03. September 2006 Spanien ist erstmals Weltmeister im Basketball. Der Gastgeber der Europameisterschaft 2007 gewann am Sonntag das Finale der 15. Titelkämpfe in Japan gegen Europameister Griechenland mit 70:47 (43:23) und trat damit die Nachfolge des 1998 und 2002 zwei Mal in Serie siegreichen Titelverteidigers Serbien und Montenegro an, den die Iberer im Achtelfinale ausgeschaltet hatten.
Mit dem WM-Titel qualifizierte sich Spanien als zweites Team nach Gastgeber China für das olympische Basketball-Turnier 2008 in Peking. Nur Bronze holten sich die als Top-Favorit gestarteten NBA-Profis der Vereinigten Staaten, die nach dem 95:101 im Halbfinale gegen Griechenland das kleine Finale gegen Olympiasieger Argentinien mit 96:81 gewannen (Siehe auch: Ergebnisse Basketball).
Trefferquote von 31 Prozent
Vor 18.500 Zuschauern in der beim Finale erstmals ausverkauften Super Arena von Saitama wurde der nach seinem Sieg über die Vereinigten Staaten favorisierte Europameister in der ersten Halbzeit von den Spaniern förmlich vorgeführt. Das Team von Trainer Pepu Hernandez kompensierte den gravierenden Ausfall seines NBA-Starcenters Pau Gasol (Memphis Grizzlies), der sich beim 75:74-Halbfinalsieg über Argentinien einen Mittelfußbruch zugezogen hatte, mit einer grandiosen kämpferischen Leistung. Die Griechen, die gegen die Vereinigten Staaten noch 63 Prozent ihrer Würfe verwandelt hatten und erstmals ein WM-Finale erreichten, trafen gegen die starke spanische Defensive nicht mal die Hälfte (31 Prozent).
Kurz vor und kurz nach der Pause blieben sie sogar jeweils vier Minuten ohne Korb. Die Spanier steigerten sich dagegen in einen Spielrausch. Die schnellen und trickreichen Guards José Mamuel Calderon und Juan Carlos Navarro gaben der behäbigen Griechen-Deckung Rätsel auf. Aus der Distanz traf Jorge Garbajosa traumhaft sicher. Zur Pause lag Spanien bereits mit 20 Punkten in Führung. Der Vorsprung hielt auch im dritten Viertel (54:34) und so wurde der letzte Durchgang zum Schaulaufen zum Titel. Beste Werfer der Spanier waren Jorge Garbajosa und Aufbauspieler Carlos Navarro (beide 20 Punkte).
Fiba zieht positive Bilanz
Die deutsche Mannschaft hatte gegen Spanien mit 71:92 in der Vorrunde die höchste WM-Niederlage kassiert. Obwohl die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) mit Topscorer Dirk Nowitzki (18) gegen Litauen seine schwächste WM-Leistung zeigte, war Bundestrainer Dirk Bauermann nicht übermäßig enttäuscht. Wir haben keinen Grund zur Traurigkeit, denn wir haben ein gutes Turnier gespielt und sind unter die besten acht Mannschaften der Welt gekommen, sagte der Jahre alte Trainer, der gegen Litauen über weite Strecken seinem zweiten Anzug eine Chance gab (Siehe auch: Basketball-WM: Deutschland nach Abschlußniederlage auf Platz acht).
Der Basketball-Weltverband Fiba konnte eine positive Bilanz der WM in einem Land ziehen, in dem Basketball kaum populär ist, weit hinter Baseball und Fußball rangiert und vom Fernsehen fast völlig ignoriert wird. Mit 224.000 Zuschauern in den Hallen von Hiroshima, Sendai, Sapporo, Hamamatsu und Saitama wurde bei 75 Prozent verkaufter Tickets der bisherige Besucherrekord der WM 1994 in Toronto (213 000) überboten. TV-Stationen übertrugen die 80 Spiele in 150 Länder.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS