Von Jürgen Kalwa, New York
26. April 2008 Die Dallas Mavericks haben am Freitag zum ersten Mal in den Play-offs gezeigt, weshalb sie zu den besten Mannschaften der NBA gehören. Sie gewannen nach zwei Niederlagen in New Orleans das dritte Spiel der Erstrundenserie in eigener Halle 97:87. Neben Dirk Nowitzki, der mit 32 Punkten und 19 Rebounds die gewohnt starke Leistung bot, brachten seine Nebenleute wesentlich mehr Energie und deutlich mehr Elan mit und sorgten auf diese Weise dafür, dass die wichtigsten Spieler der Hornets nie richtig zur Entfaltung kamen.
Der ständige Druck im Angriff und die wirkungsvollen Störmanöver in der Deckungsarbeit bereiteten Chris Paul und David West, den Stars der Hornets, eindeutig Schwierigkeiten. Das Resultat: Viele ihrer Wurfversuche verfehlten das Ziel. Abgesehen von einer guten Phase im zweiten Viertel, als die Mannschaft für kurze Zeit in Führung lag, kamen die Hornets nie mit den Verhältnissen zurecht.
Dallas will nicht wieder das gleiche Schicksal erleiden
Viele amerikanische Berichterstatter sahen vor allem in der kämpferischen Einstellung des deutschen Nationalspielers den entscheidenden Faktor für den dringend benötigten Sieg. Ich habe das Gefühl, ich habe in den letzten Wochen einen guten Rhythmus gefunden, sagte Dirk Nowitzki, der seiner Mannschaft ein ähnliches Schicksal ersparen will wie im vergangenen Jahr, als Dallas gegen die schwächer eingeschätzten Golden State Warriors in der ersten Runde ausschieden.
Um derlei Ungemach zu vermeiden, müssen die Mavericks allerdings von den maximal noch vier Begegnungen der Serie gegen die Hornets mindestens drei gewinnen. New Orleans braucht hingegen nur noch zwei Siege, um sich für die nächste Play-off-Runde der Western Conference zu qualifizieren. Die nächste Partie findet an diesem Sonntag in Dallas statt.
Die meisten Spieler in der Liga nehmen Marihuana
Das Spiel vom Freitag eröffnete den Mavericks nicht nur neue Chancen. Es wischte für kurze Zeit die unangenehme Nachricht des Tages weg: Stammspieler Josh Howard hatte kurz vor dem Spiel in einem Radiointerview freimütig zugegeben, zu jenen NBA-Profis zu gehören, die Marihuana rauchen. Der Konsum von Cannabis wird in den meisten Staaten Amerikas juristisch keineswegs als Lappalie eingestuft. Der Stoff gehört außerdem zu jenen verbotenen Substanzen, deren Einnahme von der Liga bestraft wird. Howards Aussage beschränkte sich nicht auf das Geständnis, wonach er im Sommer regelmäßig Joints raucht. Die entscheidende Aussage lautete: Die meisten Spieler in der Liga nehmen Marihuana.
Diese Vermutung wurde hinter vorgehaltener Hand schon häufiger geäußert. Doch da NBA-Profis während der Saison viermal auf Dopingsubstanzen und den Konsum verbotener Drogen getestet werden, erweckt das offizielle Bild einen anderen Eindruck. Die Quote der Spieler, die dabei unangenehm auffallen, ist denkbar gering. Der 27-jährige All-Star-Spieler, seit 2003 in der Liga, wurde noch nie erwischt. Mavericks-Eigentümer Mark Cuban erklärte den Fall vorläufig für beendet: Wir werde das mit Josh regeln. Wir werden das nicht in der Öffentlichkeit tun, sondern intern. Das ist alles zu dem Thema.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: REUTERS
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