Orientiert sich am Erfolg der Green Card: EU-Innenkommissar Franco Frattini

Interview mit Franco Frattini

„Wir sind heute ein Einwanderungskontinent“

Die Innen- und Arbeitsminister sprechen in Brüssel über Einwanderungsfragen. Im F.A.Z.-Gespräch sichert EU-Justizkommissar Frattini zu, dass die EU-Mitgliedstaaten auch nach der Einführung einer „Blue Card“ weiter selbst darüber entscheiden können, wie viele Einwanderer sie ins Land lassen.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Dezember 2007 00:19

Das Wort Müssen sagt man nicht zu Souveränen...

Harry LeRoy (Cimon)

Ganz gleich ob in der Monarchie oder in der Demokratie; wie kommt also jener offensichtlich überforderte Beamte dazu zu glauben, die Europäer wären erpicht darauf jedes Jahr 5 Millionen Einwanderer (sic!) aufzunehmen? Gewiss, rein theoretisch könnten Europas Völker solche Beschlüsse tatsächlich fassen, rein praktisch aber wohl kaum. Mag sein, dass man illegale Einwanderung, Asylmissbrauch und dergleichen mehr nicht vollständig unterbinden kann, aber man kann sie sehr deutlich reduzieren. Allerdings nur, wenn die damit beauftragten Beamten auch beabsichtigen ihren Pflichten ordnungsgemäß nachzukommen. Aber gerade da wirft die Haltung dieses Beamten hier doch erhebliche Zweifel auf. Mag ja sein, dass er allerlei Einwanderungs- und Wirtschaftsfantasien hat, aber ein Mandat dazu hat er nicht und darauf kommt es an.

Folglich muss sich nicht die Mentalität der Europäer ändern, sondern die Europäer müssen die europäischen Institutionen ändern, indem sie beispielsweise die Bestellung der EU-Kommission nicht mehr nach dem Nationenproporz sondern nach Eignung und Befähigung der Aspiranten vergeben; womit es auch mit solch unsinnigen und gefährlichen Ideen und deren Urheber vorbei wäre.

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06. Dezember 2007 17:11

Diskriminierend und praxisfern

Balazs Pataki (cartman123)

Wenn ich das gut verstehen habe, wird die Regelung dazu fühen dass kvalifizierte Arbeitskräfte aus Drittländern sich nicht in Ländern niederlassen werden, wo die Gehälter unter dem EU-Durchschnitt liegen, weil sie dann nicht in ein anderes Land mit höherem Gehaltsniveau umziehen können. Es sind also wieder mal die reichen Mitgliedstaaten die aus dieser Regelung profitieren werden.
Andererseits ist was Hr Frattini über Flüchtlinge sagt eine unverschämte Lüge, denn hochqualifizierte Fachkräfte kommen nicht in Booten aus Afrika an. Das Flüchtlingsproblem bleibt damit weitaus ungelöst.
Es bleibt auch unklar, wie die Ausbildung der potentiellen Einwanderer bewertet wird, d.h. ob es überhaupt ein System gibt wonach ein in Pakistan, Indien oder Kambodscha erworbenes Diplom in unser System anerkannt werden kann.
Und letztens kommt mir das Ziel dieses ganzen Projektes fraglich vor, da es einmal schon in Deutschland eine ähnliche Möglichkeit für IT-Spezialsten bestand und sich nicht gerade als Erfolgsgeschichte erwiesen hat.

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