Lech Kaczynski: Auftritt nach Hollywood-Manier

FAZ.NET-Spezial

Das polnische Menetekel

Spezial Die Kanzlerin ging an die Grenzen ihrer diplomatischen Möglichkeiten. Den Zwillingen konnte sie zwar die Wurzel ziehen, den Zahn aber nicht. Der Brüsseler Gipfel hat endgültig die Behauptung widerlegt, man könne die EU im selben Maße erweitern und vertiefen. Ein Kommentar von Berthold Kohler.

Lesermeinungen zum Beitrag

27. Juni 2007 15:51

Das polnische Menetekel

Volkmar Grombein (Solitaire)

Es ist zunächst so wie der Kommentator der FAZ schreibt.
Hinzu kommt, dass die Bürger in Deutschland dieses Affentheater so schnell nicht vergessen werden, dass man ihnen ständig via Politik aufzwingt. Machtversessenen und psychisch Kranken wird man nur medizinisch helfen können.
Aber es werden noch eine Reihe von Entscheidungen vor uns liegen, die die polnische Regierung mit Vetodrohungen - sprich Erpressungen- zu beeinflussen versuchen werden. Aber ich glaube, andere Politiker sind gewarnt. Die Kommentare der EU-Politiker waren auch mehr oder weniger unverholen höchst kritisch. Selbstverständlich wird man in Warschau immer wieder, und besonders wenn es etwas zu holen gilt, die Nazi-Karte spielen. Die sauberen Berater der beiden verteidigen das natürlich noch in den Medien. Dann wird es geradezu obszön, wenn sich einer dieser Herren verlauten lässt, dass sich Deutschland "zu wichtig nähme". Anstand, Diplomatie, Solidarität? Nein Danke.
Immerhin, lt den Medien zahlt Deutschland nach Brüssel jährlich ca. 60 Mrd. €. Und Warschau bekommt von Brüssel etwa den gleichen Betrag.
Wenn die Herrschaften streng katholisch ausgerichtet sind, kenne ich eine Forderung der Bibel: Demut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Juni 2007 16:49

EU-Botschaften und Botschafter weltweit

Fionn Huber (fionn)

Gemäss dem "Sunday Times" 22. Juni, in einem langen Artikel auf S. 4 & 5 ("The Juggernaut rolls on and on") hat "Brüssel" noch mehr politische Ziele vor, nämlich eine gemeinsame EU-Aussenpolitik, eine gemeinsame Verteidigungspolitik, und EU-Botschaften und Botschafter überall in der Welt sind geplant. Ueber diese Details schwieg Blair anscheinend.

Viele Briten sind gegen solch einen "Super-State" und förden schon jetzt ein Referendum über den sog. "Fahrplan" vom 25. Juni in Brüssel.

F. Huber

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Juni 2007 15:15

Wirtschaftswunder.....wurde hart erarbeitet...

wolf haupricht (emilgilels)

..und zwar in wesentlichen Teilen auch von Frauen (Trümmerfrauen)...........!
Herr Teichmann hat im Grunde recht.
Wenn Herr Martischweski den Eigenanteil der Bevölkerung nach der Stunde NULL verneint, irrt er kräftig.
Währungsreform und ein pfiffiger L. Erhard haben dazu die Weichen gestellt.
Das war das Glück gegenüber der SBZ und den östlichen Ländern.
Dass Polen im kommunistischen Machtbereich nicht unterstützt werden konnte, ist auch Geschichte.
Deswegen hat ja gerade DE die schnellstmögliche Aufnahme Polens in die EU gefördert.
Ohne Wenn und Aber.
Die Brüder K. waren erstaunlicherweise zu Beginn Europa gegenüber nicht aufgeschlossen. Wahrscheinlich sind sie es auch heute noch nicht.
Aber der Ton ist es, der die Musik macht. Und der war und ist noch daneben.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Juni 2007 15:03

2 Geschwindigkeiten

Uli Hausmann (tlmk)

@ Berthold Kohler ("Der Gipfel von Brüssel hat endgültig die Behauptung widerlegt, man könne die EU im selben Maße erweitern und vertiefen. Es wird in Zukunft nur noch in kleinen Schritten vorangehen. ")

Ich denke schon es gibt eine weitere Alternative, Jean Claude Juncker hat es schon ganz offen ausgesprochen: Die Euro-Länder in der EU (und die Unterzeichner von Schengen evtl auch) werden auf die Dauer nicht zulassen, dass Länder über ihre Wirtschafts-, Rechts- und Innenpolitik (mit)bestimmen ohne aber die Konsequenzen davon zu tragen (zumindest nicht im selben Umfang).

Was man vor der Aufnahme der osteuropäischen Länder versäumt hat (nämlich die Vertiefung der Gemeinschaft) wird man nun auf etwas mühsamerem Wege nachholen. Eben als Europa der zwei Geschwindigkeiten.

Tut man das nicht, dann sehe ich allerdings schwarz für die EU. Denn ohne eine übergeordnete Idee wird auch eine Wirtschaftsgemeinschaft auf Dauer nichtz funktionieren (siehe das Ende der Efta).

Mfg

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Juni 2007 14:11

Verantwortlich sind nicht die 'bösen' EU-Querulanten ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... sondern die EU-Missionare aus Berlin (Bonn) und Brüssel, die - koste es , was es wolle - die 'Erweiterung' und 'Vertiefung' der EU vorantreiben und alle irgendwie erreichbaren Länder beglücken möchten - Gefangene ihrer eigenen Ideologie. Da bietet es sich für weniger gläubige Mitglieder und Kandidaten geradezu an, so hoch zu pokern, wie es eben geht. Ein erklecklicher Gewinn springt allemal dabei heraus. Glaubt man den Schlagzeilen der heutigen Boulevardpresse, wird Angela Merkel jetzt zum Dank für ihr Entgegenkommen und ihre Wohltaten in polnischen Medien auch noch verhöhnt. Dazu fällt mir nur ein: selber schuld !

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Juni 2007 10:27

POLEN/USA

Mathias v. Hofen (Kiebitz)

Angesichts des polnischen Auftretens in Brüssels, muß die Frage erlaubt ,ob Polen wirklich so isoliert ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Innerhalb der EU zeigt nur Großbritannien wirklich Sympathie für Polen. Wer jedoch das enge amerikanisch-polnische Verhältnis kennt (zeigt sich auch daran wie koordiniert die Russlandpolitik Polens und der USA ist), muß sich fragen, ob Polen hier nicht vor allem amerikanische Interessen vertreten hat. Die USA wollen kein starkes Europa, das sich von den USA emanzipieren könnte. Deshalb wird Washington immer versuchen, über die UBoote Polen und GB eine starke und handlungsfähige Union zu torpedieren

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 18:49

Irrglaube

Helmut Teichmann (teichh1)

Eine erfolgreiche EU-Politik wird es nur geben, wenn man all den Bedürftigen Europas viel Bakschisch gibt. Denn im Vergleich zu Polen haben wir es ja immer noch.
Jedoch Dank dafür - und das wird Frau Merkel wissen - gibt und gab es nie.
Vielleicht sollten unsere "Diplomaten" mal einen Schnellkurs über Diplomatie in Frankreich oder Polen belegen. Die polnische Seite hat erfolgreich ihre Interessen vertreten. Und Deutschland??
Als wir nach dem 2. Weltkrieg, trotz Zerschlagung und Teilung, ein Wirtschaftswunder erlebten und heute immer noch Exportweltmeister sind, hatten und haben wir das nicht der Anteilnahme unserer Nachbarn zu verdanken. Dafür wurde hart gearbeitet und gewirtschaftet. Das allein zählt.
Die Parteien brauchen die EU als Verschiebebahnhof für ihre undiplomatischen Politiker. Eine Fehlbesetzung!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 15:09

Der östlicher Boomerang

Konstantinos Karachalios (Konstantinos)

Die Art wie Polen in der EU "verhandelt", offenbart wie es sich selbst sieht in Bezug auf die EU. Dabei steht Polen nicht alleine. Als Ramsfeld zwischen "altem" vom "neuem" Europa unterschied, hat er durchaus eine Realität beschrieben, welche viele Deutsche Politiker und strategische Analysten, vermutlich aus Ideologieverblendung, zu ignorieren vorzogen.
Es wird leider immer deutlicher, wie unrealistisch und gegen den Strom der Geschichte die implizite Strategie Deutschlands zur Osterweiterung der EU war. Statt der Ausdehnung der pro-Europäischen Einflusssphäre gen Osten, auch mittels grosszügiger EU-Zuschüsse, holte man sich nämlich treue Verbündete der Angelsächsischen Achse rein. Da für diese Länder die Sonderbeziehung mit Washington die absolute Priorität darstellt, und nicht nur Russland, sondern auch Deutschland misstraut wird, wirkt das Vereinigte Königreich nicht mehr wie die Fliege in der Milch, sondern wie ein eher moderater Verhandlungspartner.
Was zum verzweifeln ist: obwohl die Dinge so offen liegen, macht man es sich schwer die Lektionen daraus zu ziehen. Lediglich Sarkozy (vor der Wahl) hat es gewagt, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei in eine halbwegs realistische strategische Perspektive zu setzen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 14:17

Wenn Vorkriegsverhältnisse, dann auch konsequent

Jürgen Stupperich (Gerdjuergen)

Achtung, Ironie!

Wenn die polnischen Spätkartoffeln die Bevölkerungszahlen der Vorkriegszeit zu Grunde legen und heftigst extrapolieren (<- was ein Wort in diesem Zusammenhang!), sollte man konsequent sind und die Subventionen in Vorkriegswährung (Reichsmark) zahlen.

Übrigens wurde Karl der Große in Aachen gekrönt, war mithin deutscher Kaiser. Wenn man sich nun ansieht, wie groß sein Reich war, wie viele Menschen da heute leben, ...


Im Ernst: Entweder man akzeptiert die Spielregeln der Gemeinschaft oder man verzichtet auf Agrarsubventionen und beschäfitgt sich allein mit seinen Kartoffeln.


Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 13:52

Ist die EU feindliches Ausland geworden....?

wolf haupricht (emilgilels)

Wenn ich die Ereignisse der letzten Woche Revue passieren lasse, gewinne ich den Eindruck, dass eine Reise zu einem Treffen mit ausländischen Teilnehmern mittlerweile einer Expedition in ein Land mit z.T. feindlich gesinnten Gästen gleichkommt. Damals war es angebracht, reichlich Gastgeschenke mitzuführen, um Ungemach aus dem Weg zu gehen.
Um eben Ungemach zu vermeiden, wird dieser Brauch weiter gepflogen. Je höher der Einsatz (sprich Zielsetzung), um so höher die Geschenke (meistens in bar), die erwartet werden.
Das findet sogar in der Öffentlichkeit statt, so das die ganze Welt das Taktieren und Feilschen der Häuptlinge miterleben kann. Es bekommt somit schon einen gewissen legalen Charakter.
Wer die höchstdotierten Geschenke nach Hause quasi als Trophäe mitbringt, ist der Sieger und darf sich als solcher auch ausgeben.
Die anderen tun es ihm leider gleich, so dass man im Nachhinein nicht mehr weiss, wer denn nun gewonnen hat.
Da dieses Spiel so interessant und spannend geworden ist, findet es künftig gegelmäßig statt.
Sind die EU-Gipfeltreffen ein nachahmentswertes Gesellschaftspiel geworden?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 13:11

Einseitig

Marcis Gobins (Marcis)

Als europäischer Lette, der in Deutschland aufgewachsen ist und seit nunmehr seit 10 Jahren in Lettland lebt, muß ich dieses mal loswerden. Die deutsche Sicht der Europa-Politik vieler europäischer Partner ist grob einseitig. Dies wage ich so verallgemeinert zu sagen. Großbritannien ist keineswegs nur ein ewiger Blockierer, sondern hat ohne großen Aufhebens zahlreiche EU-Rechtsbestimmungen getreuer umgesetzt, als das seinem Selbstverständnis nach über-jeden-Zweifel-erhaben europabegeisterte Deutschland. Mancher in Deutschland sollte auch zweimal nachdenken, bevor er über die (ehemaligen) Osteuropäer herzieht. Nüchtern betrachtet hat sich Deutschland, trotz wunderschöner Rhetorik, durch den Ostsee-Pipeline Deal mit Rußland über seine östlichen EU-Partner einfach hinweggesetzt und europäische Energiepolitik nationalen Egoismen und deutsch-russischen Interessengemeinschaften geopfert. Dies sind leider harte Fakten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 11:58

Ausverkauf Deutschlands

Rüdiger Kimpel (rkimpel)

Es ist doch bemerkenswert, mit welcher Dickfälligkeit und Ignoranz sich Frau Merkel, wahrscheinlich aber auch andere Regierungschefs sich über den Willen des Souvernäns, des Volks, hinwegsetzen.

