Doping

Bach fordert „reinen Tisch“ von Jan Ullrich

DOSB-Präsident Bach kritisiert Ullrichs Schweigen

DOSB-Präsident Bach kritisiert Ullrichs Schweigen

05. September 2006 Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat Radprofi Jan Ullrich abermals aufgefordert, selbst aktiv zu werden und die Hintergründe für alle Doping-Anschuldigungen offenzulegen. „Machen Sie reinen Tisch, lassen Sie einen DNA-Test machen, und packen Sie aus!“, sagte der höchste deutsche Sportfunktionär in einem Interview des Magazins „Sport Bild“. „Es wäre für ihn befreiend“, meinte Bach, „und auch für den Sport wäre es ein Schritt für den Rückgewinn von Glaubwürdigkeit.“

Der frühere T-Mobile-Kapitän war bereits vor der diesjährigen Tour de France von seinem langjährigen Rennstall suspendiert worden und hat inzwischen die Kündigung erhalten. Olympiasieger Ullrich gehört zum Kreis der Verdächtigen bei der in Spanien aufgedeckten Dopingaffäre, in die hauptsächlich Radprofis verwickelt sein sollen.

IOC-Vizepräsident Bach bedauerte die „Verkürzung der Argumente“ in der aktuellen Dopingdiskussion. Ein Teil wolle ein staatliches Anti-Doping-Gesetz, ein anderer Teil nicht. „Wir schlagen sehr viel striktere Gesetze gegen die Hintermänner des Dopings vor. Sie sind die Wurzel des Übels. An die Athleten müssen wir genauso ran“, forderte Bach und bekräftigte seinen Standpunkt: „Hier ist der Sport mit seinem Bestrafungssystem besser geeignet als der Staat.“

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

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