29. August 2008 100-Meter-Olympiasieger Usain Bolt bleibt der schnellste Sprinter der Welt. 13 Tage nach seinem Sturmlauf von Peking setzte sich der 22 Jahre alte Jamaikaner am Freitagabend in 9,83 Sekunden auch beim Golden-League-Meeting in Zürich souverän durch. Deutlich geschlagener Zweiter wurde Amerikaner Walter Dix (9,99 Sekunden). Vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Letzigrund-Stadion stürmte der Olympia-Zweite Richard Thompson aus Trinidad und Tobago (10,09 Sekunden) als Dritter ins Ziel.
Mein Start war nicht gut, sagte Bolt. An seinen Weltrekord (9,69 Sekunden) kam der leicht erkältete Superstar der Olympischen Spiele diesmal zwar nicht heran, die nächste Chance bietet sich dem dreimaligen Sprint-Olympiasieger bereits am kommenden Dienstag in Lausanne.
Jelimo: Vielleicht eines meiner härtesten Rennen
800-Meter-Olympiasiegerin Pamela Jelimo aus Kenia und Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic greifen derweil nach dem Jackpot der Golden League. Die Olympia-Zweite Vlasic gewann mit 2,01 Metern; die 18 Jahre alte Junioren-Weltrekordlerin Jelimo setzte sich in 1:54,01 Minuten auch beim fünften Meeting durch. Mit Erfolgen beim Golden-League-Finale am kommenden Freitag auf der sechsten Station in Brüssel können sich die beiden einen Anteil am Jackpot von einer Million Dollar (rund 680.000 Euro) sichern.
Jetzt bin ich sehr müde. Vielleicht war das heute eines meiner härtesten Rennen, sagte die junge Afrikanerin Jelimo. Zum 25 Jahre alten Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova (1:53,28 Minuten) fehlen ihr noch 73/100 Sekunden. Maria Mutola (Mosambik) wurde im letzten Rennen ihrer großen Karriere in 1:58,71 Minuten Vierte.
4,88 Meter reichen Issinbajewa zum Sieg
Keine Spur von Müdigkeit ließ dagegen Doppel-Olympiasieger Kenenisa Bekele erkennen, der über 5000 Meter sogar noch die Puste für eine Weltjahresbestzeit (12:50,18 Minuten) hatte. Schwacher Trost für Jeremy Wariner: Der Amerikaner gewann über 400 Meter (43,82 Sekunden) die Olympia-Revanche gegen seinen in Peking siegreichen Landsmann LaShawn Merritt (44,43) mit großem Vorsprung.
Die Höhenluft ist Russlands Stabhochsprung-Überfliegerin Jelena Issinbajewa diesmal ausgegangen: Elf Tage nach ihrem Olympiasieg mit dem 24. Weltrekord (5,05 Meter) ihrer Karriere reichten ihr diesmal ungewohnte 4,88 Meter zum Sieg.
Stabhochspringer Spiegelburg wie in Peking Siebte
Eine Hundertstelsekunde Vorsprung genügten dem Kubaner Dayron Robles für die gelungene Olympia-Revanche über 110 Meter Hürden: Der 21-Jährige war in 12,97 Sekunden einen Wimpernschlag vor dem Olympia-Dritten David Oliver (USA/12,98 Sekunden) im Ziel. Es ist immer gut, unter 13 Sekunden zu laufen. Aber ich wollte eigentlich mehr, sagte der nicht ganz glückliche Gewinner.
Norwegens Speerwerfer Andreas Thorkildsen ließ sich nicht überraschen: Der Olympiasieger gewann mit 90,28 Meter vor seinem finnischen Dauerrivalen Tero Pitkämäki (87,25 Meter).
Einen Achtungserfolg feierte der junge Weitspringer Sebastian Bayer: Mit 7,97 Meter - 20 Zentimeter weiter als bei seinem bitteren Aus in der Qualifikation von Peking - wurde der Leverkusener Dritter. Das deutsche Stabhochsprung-Duo schnitt mäßig ab: Silke Spiegelburg (Leverkusen) landete wie im Olympia-Finale auf dem siebten Platz (4,55 Meter); Carolin Hingst (Mainz), in Peking Sechste, musste sich diesmal mit Rang acht (4,45 Meter) zufrieden geben.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, dpa