Alle Leserbriefe besagen doch im Kerl dasselbe: Frau Merkel hat politischen und ökonomischen Ausverkauf von Deutschland, teilweise auch Europa betrieben und die Medien bezeichnen das als Erfolg. Was ist denn das für ein Erfolg, das Europa unregierbar macht?. Wo ist denn das Problem anzuerkennen, dass Europa nicht reif ist für eine politsche Union - in keinen Falle jetzt - und möglicherweise nie?. Wo ist denn das Problem, Europa auf das zu reduieren, was es ist und was bereits enorm ist - eine wirtschaftliche Union mit gemeinsamer Währung.

Die Antwort kennen wir alle: Posten, Gelder und Macht. Es ist ja ein Phanomän, dass die gesamte EU Organisation praktisch jeglicher Kontrolle des Souveräns entzogen ist - und damit die Politker freien Lauf haben, alles zu tun, was sie wollen und was Ihnen Ihre Macht, Ihre Pfründe und Ihr Geld sichert.

Hoffentlich finden sich endlich Parteien, die das artikulieren und zu ihrem Programm machen. Europa ja - aber auf das reduzieren, was möglich ist - und den Rest einstampfen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 11:37

Merkels Fleiß und Geschick

A. Malliki (a.malliki)


Ihr Geschick und Fleiß bei den EU-Verhandlungen bestand darin, dass Sie die Interessen der Deutschen verkaufte und den anderen ihren Willen ließ, damit die Deutschen die Rechnung bezahlen können.

Das zeugt von Verhandlungsbegabung. Solche Präsidentinnen sind rar aber Frau Merkel hat ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert.

Die Planer der neuen Weltordnung und das Gefolge der Globalisten werden von ihr begeistert sein.

Die Medien überbieten sich mit Lobeshymnen. Das Bundesverdienstkreuz oder gar der Friedensnobelpreis sollte ihr verliehen werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 11:06

Gesamteuropäischen Desaster

Sergej Schukov (Resident7)

Um ernsthaften Auseinandersetzungen mit Berlin aus dem Wege zu gehen und gemeinsame Wirtschaftsinteressen zu wahren, hatten sich die westlichen Mächte mit Deutschland in der europäischen Vorkriegsgeschichte auf angebliche Kompromisse eingelassen, in deren Folge es zu einer faktischen Übereignung der Tschechoslowakei an Berlin kam. Der damalige britische Premierminister Neville Chamberlain verkündete nach Rückkehr von seinen Verhandlungen mit dem deutschen Kanzler, nun bestehe Hoffnung auf einen langandauernden Frieden. Historische Lehren, an die der polnische Verhandlungsführer in Brüssel erinnerte, werden insbesondere von jenen EU-Mitgliedern zurückgewiesen, die eine eigene Besatzungsgeschichte zu beklagen hätten, aber heute Berliner Gefolgschaftsstaaten mit starken ökonomischen Abhängigkeiten sind. Der dänische Ministerpräsident nannte den begründeten Hinweis auf die polnischen Opfer im Zweiten Weltkrieg "absurd" - ähnlich äußerten sich die Regierungschefs von Estland und Ungarn. In diesen Ländern wird die öffentliche Erinnerung an den Verrat der eigenen NS-Kollaborateure ebenso gefürchtet wie eine zeitbezogene Suche nach den Ursachen des Zweiten Weltkriegs - die Spuren könnten nach Berlin führen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 10:47

Inkompetenz

Piotr Raczek (Piotr2000)

Hätte das Auswärtige Amt bessere politische Auswerter, würde es wissen, dass die Polen die Nazi-Keule immer wieder holen werden. Aus einem ganz einfachen Grund: sie hat sich bislang bewährt und sie funktioniert immer noch. Und außerdem: wie viele Kniefälle, wie viele Hilspakete sind nötig, damit die Polen endlich vergessen, dass die Deutschen z.B. während des Warschauer Aufstandes (1944) in den zwei Tagen vom 5 bis zum 7 August allein im Stadtteil Wola 40.000 (in Worten: vierzigtausend Menschen) Männer Frauen und Kinder grausam umgebracht haben, indem die Deutschen ein Haus nach dem anderen räumten und deren ALLE Bewohner an die Wand stellten und erschossen (40.000, das ist zweimal mehr als in den 5 Jahren des Krieges zwischen Serbien und Kroatien). Und jetzt sagen die Deutschen zu den Polen: Ihr seid nur wenige, deswegen dürft ihr nie so viele Stimmen haben wie wir.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 10:16

Die Zwillinhe....

Walter Wasilewski (wwasilewski)

Deutschland und die Zwillinge… oder:
Steinmeier versteht die Kaczynskis nicht
Das ist der Casus knacksus .Man konnte sich nicht auf den Polnischen „Partner“ einstellen. Das Ergebnis- ein Scheinerfolg .Ein teurer Gipfel für Deutschland. Siege sehen anders aus !
Walter Wasilewski

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 08:47

Raus !

St. Koch (Pensacola)

Raus, raus, raus - so ein defizitäres, undankbares, streitsüchtiges und geldgeiles Konglomerat aus Inkompetenz und Ineffizienz wie die EU, hat die Welt noch nicht gesehen. Deutschland sollte endlich die Notbremse ziehen selbst auf die Gefahr hin das all die nach Brüssel entsorgten Schwaller zurückkommen.

Abgeordnete die Ihre Verwandschaft bedienen, Sitzungsgelder die kassiert werden obwohl man sich gleich nach dem Eintrag in Anwesenheitsliste verkrümelt, Diäten deren automatische Steigerungsraten keinerlei Kontrolle mehr unterliegen, Unterkunftserstattungen obwohl man nicht in Brüssel wohnt sondern sich jeden Tag von der EU-Fahrbereitschaft kostenlos aus einem günstigen Quartier weitweg abholen läßt, bewußt hochgerechnete Erstattungen für Flüge.....ich dachte immer, solche Selbstbedienungsmentalitäten gibts höchstens noch in irgendwelchen Bananenrepubliken.

Und was bringts ? Wirklich jeder Potentat kann da seine Bremsspuren in den Nationalfarben hinterlassen. Einigkeit bzw. Reformen nur gegen teuere Zugeständnisse und nicht für den Fortschritt der Gemeinschaft. Das ist offensichtlich der Preis für die politische Unsterblichkeit die sich Kohl und Konsorten erhofften als sie den Elefantenfriedhof in Brüssel aufgemacht haben.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 08:37

Von Zahn und Wurzel

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

Nun - ich muss es ja wissen, weil ich Zahnarzt bin. Wie man die Wurzel zieht aber den Zahn nicht sollte mir Herr Kohler einmal erklären. Er ist wohl in der glücklichen Lage, das noch nicht erlebt zu haben. Gut so! Vielmehr ist es so, daß Frau Merkel beim Versuch der Extraktion die Zahnkrone abgebrochen hat. Hinter dem scheinbaren Erfolg - der Zahn ist raus - verbirgt sich allerdings, daß die Wuzel noch im Kiefer steckt. Das ist auf Dauer schmerzhaft, wenn man die Wurzel nicht auch entfernt. All das läßt sich so prima auf Polen und seine Zwillinge übertragen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 08:02

Wie war das in der Kindheit nochmal...

Robert Arnold (RobertArnold)

Ich spielte mit meinen Freunden in der Straße "Fango mit Abschlag". Jeder wusste wie es ging, jeder kannte die festgelegten Spielregeln. Kamen neue Kinder dazu spielten sie mit uns und hielten sich an die Regeln. Wurde es der Mehrheit dann langweilig wurde abgestimmt was wir machcen, jeder hatte das gleiche Stimmrecht (auch wenn uns das nicht klar war). Wir lebten in einer gesunden und gut funktionierenden Spielgemeinschaft.

Jetzt 15-20 Jahre später lese ich Artikel darüber wie sich die EU erweitert, ohne vorher die Spielregeln im kleinen Kreis zu definieren. Dass jene, die neue dazukommen und NICHT die Mehrheit stellen, proportional mehr Stimmrecht wollen. Und der alteingesessene 80 Millionen Bürger schwere Staat hält sich aus "diplomatischen Gründen" zurück nur damit er als Verhandlungssieger dastehen kann?

ES SIND UNSERE STIMMEN! die da großzügig von Frau Merkel verschenkt werden.

Ich erinnere mich an ein paar Vorfälle, die uns unterstützen könnten im Kampf um mehr Stimmen, á la Polen: Die Pest im Mittelalter, Der Feldzug Cesars gegen die Germanen, der 1.Weltkrieg, der 2. Weltkrieg und hmm ach ja, die schwachen Geburtenraten und die Abwanderung ins Auslang. Wer Ironie findet darfs sie behalten...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juni 2007 05:41

Polen denkt nicht an Nazizeit, sondern die eigene Nation

B F (posener)


Mit dieser Aussage täuscht sich er Autor:
"Offenkundig konnte auch die propolnische Politik deutscher Regierungen seit Brandt nicht verhindern, dass die Kaczynskis und ihre Anhänger Deutschland immer noch mit den Begriffen der Nazizeit zu erfassen versuchen."

Polens Politiker sind einfach besser beim Verhandeln und etwas skrupelloser in der Wahl ihrer Mittel, weil ihnen ihre Nation wichtiger ist als den Deutschen. Die Nazizeit gehört zu diesen Instrumentarien. Evtl. schaden sie so den Interessen ihrer wie aller Bürger in Europa. Dieser Schaden wird aber nicht größer sein als der Schaden, den Frankreich und Deutschland mit dem Festhalten an den Agrarsubventionen verursacht. Diese Gelder gehören in die Forschung und Wissenschaft investiert.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 21:45

"Der Gipfel von Brüssel hat endgültig die Behauptung widerlegt, ...

Klaus Müller (Sesselhocker)

... man könne die EU im selben Maße erweitern und vertiefen. Es wird in Zukunft nur noch in kleinen Schritten vorangehen. Doch gibt es eine Möglichkeit, auch das zu verhindern: durch die Aufnahme der Türkei." -> ich muß gestehen, hier weiß' ich noch nicht, wie das zu verstehen ist!? Einer konservativen Zeitung wie der FAZ wird ja eher die Meinung nachgesagt, die Türkei nicht in die EU aufzunehmen. Meinten Sie mit dieser verbalen Spitze: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"? Oder anders formuliert: Bitte zerstört die EU gar noch komplett, indem die Türkei aufgenommen wird? -
Bei mir fehlt übrigens nicht mehr viel, klipp und klar eine sehr unerfreuliche, aber realistische Position einzunehmen: 'Eine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik der EU ist UNMÖGLICH!' -- Dank an Blair und England (also dem Pudel der USA - gute Arbeit!) und dank an Polen (eigentlich das Gleiche wie bei England). Wobei die Konsequenz eindeutig ausgesprochen werden möchte: => Daraus folgt dann, daß die Bundeswehr 5-10 Milliarden mehr bekommen darf und Deutschland atomar aufrüstet (vgl. Scholl-Latour im Cicero). Was ja genau das war, was die Kaczynskis nicht wollten. Aber verar***en sollte man sich in der AUßenpolitik nicht lassen !!!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 21:09

Polen ist nun doch schon verloren:an die Zwilingsdicköpfe

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Ich habe schon vor der Erweiterung geäußert,daß man erst das "Haus Europa" hätte fertigmachen sollen,wer dann einziehen will;hat die Hausordnung zu akzeptieren.
Vielleicht könnte man das Projekt doch noch fertigmachen,wem es nicht gefällt,kann ja ausziehen...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 20:28

Die schnelle Erweiterung und das Ziel einer politischen Union war ein Fehler

otto morgenroth (aurora2)

Bei den diskussionen zur EU sieht man vermehrt die nationalen Egoismen und keinen wirklichen Willen zur politischen Union. Es ist und war gut die ehemaligen Ostblockländer wirtschaftlich zu fördern ind zu integrieren, damit auch eine politsche Stabiltät erwächst. Doch der politische Wille und die Erfahrung eigene Wünsche einer EU unterzuordnen ist z.T. nicht vorhanden und wird die Integration der EU behindern und die EU schwächen.
Letztendlich wäre es viel besser die Länder mit einer längeren Übergangsphase bie früher wirtschaftlicher Öffnung heranzuführen, denn nicht alle wollen und können die politische und enge Bindung in der EU heute.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 20:27

sehr guter artikel

boris grab (dBo2)

trifft alles auf den punkt

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 20:00

Wer einmal Konzessionen macht ...

