Merkel hat kein Gespür dafür, dass sich die Dinge entwickeln müssen und tatsächlich entwickeln. Ich will nicht behaupten, dass es mit ihrem Werdegang als Naturwissenschaftlerin zu tun hat, dass sie ein mangelhaftes Empfinden fuer andere Kulturen und fuer Geschichte hat. Aber sie hat ein technomorphes Bild von Gesellschaft. Es war gar nicht notwendig, die Afrikaner zu schulmeistern, denn das Problem Mugabe erledigt sich in zwei oder drei Jahren auf biologische Weise. Aber damit hat sich nur dieses eine Problem gelöst. Der afrikanische Kontinent wird noch viele Jahrzehnte mit Bürgerkriegen und Diktaturen und kleinen Erfolgen brauchen, bis er Europa eingeholt hat. Immerhin hat es 1400 Jahre gedauert, bis sich aus den Anfängen der Schriftlichkeit in den Klöstern nördlich der Alpen die moderne Wissenschaft und aus dem Lehnswesen der moderne Staat entwickelt hat. Noch vor 150 Jahren haben sich die Deutschen von ihren verkommenen Fürsten, deren jeden man mit Mugabe vergleichen kann, in einen Krieg gegeneinander führen lassen, und bis vor 18 Jahren waren sie fähig, sich dem verbrecherischen System von Fanatikern zur Verfügung zu stellen. Merkel sollte also bescheiden sein.
Da ist sie wieder, die Ignoranz und Überheblichkeit von Frau Merkel: Auf der einen Seite fest zu Bush stehen, also zu Kriegsverbrechen und Folter, und auf der anderen Seite die Menschenrechte einklagen.
<br>Das akzeptieren selbst bei uns sehr viele Menschen nicht, und in Afrika oder Asien schon gar niemand.
......eingedenkt der Mahnung von Chirac, dass Frau Merkel sich Afrikas nach seinem Ausscheiden aus dem Amt annehmen soll, hat sie beherzigt.
Chirac hat Frau Merkel aber auch wegen ihrer Geradlinigkeit und ihres Formats dazu ausgewählt, sein Vermächtnis zu erfüllen.
Es wäre in der Tat fatal, Afrika den Chinesen oder den Russen zu überlassen.
Europa hat durch die gemeinsame Geschichte mit Afrika eine besondere Verbundenheit und Verantwortung, der es sich stellen muss.
Frau Merkel als unbelastete Kanzlerin eines anerkannten Deutschlands scheint die richtige Person für dieses Unterfangen zu sein.
Wer hat denn hier einen Ruf zu verlieren? Ein Kontinent? Dürfte dem wohl egal sein.
um den Opfern in Zimbabwe gerecht zu werden?
Daß George Browne wegen Mugabe den Gipfel boykottiert, ist durchaus ehrenwert, hilft aber den kujonierten Menschen nicht wirklich.
Die Anwesenheit dieses Diktators in Europa sollte - wie im Falle Milosewicz - genutzt werden, um ihn vor Gericht zu stellen und abzuurteilen.