
Ich bin zwar kein politischer Freund Herrn Verheugens, bin aber der Meinung, die aktuellen Vorwürfe zeigen abwegige Denkstrukturen bei seinen Kritikern.
Baden ohne Badebekleidung finde ich völlig normal und moralisch sogar weniger schlimm als mit Bekleidung, die manchmal sehr knapp ausfällt. Jeder, egal ob Normalbürger, EU-Kommissar oder König, sollte das machen dürfen. Wie sieht ein nackter Mensch aus? Weiß doch jeder.
Händchenhalten mit der Kabinettschefin? Wenn zwei einander sympathisch finden, läuft auch die Arbeit besser - das ist bekannt. Ein jeder Chef holt sich Mitarbeiter in sein engeres Umfeld, bei dem die Nase paßt oder die "Chemie" stimmt, sofern er das beeinflussen kann. Daß sich weitergehende Beziehungen entwickeln, was soll daran verwerflich sein? Hätte er sich eine Schreckschraube holen sollen, nur damit die Gefahr eines "undienstlichen" Verhältnisses ausgeschlossen ist? So manche Männerfreundschaften haben sich in der Vergangenheit als gefährlicher für politisches Handeln erwiesen als intime Beziehungen. Skandale werden aber nur aus letzteren gemacht; ein Indiz für das Vorhandensein zu vieler verklemmter Geister. Beweise für eine sexuelle Beziehung sind diese Beobachtungen und Bilder ohnehin nicht.

Warum wird nicht der deutsche Name Memel verwendet?
Können wir uns demnächst auf Beograd, Bucuresti, Kobenhavn, Firenze, Lisboa, Milano, Nice, Praha, Warszawa etc. gefaßt machen?

Bildzeitung und Focus im selben Team, da muss etwas foul sein. Die allmächtige Brüsseler Bürokratie schlägt unter die Gürtellinie zurück. Man mag ja von Verheugen denken, was man will, nur hat er in der Sache Recht. Die selbstherrliche Hydra in Brüssel benutzt eine seltsam willig und oberflächlich gewordene Presse, der wohl inzwischen jedes Mittel recht ist, die Auflage vor dem Absturz zu bewahren, um ihn zu neutralisieren, da sie seiner Kritik nichts Substantielles entgegenzusetzen hat.
Das Vertraute, ob Partner, Verwandte oder enge Freunde, in Schlüsselpositionen gehievt werden und mit Gefälligkeiten für ihre Loyalität belohnt werden, ist nun wirklich nichts neues, sondern seit ewigen Zeiten gängige Praxis. Neu ist, das diese Praxis immer öfter publik gemacht wird. Die Jagd nach reisserischen Schlagzeilen, die mehr an das Bauchgefühl und den Neid als an den Verstand gerichtet sind, hat seit einiger Zeit die selbst ansonsten seriöse Presse erfasst. So war es ein Kinderspiel für die Bürokraten, sie für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Verheugens Fehler war wohl, dass er keine Lust mehr hatte, der Heuchelei und dessen Spielregeln zu folgen, ohne in Deckung zu gehen. Aber vielleicht ist es ihm egal.

Die Sowjetunion ist an ihrer zentralistischen Diktatur gescheitert und Europa befindet sich auf einem guten Weg, früher oder später dem gleichen Schicksal zu verfallen, wie so viele Staaten und Weltmächte im Verlauf der Menschheitsgeschichte.
Die Gründe dürften auf der Hand liegen; denn Politiker, die von ihren Parteien in machtpolitische Zentren Europas gesandt wurden sind keine Heiligen, sondern im Umgang mit der Macht geschulte, fehlbare Menschen, die den vielfältigen Verlockungen hinsichtlich persönlicher Vorteilsnamen jedweder Art zumeist längst erlegen sind.
Wer also glauben mag, es ließe sich alles nach den hoch gepriesenen Werten einer Demokratie regeln, befindet sich auf dem Holzweg; denn das ganze demokratische Gefasel ist nur Augenwischerei. Letztendlich wird alles nach den Naturgesetzen der Macht geregelt, getreu der Devise "Der Starke frist den Schwachen"!
Fast tagtäglich belegen Beispiele anschaulich diese Feststellung. Das käufliche Recht im Mannesmann-Prozess, das korrupte Verhalten von Managern- (Hartz) u. hochrangige Gewerkschaftsfunktionäre (Zwickel, Volkert) sind treffende gegenwartige Beispiele. Die am lautesten von sozialer Gerechtigkeit reden (?) sind bekanntlich die schlimmsten!
Jürgen Weller

Bürgerliche Anstandsregeln bzw. Lebensregeln, darum geht es. Die EU-Kommissare der Volksparteinen repräsentieren mich als bürgerlichen Wähler. Andere Gesellschaftsgruppen können auch Steinewerfer zum Außenminister wählen.
Für mich gehören Glaubwürdigkeit im Auftreten und im Handeln zu den Grundvoraussetzungen meiner wählbaren Repräsentanten. Gewisse vorbildliche Haltung erwarte ich ganz einfach. Keine Mönchskutte, keine Askese, meinetwegen auch FKK-Urlaub oder homosexuelle Neigungen.
Ein FKK-Urlaub mit einer beförderten engen Mitarbeiterin
erscheint mir jedoch einfach so absurd, dass ich es nicht fassen kann.
Als kleiner Unternehmer, Lehrer etc. müssen sie Vorbild sein, sonst verscherzen sie sich ruck-zuck ihre Glaubwürdigkeit mit allen negativen Folgen. Vetternwirtschaft, Realitätsverlust und
gestörter Hormonhaushalt sind zusammen nicht zu wählen.

Wenn ich mir die FAZ - und auch die bis dato hervorragende Sonntagsausgabe - gekauft habe, dann, weil sie mir die Gewähr für Seriosität und journalistischen Ethos zu bieten schien.
Zur Sache: Herr Barroso hat hinreichend Stellung bezogen - es ist nichts hinzuzufügen.
Zur Bewertung: Schade, dass nun eine der letzten Säulen eines anständigen konservativen Journalismus ins Wanken gerät!
MfG Dr Axel Neumann

@ Sankt Michael
Meine volle Zustimmung. Herr Barroso soll endlich das Machtwort sprechen - aber anscheinend weiss der Portuguiese leider nicht was "ein Machtwort" ist.
Ab Januar 2007 muss Deutschland endlich in der EU für ORDNUNG sorgen. M.m.n.
F. Huber

Meine volle Zustimmung. Vergreugenhaft!
F. Huber (Frau)

Peinlich, sich so an dieser Form des Gossenjournalismus zu beteilegen. Das absolut überflüssige Kommentieren von Privatangelegenheiten sollte die Faz nun wirklich Boulevardblättern überlassen, deren wir in Deutschland ohnehin genug haben. Da hilft es auch nicht, sich hinter der Fassade eines sachlichen Artikels zu verbergen. Potemkinsche Artikel sind dem Informationsdurst Ihrer Leser so behilflich, wie bunt bemalte Fassaden der Krimbevökerung!

Die Brüsseler Beamtenbürokratie hat natürlich und allein um ihrer Rachegelüste willen Verheugens FKK-Aufenthalt der Öffentlichkeit päsentiert.
Das und die Vorgeschichte zeigen aber nur,welche undurchsichtigen,mafiösen Verhältnisse in der europäischen Machtzentrale vorherrschen .
Auf diese hat kein Bürger in Europa mehr "Zugriff" .
Wer bestimmt eigentlich diese Kommissare,die in Europa auf ihrer Ebene wie Alleinherrscher regieren,ähnlich zu Vorstandsvorsitzenden großer Konzerne?
Wem sind sie verantwortlich ,wer kritisiert sie,entläßt sie oder läßt sie bei richtigen Vergehen über die Klinge springen?
Und wer kontrolliert die europäische Beamtenschaft und weist diese in ihre Schranken?
Die Bevölkerung Europas müßte diese "Person" sein.
Sie ist -nach dem aus der amerikanischen und französischen Revolution entwickelten Demokratieverständnis- der einzige Souverän.
In Wirklichkeit herrschen Kommissare und Beamte in Europa allein und ohne Aufsicht.
Das ist viel schlimmer als Verheugen als Nackedei.

