Doping

Zehnkampf-Team wechselt Ärzte aus

“Beide in keine Vorfälle verwickelt“

"Beide in keine Vorfälle verwickelt"

27. Juli 2007 Das deutsche Zehnkampf-Team hat die Zusammenarbeit mit Holger Hüring, bisher Chefmediziner des kasachischen Profi-Radrennstalls Astana, und dessen Kollegen Stefan Vogt, der bis Mai in Diensten der Bonner Equipe T-Mobile stand, beendet.

Die Trennung von Hüring erfolgte, nachdem dessen Team Astana sich am Dienstag angesichts des positiven Dopingbefunds beim zweimaligen Etappensieger Alexander Winokurow von der Tour de France zurückzogen hatte. Zuvor hatte Hüring beim Schweizer Team Phonak mitgewirkt, das durch zahlreiche Doping-Fälle von Tyler Hamilton bis Floyd Landis Schlagzeilen machte. Vogt war bereits im Mai zusammen mit den von der Uniklinik Freiburg entlassenen T-Mobile-Ärzten Lothar Heinrich und Andreas Schmid aus der Radsport-Betreuung ausgeschieden.

„Reine Vorsichtsmaßnahme“

Paul Meier, Präsident des Zehnkampfteams, wies ausdrücklich darauf hin, „dass weder Holger Hüring noch Stefan Vogt aktuell in Vorfälle verwickelt sind und beide uns versichert haben, dass sie nie Dopingmittel verabreicht haben. Die Beendigung der Zusammenarbeit ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, die wir jetzt konsequent umsetzen und die mit den beiden Betroffenen abgestimmt ist.“

Der Skandal um die Freiburger Uniklinik hatte schon im Mai die medizinische Betreuung des Zehnkampf-Teams getroffen. Die Klinikleitung hatte Heinz Birnesser offiziell die Betreuung beim traditionellen Zehnkampf-Meeting in Götzis/Österreich untersagt. Inzwischen ist klar, dass der vom Chefarzt geleitete Bereich Sportorthopädie und Traumatologie im Gegensatz zur Abteilung Sportmedizin nicht in Manipulationen verwickelt war. Dennoch will sich Birnesser aus dem Zehnkampf-Team zurückziehen, dessen medizinische Leitung nun Dirk-Achim Pajonk (Düsseldorf) übernahm Pajonk war 1998 deutscher Meister dieser Disziplin (Bestleistung 8161 Punkte).

Paul Meier bekräftigte, das Zehnkampfteam arbeite seit Jahren „fair, sauber, transparent und konsequent“ und habe etliche Anti-Doping-Maßnahmen wie etwa Steroidprofile eingeleitet. „Wir werden das Thema Doping auch weiterhin offensiv angehen und möchten uns dabei ganz klar von problembehafteten Sportarten wie dem Radsport abgrenzen.“

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: REUTERS

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Medikamente günstig einkaufen Preisvergleich für Medikamente und Apotheken-Produkte. Mehr als 90 Apotheken im Vergleich.

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche