DFB widerspricht englischer Zeitung

Keine Anfrage zur Ausrichtung der EM 2012

22. Juli 2008 Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einen Bericht der englischen Zeitung „Daily Telegraph“ dementiert, wonach die Europäische Fußball-Union (Uefa) Deutschland als Mit-Gastgeber neben Polen für die Europameisterschaft 2012 ins Boot holen möchte.

„Es gibt in dieser Frage keinerlei Kontakt zur Uefa und auch keine offizielle Anfrage. Das Uefa-Exekutivkomitee berät über die Euro 2012 Ende September in Bordeaux“, erklärte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Dienstag. Uefa-Präsident Michel Platini hatte vor wenigen Wochen wegen der Verzögerungen der Vorbereitungen in der Ukraine eine Neuvergabe der EM nicht mehr ausgeschlossen.

Berlin und Leipzig angebliche Ersatzspielstätten

Nach Informationen des „Daily Telegraph“ hatte der DFB eine Anfrage des europäischen Fußballverbandes erhalten, ob Deutschland als Mit-Gastgeber bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 einspringen könnte. Die EM war an Polen und die Ukraine vergeben worden. Während die Vorbereitungen in Polen nach Plan laufen, gibt es in der Ukraine offenbar einen großen Rückstand.

Deutschland, so der „Telegraph“, könnte als kleiner Partner an der Seite von Polen einspringen. Berlin und Leipzig wurden als Ersatz-Spielstätten genannt. Uefa-Inspektoren hatten die Ukraine vor zwei Wochen besucht. Die politische Lage, Verzögerungen beim Stadionbau und die Verkehrsinfrastruktur sorgten für Bedenken.

Juschtschenko fordert Generalplan bis Anfang August

Ende September soll das Uefa-Exekutivkomitee in Bordeaux darüber entscheiden, ob beide Länder die Gastgeberrolle behalten. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat nach Veröffentlichung des Berichts einen Ukas erlassen, um die Regierung zum schnellen Handeln für die Vorbereitung der Euro 2012 zu drängen. In dem Erlass wies er den Ministerrat in dem politisch instabilen Land an, bis 1. August einen Generalplan vorzulegen. Zudem solle die Regierung bis 1. September konkrete Maßnahmen festlegen, ihre eigene Handlungsfähigkeit zu verbessern.

Die Ukraine stehe bei der Uefa im Wort, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Juschtschenko. Vor allem müssten die Zuständigkeiten zwischen der Regierung in Kiew und den Behörden in den Regionen entsprechend aufgeteilt werden. Gleichzeitig wies der Staatschef die regionalen Verwaltungen an, die Transportwege und weitere Infrastruktur in Übereinstimmung mit europäischen Normen zu schaffen. Juschtschenko verfügte, dass die Regierung bis November auch ein Konzept für die Unterbringung der Teilnehmer und Gäste vorlege. Darüber hinaus werde bis Jahresende eine Konzeption hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung fällig, wurde Juschtschenko zitiert.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AP, dpa

 
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