Doping

Eberhard Gienger: Habe Anabolika genommen

Gienger: “Ich konnte die Medikamente gar nicht alle essen“

Gienger: "Ich konnte die Medikamente gar nicht alle essen"

12. Mai 2006 Eberhard Gienger, der designierte Vizepräsident Leistungssport im künftigen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), hat in seiner aktiven Laufbahn als Turner selbst Anabolika genommen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab der CDU-Bundestagsabgeordente zu: „Ich bekam nach einer Operation für zirka acht Tage ein Anabolikum, nachdem mein Bein von einem auf den anderen Tag sechs Zentimeter weniger Umfang aufwies.“

Der 55 Jahre alte Schwabe, der 1974 Weltmeister am Reck wurde, hatte noch 1997 gemeinsam mit anderen ehemaligen Leistungssportlern den umstrittenen Freiburger Professor Armin Klümper in einer Zeitungsanzeige vor angeblichem Neid und Mißgunst in Schutz genommen. Ihm selbst, berichtet Gienger, habe Klümper eine Vielzahl von Medikamenten verordnet. „Professor Klümper war ein Arzt, der sehr großzügig verschrieben hat. Ich habe im Laufe der Zeit festgestellt, daß ich die Medikamente gar nicht alle essen konnte. Ich trug sie dann in die Apotheke zurück. Da kam schon ein ansehnliches Arsenal zusammen, wenn man das nicht tat.“ Schließlich sei er dazu übergegangen, nicht alle Medikamente mitzunehmen, „sondern nur einen Teil, von dem ich glaubte, daß er reicht.“ 1987 war Klümpers Patientin Birgit Dressel plötzlich gestorben. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, daß sie vor ihrem Tod 120 Medikamente eingenommen hatte.

Gienger gewann 1976 Olympiabronze am Reck

Gienger gewann 1976 Olympiabronze am Reck

Gut eine Woche vor der DOSB-Wahl sprach sich Gienger gleichwohl deutlich gegen Doping aus: „Wir müssen Doping kontrollieren und, einheitlich durch alle Sportarten harmonisiert, bestrafen.“

Das Interview mit Eberhard Gienger lesen Sie in der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Samstag (13. Mai 2006)



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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