Neun Jahre nach dem Milosevic-Sturz hat der serbische Präsident Tadic dem schwedischen Ministerpräsidenten und amtierenden EU-Ratsvorsitzenden Reinfeldt den Antrag auf Aufnahme in die EU übergeben. Der Status des Kosovos und die Belgrader Zusammenarbeit mit dem Haager UN-Tribunal bleiben vorerst strittig.
Die EU will nach dem Misserfolg der jüngsten Weltklimakonferenz neue Wege im Kampf gegen die Erderwärmung beschreiten. Nach der Katastrophe von Kopenhagen sei Europa gefordert, beim Klimaschutz voranzuschreiten, hieß es im Kreis der EU-Umweltminister. Kritisch wird die Rolle Chinas gesehen. Von Michael Stabenow, Brüssel
Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden den Lohn ihrer gut 30.000 Staatsdiener nur um die Hälfte der geplanten 3,7 Prozent erhöhen. Die Beamten protestieren - der Streit könnte nun vor dem Europäischen Gerichtshof landen. Von Hendrik Kafsack, Brüssel
Das britische Unterhaus kann sich nicht aus dem Spesenskandal befreien, der den Ruf des Parlaments seit dem vergangenen Frühjahr überschattet: 80 von 200 Abgeordneten haben sich geweigert, Teilsummen von beanstandeten Spesenvergütungen zurückzuzahlen. Von Johannes Leithäuser, London
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist am Ende einer Parteiveranstaltung in Mailand von einem Mann ins Gesicht geschlagen worden. Der stark blutende Ministerpräsident wurde sofort in ein Auto gebracht und in ein Hospital gefahren.
EU-Kommissionspräsident Barroso hat es mit seinem Personaltableau wieder einmal (fast) allen recht gemacht. Die Regierungen haben ihm so viele blasse Kandidaten geschickt, dass sein Stern nun etwas heller leuchtet. Doch Konturen seiner Wirtschaftspolitik sind kaum erkennbar. Von Werner Mussler
Der Franzose Michel Barnier wird in der EU-Kommission das wichtige Ressort Binnenmarkt übernehmen. Damit ist der Konservative auch für Reizthemen wie die Bankenaufsicht und die Begrenzung der Manager-Boni zuständig. Durch Teile der britischen Presse geistert schon das Horrorgemälde eines verbissenen Regulierers. Von Michael Stabenow
Die Befragung der neuen EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton begann als innerbritisches Geplänkel. Auf inhaltliche Fragen beschied sie dem Europäischen Parlament, sie sei ja erst seit zwei Tagen im Amt und alles noch brandneu. Von Nikolas Busse, Brüssel
Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker wird weiter die Gruppe der Euro-Finanzminister führen. Das Votum sei für den Januar geplant, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Es bestehe kein Zweifel, dass Juncker als Präsident der Eurogruppe gewählt werden wird.
Spezial Heute tritt der Vertrag von Lissabon in Kraft. Der Weg der Europäischen Union bis zu diesem Verfassungsvertrag war eine Leidensgeschichte. Der mit ihr verknüpfte Lernprozess ist noch nicht abgeschlossen. Europa ist an die Grenzen seiner politischen Organisationsfähigkeit gestoßen. Von Günther Nonnenmacher
Die EU hat das umstrittene Abkommen mit den Vereinigten Staaten zum Austausch von Bankdaten gebilligt. Das Abkommen schafft - zumindest vorübergehend - eine Rechtsgrundlage dafür, dass amerikanische Terrorfahnder auch künftig auf Daten des Bankdienstleisters Swift zugreifen können. Von Nikolas Busse und Sven Astheimer
Die EU hat an die größten Produzenten von Treibhausgasen, Amerika und China appelliert, noch mehr für den Klimaschutz zu tun. Mit den bisherigen Zusagen werde es nicht möglich sein, die Erderwärmung wie angestrebt auf zwei Grad zu begrenzen, sagte EU-Ratspräsident Reinfeldt in Nanking.
Die Europäische Kommission bleibt im Lissabon-Vertrag, was sie ist, seit es die europäische Einigung gibt: eine Art Regierung der EU, die über die Einhaltung des Vertrags wacht und die Gesetze vorschlägt.
Das Europäische Parlament wird oft als großer Gewinner der Vertragsreform bezeichnet. Grundsätzlich wird es fortan auf allen Feldern der Gesetzgebung mit den im Rat vertretenen EU-Regierungen gleichberechtigt sein.