02. September 2009 Wer seine Gesundheit im amerikanischen Bundesstaat Alabama selbst ruiniert, wird zur Kasse gebeten. Wer raucht oder zu dick ist und nicht nachweisen kann, dass er ernsthaft - das heißt unter ärztlicher Aufsicht - etwas gegen seine Schwächen unternimmt, zahlt mehr für die Krankenversicherung. Eine umstrittene Regelung, mit der man die ausufernden Gesundheitskosten in den Griff bekommen will. Genauso umstritten wie in Frankreich das Vorhaben, Versicherer und Pharmafirmen stärker zu besteuern, oder in Kanada, das Krankenversicherungssystem mehr oder weniger vollständig zu privatisieren. Überall in den wohlhabenden Staaten sucht man nach Wegen, die Schattenseiten der älter werdenden, insgesamt aber keineswegs gesünderen Bevölkerung zu neutralisieren. Da wird gekürzt, belastet und belohnt, was die jeweiligen Systeme hergeben. Überall Reformen. Wie diese aussehen und wo angesetzt wird, haben die drei Herausgeber der Buchreihe "Gesundheitspolitik in Industrieländern" mit der Zuarbeit ausländischer Mitarbeiter in ihrem Netzwerk Gesundheitspolitik recherchiert. Das Buch liefert eine wertvolle Übersicht und bietet Vergleiche mit anderen Ländern. Zugleich kann es die sich verschärfende Debatte um die Gesundheitskosten durchaus bereichern.
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Sophia Schlette, Kerstin Blum und Reinhard Busse: "Gesundheitspolitik in Industrieländern 12", Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2009, 176 Seiten, 20 Euro
Buchtitel: Gesundheitspolitik in Industrieländern 12
Buchautor: Schlette, Sophia
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2009, Nr. 203 / Seite N2