Leider unterscheiden viele Kommentatoren auf dieser Seite nicht ausreichend die verschiedenen Dimensionen der Kontroverse. Daher haben die meisten durchaus recht mit ihrer Argumentation, nur die Fronten stimmen nicht.
Grundsätzlich kann es hierzulande niemandem verboten werden, im Urlaub an einem FKK-Strand zu baden. Selbst EU-Kommissare, Minister, Prügelprinzen oder Popstars haben volles Recht auf ihre Privatsphäre. Dass die Boulevardpresse trotzdem nach entsprechenden Fotos giert, ist zwar nicht moralisch korrekt, aber leider normal.
Die andere Seite betrifft allerdings nicht die private, sondern die öffentliche politische Ebene, auf der sich Verheugen und Erler bewegen. Auf dieser Ebene gibt es auch Regeln für angemessenes Verhalten, um die Würde des Amtes zu wahren - wer also Kommissar ist, sollte sich, wenn er den zum Amt gehörenden Kodex nicht einhalten kann, einen anderen Beruf suchen.
Die Vorwürfe gegen Verheugen betreffen also nicht seinen Urlaub (es gab sie auch schon vorher), sondern die mögliche Beförderung einer Geliebten aus unprofessionellen Gründen; es geht also um eine unzulässige Vermischung von Beruf und Privatsphäre. Die berechtigte EU-Kritik Verheugens gerät durch seine eigene Schuld in Vergessenheit.

Ich glaube, sehr geehrte Frau von Weiß, dass die ästhetische Frage über Herrn Verheugens körperlichen Zustand etwas reichlich banal ist. Ob er nun nackt auf einem FKK-Strand abgelichtet wurde oder ihm die Beziehung zu einer Frau vorgeworfen wird - entscheidend ist doch, dass er sich in der EU-Bürokratie viele, viele Feinde gemacht hat, ganz einfach, indem er die Sinnhaftigkeit dieses Riesenapparates in Frage stellte. Und diese ihm missliebigen Personen ziehen jetzt eine Schmutzkampagne gegen ihn auf. Da ist jedes Mittel recht. Egal wie banal, Hauptsache tendenziös. Und wenn es nicht gleich funktioniert, lässt man es eben köcheln. Übermorgen wird vielleicht das Gerücht gestreut, er hätte mal einen Portugiesen schief angeschaut, daher sei er eigentlich antieuropäisch und deshalb als Kommissar unhaltbar. Dann findet man zufällig noch den Mitschnitt eines Telefonats, und irgendwann ist er fällig. Und Sie, Frau von Weiß, lassen sich genau zu diesen Zwecken instrumentalisieren. Denn seien Sie doch mal ehrlich: Ist es wirklich Empörung wert, dass sich ein Mensch auf irgendeinem Provinz-FKK-Strand nackt zeigt? Wohlgemerkt: FKK-Strand! Nicht in einer Fußgängerzone! Ebenso könnte man Herrn Verheugen auch die falsche Anzugfarbe vorwerfen...

Mann und Frau haben natürlich alle Rechte miteinander zu tun und zu lassen was sie wollen. Das sollte niemand stören.
Doch ist es in politischen Institutionen, ja sogar oft auch in der freien Wirtschaft guter Brauch, daß man Eheleute oder liierte Personen nicht in der gleichen Abteilung oder Arbeitseinheit beschäftigt.
Dies war auch lange Jahre guter Brauch bei der EU. Deshalb verstehe ich nicht die Indifferenz des Kommissionspräsidenten Barroso zu diesem Vorfall.
Michael Ruoff
Eberhardstraße 32
Bietigheim-Bissingen

Das Herr Verheugen gern nackt badet ist in der Tat seine Privatsache. Auch die Tatsache, daß er dabei gerne Damenbegleitung hat. Im Gegenteil, es macht ihn menschlich, da es ihn von dem Bürokratenmief befreit. Verheugen als deutscher Manneken Pis, warum nicht? Das einzige, was nachdenklich macht, ist die Möglichkeit einer möglichen vorteilsbestimmten Beziehung zu wem auch immer. Was die Öffentlichkeit aka Presse auf die Fährte lockt ist sicherlich auch seine undiplomatische Verhaltensweise, eine Untugend, die jedoch Machtmenschen meist zu eigen ist. Verheugen beim Nacktbaden zu zweit, das ist nur menschlich und macht ihn "symbadisch".

Man mag zur Auftrichtigkeit und Ehrlichkeit von Herrn Verheugen stehen wie man will. Schwerer wiegt eigentlich sein Opportunismus, sein absolutistischer Machtanspruch und seine Arroganz, die ein weiteres Belassen in seiner Position auschliessen.
Es gilt immer noch: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" So sei es!

Es ist doch schon bemerkenswert: kaum spricht Herr Verheugen Missstände der Brüsseler Bürokratie an und kritisiert selbstherrliche EU-Beamte, da werden angeblich brisante Informationen über ihn an die Presse lanciert. Vor wenigen Wochen wurden Informationen über sein angeblich skandalöses Personalmanagement der Presse zugespielt, nun sind es Strandfotos in Litauen.
Ein Schelm, wer darin einen Zusammenhang sieht.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, einige Kräfte in der EU würden versuchen, einen unbequemen Kritiker in den eigenen Reihen mit Hilfe der Presse zu diskreditieren.
Der Leser möge dieses bedenken, wenn in wenigen Wochen weitere angebliche Skandale von Herrn Verheugen aufgedeckt werden, was ohne Zweifel geschehen wird.

Selbstverständlich kann jeder Neckermann-Pauschalero
in Litauen oder sonstwo mit wem auch immer nacktbadend
und händchenhaltend Urlaub machen. Auch sind Capricen
älterer Herren ein dankbarer Komödienstoff, bei dem es
einiges zum Lachen gibt. Nun ist aber die EU-Kommission
kein Komödienstadel. Man muss nicht krampfhaft das
Persönlichkeitsrecht bemühen und Pressekritik betreiben,
um sich als Parteigenosse vor oder sicherheitshalber hinter
Verheugen zu stellen.
Der Mann hat ein wichtiges Amt. Und seine Begleiterin auch.
Und das erfordert Stil im Auftreten. Den haben diese Urlauber offensichtlich nicht bewiesen.
Die EU- Kommission sollte wohl eher einem
Club der Herren gleichen als einem Herrenclub auf Ausflug.
Dezenz muss durchaus keinen lustlosen Urlaub bedeuten.
Aber was bedeutet es für die Arbeit und den Einfluss eines
EU-Kommissars, wenn man in seiner Behörde über ihn
lacht? Und gleichzeitig seit längerem keine herausragenden
Leistungen in seinem Arbeitsgebiet bekannt geworden sind,
die das weit verbreitete Lächeln vielleicht konterkarieren
könnten? Anything goes? Eben nicht.

Beamte haben schon in Deutschland weitaus mehr Macht, als dem Land gut tut. Wer schreibt denn die ganzen realitätsfernen Gesetze? Die Beamten. Denn das sichert ihre Existenzberechtigung.
Hier in Deutschland wird viel über Bürokratieabbau gesprochen. In Brüssel wäre das mindestens ebenso notwendig. Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, was diese "EU-Staatsdiener" an Pensionen einstreichen, wird einem arbeitenden, Steuerzahler schnell die Lust an der EU genommen.
Es würde sicher - außer den Beamten - niemanden unangenehm auffallen, wenn ab morgen die Hälfte der Beamten nicht mehr zur Arbeit gehen würde. 22.000 Beamte allein in Brüssel, sind sicher 10.000 zu viel. Und wenn jemand den Damen und Herren Pensionsanspiranten gelegentlich die Stirn bietet, werden flugs ein paar "kompromitierende" Fotos von FKK-Urlaub an die Medien weiter gegeben. Was für ein Schmierentheater!
Nur eine Frage sei erlaubt: Wer hat da eigentlich gegen das Recht auf freie Entwicklung der Persönlichkeit oder gegen das Recht am eigenen Bild verstoßen? Herr Verheugen oder ein paar Macht besessene Paragraphenreiter?

Wenn EU-Bürokraten keine anderen Argumente gegen den ihnen unbequemen Günter Verheugen vorbringen können, als seine höchst privaten Angelegenheiten nach Art der Boulevardpresse mit Häme und geheuchelter moralischer Entrüstung öffentlich zu machen, muss uns Bürgern angesichts dieser Manifestation subalterner Gesinnung und Inkompetenz Angst und Bange werden, denn schließlich hängt unser aller Wohl und Wehe nicht zuletzt davon ab, dass die Verwaltungsaufgaben der EU in den Händen qualifizierter und persönkich integerer Beamter liegt. Die derzeitige schäbige Provinzposse um den Industriekommissar lässt da Zweifel aufkommen....

Ja, so ist es mal im Leben, Herr Verheugen. Man will sich um alles in der Welt in der Öffentlichkeit positiv und wie ein König präsentieren, verhält sich überheblich, ja arrogant und wundert sich dann, wenn man in einem ungünstigen Licht zur Schau stellt wird. Verheugens Attacken gegen den Brüsseler Beamtenapparat hätten eben ein wenig differenzierter ausfallen sollen/müssen. Es ist eben nicht alles schlecht, was die ihm Untergebenen verrichten! Was will denn der Herr Kommissar ohne Beamte erreichen?! Der ist nämlich auf deren Sachverstand und die tägliche Unterstützung angewiesen. Und nun auch noch diese "nudistische" Vetternwirtschaft! Herr Verheugen, hören Sie endlich auf, mit zweierlei Maß zu messen und treten Sie zurück! Man kann diese Selbstbeweihräucherung und das gezeigte Selbstmitleid nicht mehr sehen und hören.

Ich habe diesen Parteifunktionär immer schon für eine eher peinliche Person gehalten. Der Wechsel von der FDP zur SPD (!) dürfte überwiegend aus purem Opportunismus erfolgt sein. Dieser Mann gehört ohnehin nicht in die öffentliche Politik und schon garnicht als Kommissar nach Brüssel. Daß eine solche Figur Deutschland repräsentieren soll, ist fast schon eine Beleidigung für jeden ordentlich arbeitenden Bundesbürger. Der Herr ist grenzenlos - offenbar in jeglicher Hinsicht. Dabei spielen seine persönlichen Verhältnisse keine Rolle. Bedauerlich ist nur, daß derartige personelle Fehltritte seine Bezüge nicht beeinflussen. Als ungeliebtes Kind der SPD ohne substantielle Qualifikation nach Brüssel abgeschoben und dorthin entsorgt - einfach eine falsche Personalpolitik! Der Bürger wird auch in diesem Fall für die falsche Parteipolitik zahlen müssen.

Über die Leistungen des Herrn Verheugen als EU-Kommissar braucht man kein Wort zu verlieren. Denn wo nichts ist muß man auch nicht diskutieren. In den USA gibt es für das Verhalten des Herrn Kommissars einen einfachen Begriff: Never shit where you eat. Aber jemand, der nur seinem persönlichen, poltischen Wohlergehen verpflichtet scheint, hat mit solchen Feinheiten nichts zu tun. Vielleicht erinnert sich noch der eine odere andere an Herrn Verheugens Parteiwechsel von der FDP (er war immerhin dort Generalsekretär) zur SPD. Es hat schon damals etwas über die Persönlichkeit Verheugen gezeigt.
Rolf-Dirk Maehler

Ich fände es traurig, wenn Fotos vom Nacktbadestrand zum Sturz eines Politikers führen könnten. Nackbaden als Skandal: Sind wir so prüde?

Man möchte Rudolf Scharping geradezu als Sonntagsschüler einstufen, der den Fehler gemacht hat, die Boulevard-Presse an seinem harmlosen Badevergnügen mit seiner - wie er - angemessen bekleideten Gräfin teilhaben zu lassen.
Wenn man die vorliegenden Berichte liest und sie stimmen sollten, fragt man sich unwillkürlich, welches Berufs-Ethos EU-Kommissare und ihre engsten Mitarbeiter(innen) eigentlich haben. Natürlich können zwei erwachsene Menschen in der dort "üblichen Bekleidung" über einen FKK-Strand laufen. Jeder, der ein Stückchen Ehrgefühl im Leib hat, würde das allerdings nicht tun, wenn er zu den obersten EU-Repräsentanten gehört und zudem mit der Dame, die er über den FKK-Strand begleitet, nicht verheiratet ist, sondern sie statt dessen vor kurzem dienstlich befördert hat.
Wichtiger als diese peinliche Einzel-Episode scheinen mir zwei Fragen zu sein - immer vorausgesetzt die FKK-Meldung stimmt:
Sind EU-Kommissare mittlerweile so abgehoben, dass sie meinen, machen zu können, was sie wollen, ohne die Kontrolle durch die Medien und das Volk befürchten zu müssen?
Welche - dann offenbar niveaulosen - Anforderungsprofile bestehen eigentlich, wenn jemand EU-Kommissar werden kann, dem solche FKK-Episoden unterlaufen.