Dezember 2007 Eine dramatische Aufholjagd endete für die deutschen Handball-Frauen nicht mit dem erhofften fünften Sieg bei der Weltmeisterschaft. Trotz eines Vier-Tore-Rückstandes holte der EM- Vierte am Samstag in Dijon gegen Ungarn ein 30:30 (14:17), gab dabei aber drei Sekunden vor Schluss den möglichen Sieg noch aus der Hand und verpasste dadurch den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale.

In einer packenden Partie vor 3000 Zuschauern war Grit Jurack mit sechs Treffern die beste deutsche Torschützin. Sie scheiterte allerdings auch kurz vor dem Ende an der überragenden Torfrau Katalin Palinger, die ihrem Team den Punkt sicherte.

Es fehlt noch ein Punkt

Nach vier Siegen in Folge hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den Erfolg fast schon sicher, nachdem sie dank einer tollen Moral und eines unbändigen Willens der Vier-Tore- Rückstand vom 24:28 (52.) aufgeholt hatte. „Das ist schon bitter, wenn man dem Schlusspfiff einen Punkt abgibt, wenngleich das Remis über die gesamte Spielzeit aber verdient ist“, sagte Bundestrainer Armin Emrich nach dem Abpfiff: „Wer so kämpft, hat einen Sieg verdient. Wir hatten es auch in der Hand, aber so ist Handball.“

Aus den verbleibenden Hauptrundenspielen gegen Polen an diesem Sonntag (18.30 Uhr) und Rumänien am Dienstag braucht das DHB-Team noch mindestens einen Punkt zum Erreichen der K.o.-Runde.

Umstellungen nach der Pause

Die temporeiche erste Halbzeit war nach schwachem Start bis zur 27. Minute ausgeglichen. Die Torfrauen Katalin Palinger und Sabine Englert zeigten tolle Paraden. Beide Teams egalisierten sich in der Defensive, keine Mannschaft konnte sich bis zu diesem Zeitpunkt auf mehr als zwei Tore absetzen. Nach drei deutschen Pfostentreffern in Serie zog Ungarn dann auf 15:12 davon und hielt diesen Vorsprung bis zur Pause (17:14). Auffälligste deutsche Spielerin in den ersten 30 Minuten war neben Englert Spielmacherin Nina Wörz (Randers HK), die viermal erfolgreich war.

Nach dem Wechsel stellte Emrich sein Team um, brachte Mandy Hering (FHC Frankfurt/Oder) auf Linksaußen und beorderte Clara Woltering ins Tor. Die Wechsel zahlten sich zunächst aus: Hering traf gleich zwei Mal und Wolterings Paraden sorgten mit dafür, dass Deutschland beim 21:21 (39.) erstmals nach dem 12:12 (25.) wieder ausglich. Dies war allerdings nur eine Momentaufnahme, denn danach lagen die Magyaren wieder ständig in Front. Vor allem Palinger sorgte mit Glanzparaden und zwei gehaltenen Siebenmetern dafür, dass Ungarn bis auf 27:23 (49.) enteilte.

„Hätten den Sack zumachen müssen“

Doch die Deutschen gaben im Kampf ums WM-Viertelfinale nicht auf, wie schon beim 21:21 war es Maren Baumbach (FC Kopenhagen), der beim 28:28 (55.) der Ausgleichstreffer gelang. Anne Müller brachte Deutschland in Front, Nora Reiche sorgte exakt zwei Minuten vor Schluss per Strafwurf mit dem 30:28 für die scheinbare Vorentscheidung. „Da hätten wir den Sack zumachen müssen“, sagte Emrich. Doch Ferling brachte Ungarn auf 29:30 heran, ehe Jurack scheiterte und Piroska Szamoransky drei Sekunden vor Ende der Ausgleich gelang.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

 
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