Radsport nach dem Fall Schumacher

Etappenfahrt in den Tod

Wenigstens tut niemand überrascht: Nach dem Doping-Fall Stefan Schumachers steht der Radsport dicht am Abgrund. Die Unschuldsvermutung ist dahin. Von „schockierend“ über „niederschmetternd“ bis „bestürzend“ reichen die Kommentare innerhalb der Szene. Von Evi Simeoni

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Oktober 2008 17:18

Spinat

Wilfried Peters (Pez_1000)

Hätte sich Schumacher doch nur auf die Ressource seines alter ego Popeye beschränkt: Kraftschöpfung dur Spinat. Ok, für seine Kopfform kann er nichts. Aber dieser Kriminelle ist zum Trost aller angeblich Bildungsfernen der dopende Beweis dafür, daß auch der Sproß einer Akademikerfamilie als verlogener Gangster entlarvt wird. Der Sohn einer Ärztin ist ganz einfach abgrundtief dämlich wenn er glaubte, nicht erwischt zu werden. Das sollte mit "lebenslänglich" bestraft werden. Fünf Jahre Sperre würden diesem Strafmaß entsprechen, und wenn es die Verträge hergeben, natürlich zusätzlich die Rückzahlung von Gehältern, Prämien und Spesen.

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08. Oktober 2008 08:20

Radsport nach Schumacher

Gunter Jess (gjess)

Wer ist schon so naiv und glaubt, daß Doping im beruflichen Leistungssport in den Griff zu bekommen sei? Dafür wird dem an sich gesellschaftlich unproduktiven beruflichen Leistungssport und seinen Repräsentanten zuviel Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zuteil und dem System zuviel Geld zugeführt. Man kann den Sport mit vielen positiven Assoziationen verbinden, beim beruflichen Leistungssport gelingt mir das nicht mehr.

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08. Oktober 2008 03:21

Froh sein über jeden erwischten Doper

Stefan Fischer (catweazl)

Statt froh zu sein, daß Kontrolle funktioniert und man Doper erwischt ( wobei die Unschuldsvermutung in einem rechtsstaatlichen System auch für eine Kommentatorin gelten solltte!), wird das Ende des Radsports dahergeredet. Natürlich ist man entsetzt, daß es wieder einen erwischt hat und dem Anschein nach sich nichts oder wenig geändert hat. Die positive A-Probe zeigt aber nur, daß der Radsport im Gegensatz zu vielen Andern Sportarten den Kampf gegen Doping ernst nimmt. In welcher Sportart wird schon so intensiv getestet und noch lange nach Wettkämpfen eingefrorene Proben nochmals getestet, sobald neue Methoden entwickelt wurden. Aus anderen Sportarten hört man dies jedenfalls nicht. Es wäre schon spannend zu sehen, was aus den Proben der vielen unglaubwürdigen Leistungen von Sprintern/Sprinterinnen oder Schwimmern bei Olympia so alles noch ans Tageslicht befördert wird. Wo bleibt die Forderung nach solchen Tests? Wenn nun der BDR die höchstmögliche Strafe für Schumacher fordert, so ist dies nichts anderes als HEuchelei. Der gleiche Verband hielt es nämlich nicht mal für nötig, bei einer letzten deutschen MTB-Marathonmeisterschaft Doping-Kontrollen durchzuführen, obwohl dies im Statut der NADA verpflichtend enthalten ist.

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08. Oktober 2008 01:07

Unschuldsvermutung (an J. Reinfeldt

Maximilian Gold (faz.ke)

Ich bin mir sicher, dass Frau Simeoni nicht von der Unschuldsvermutung in juristischen Zusammenhängen sprach. Vor diesem Hintergrund macht Ihr Kommentar keinen Sinn (mehr).

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07. Oktober 2008 19:44

schade

Stephan Müller (josefkah)

ja, schade um einen schönen sport und sicher fragen an die grenze zwischen mensch und maschine und sicher der radsport eher avantgarde eines zukünftigen mehr technischen menschenbildes und nach wie vor langweilig die entrüsteten, vor allem aber eben schade um einen schönen sport.

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07. Oktober 2008 19:15

Ein Kommentar ...

Dirk Walbrühl (Kelen)

... ist dies noch immer wert. Als Mensch, welcher die Unschuldsvermutung unterstützt bin ich natürlich überrascht. Als Zuschauer von Radsportsendungen seit einer ganzen Weile schon desinteressiert. Hier werden Chancen zur Rehabilitation des "sauberen Images" vergeudet, schade. Dennoch stellt sich das Problem Doping heutzutage ja dem Sport im allgemeinen. Die Sportler sind gefangen zwischen Leisungsdruck und Mediendruck. Hier sollte eine neue, eine klare Aussage stehen.

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07. Oktober 2008 18:10

Wieso bekommt der Radsport noch Steuergelder + GEZ Gebühren

otto morgenroth (aurora2)

Es ist eigentlich unverantwortlich dem Radsport noch öffentliche Gelder zu geben, auch die Geldgeber mach sich verantwortlich und schuldig. Dieser "Sport" ist nicht nachahmenswert und verführt ggf. die Jugendlichen Amateure. Keine Rundfunkgebühren, keine Fernsehübertragung und keine Sportförderung für den Radsport für mindestens 2 besser 5 Jahre. Dann kann man sehen, ob der Sport sich gebessert hat. Dies sollte auch für andere Sportarten gelten, bei denen auch regelmäßig gedoppt wird - wieso soll die Öffentlichkeit den unsinn + Folgekosten (Krankheiteen) bezahlen

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07. Oktober 2008 17:31

Die Unschuldsvermutung hat nichts mit der Anzahl der Schuldigen zu tun

Julian Reinfeldt (jreinfeldt)

Jeder Dopingfall ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Evi Simeoni, die ja schon immer gewusst hat, dass alle Radsportler sowieso gedopt sind. Zum xten Male kassiert sie die Unschuldsvermutung beim Thema Doping, gerade so, als ob diese davon abhängig sei, dass sie sich nicht zu oft als falsch erweist. Die Unschuldsvermutung ist ein Rechtsgrundsatz, der in jedem Einzelfall gilt, weil ohne sie kein faires Verfahren möglich ist. Täter müssen ordnungsgemäß überführt werden, im Strafrecht wie im sportlichen Disziplinarrecht. Übrigens gilt die Unschuldsvermutung auch jetzt für Schumacher, wo es zunächst nur eine positive A-Probe gibt. Und wenn sich bei ihm und von mir aus bei zehn weiteren Tour-Fahrern auch die B-Probe als positiv herausstellen wird, ändert dies nichts grundsätzliches. Das etablierte Doping-Test-Regime hat ja gerade damit die Unschuldsvermutung in ihr eigenes Prozedere integriert, dass es nach einer positiven A- auch eine positive B-Probe geben muss, um die Schuld eines Sportlers festzustellen. Leider verfehlt die FAZ beim Thema Doping im Radsport mit solchen Äußerungen ihr sonstiges Niveau bei weitem. Sie muten doch auch sonst ihren Lesern Komplexität zu, warum hier nicht?

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