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Die EU hat mit den Konzessionen an ein einzelnes Mitgliedsland eine Route eingeschlagen, die sich bei künftigen Verhandlungen als hindernd erweisen wird. Wer in Zukunft eine Sonderregelung fordert, kann sich immer darauf berufen, dass man für Polen auch eine Ausnahme gemacht hat.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 19:59

Polens Auftritt in der EU

Wolfgang Kirks (maschwoscha)

Es mag ja sein, dass durch die Bundeskanzlerin erst
einmal das EU-Schiff weiterschwimmt, aber was wirklich
ausgehandelt wurde (vor allem in Bezug auf Polen und
deren Forderungen), wird man wohl erst richtig deuten
und abmessen können,wenn alle Fakten schriftlich vor-
liegen . Noch nicht ausgelootete Untiefen können das
EU-Schiff leicht noch in gefährliches Schlingern bringen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 19:22

mit mir nicht

Max Meister (Drainer)

Also ich werde es zukünftig vorziehen von Harz IV zu leben. Macht euren Dreck doch alleene. Ich lasse mich finanzieren, statt solchen Politikmist in Deutschland weiter zu unterstützen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 19:07

EU-Gipfel

Alexandra Beil (alexbeil)

Der EU-Gipfel ist meiner Ansicht nach absolut historisch gewesen. Es ging nicht nur um einen modifizierten Vertrag, sondern um die gesamte politische Gestaltung der EU in den nächsten Jahrzehnten und insbesondere um die Position Deutschlands (D) - sprich, um die sehr entscheidende Frage, ob D eine seiner Grösse, Wirtschaftskraft und Zahlungen für die EU entsprechende (hier geht es nicht um Dominanz!) Position erhält, oder ob D zwar Zahlmeister in grossem Umfang v.a. für die EU-Osterweiterung sein darf, dabei aber was die Entscheidungsmacht angeht, von anderen Mitgliedstaaten dominiert wird. Der Gipfel hat das für D unglückliche zweite Szenario gebracht - und noch viel schlimmer, Achsen wiederbelebt, deren Interesse auf ein starkes "Containment" Ds gerichtet ist (statt deutsch-französischen Motors jetzt: Achse Warschau, Paris, London!). Ohne Unterstützung von Paris und London hätte Polen seine unmässigen Forderungen(die auch andern sehr nützlich sind) nie durchsetzten können. Die Kanzlerin hätte unbedingt verhindern müssen, dass die Kaczynskis ein Forum für das "ansteckende Virus" anti-deutscher Ressentiments erhalten und "alte Geister" hervorholen. Der Gipfel wird Europa deutlich verändern -
ich fürchte sehr, zu Ungunsten von D.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 18:59

Hoffentlich verstanden

Detlef Schmitz (neodoc)

Es zeigt sich, was eigentlich sonnenklar ist: Das Konsensprinzip einer Staatengemeinschaft ist nur für sehr kleine Gemeinschaften tauglich.
Die Aussicht, zu einem Vertrag oder einem Beschluß die Zustimmung aller zu erhalten, halbiert sich mit jedem neuen Mitglied. Das ist einfache Mathematik.

So offenbart sich jetzt immer wieder ein wichtiger Konstruktionsfehler der Union: es wäre unabdingbar gewesen, erst ein vernünftiges Entscheidungsverfahren einzuführen (mit qualifizierten Mehrheiten) und dann erst neue Mitglieder aufzunehmen.

Jetzt haben wir die gegenseitige Blockade auszubaden. Die Diplomatie von Kanzlerin Merkel verdient allerhöchste Anerkennung, sie erreichte fast Unmögliches. Bei Lichte besehen, ist schon dieses "unmögliche" ein herber Rückschlag für Europa.

Ich kann nur hoffen, dass Europa daraus lernt und weitere Aufnahmen zurückstellt, bis die "Spielregeln" geklärt sind. Wer anders verfährt, hintertreibt damit jede weitere Annäherung der Staaten Europas.

D.Schmitz, Wolfsburg

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Juni 2007 18:27

Schiffbruch

Christine Braunbeck (Turbotine)

Für ein modernes Europa der Zukunft, sollte genau überprüft werden, welchen Balast man mit an Bord nimmt.

Wird das Schiff namens EU, noch schwerer, hilft nur unnötigen und störenden Balast über Bord zu werfen und dies sollte sich nicht nur auf Punkte der Verfassung beziehen.


Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 30 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche