Nach Drohungen gegen Mitarbeiter

Internetseite nimmt Anti-Islam-Film vom Server

29. März 2008 Knapp einen Tag nach der Veröffentlichung eines antiislamischen Films durch den rechtspopulistischen niederländischen Abgeordneten Geert Wilders im Internet hat die Web-Site Liveleak.com den Film von ihren Servern entfernt. Sie begründete diesen Schritt mit Drohungen gegen Mitarbeiter, die „sehr ernster Natur“ seien. „Das ist ein trauriger Tag für die Menschenrechte im Internet“, erklärten die Betreiber der Seite am Freitagabend.

Allerdings ist der Film schon auf anderen Seiten im weltweiten Netz weiterverbreitet worden und daher weiterhin zu sehen. Wilders hatte keinen Fernsehsender für die Ausstrahlung seines Films „Fitna“ gefunden, und sein Web-Provider Network Solutions nahm vergangene Woche die Internetseite für den Film aus dem Netz.

EU: Kein anderer Zweck, als zum Hass anzustacheln

Wilders sagte am Donnerstag, er habe den Film veröffentlicht, weil der Islam und der Koran auf lange Sicht die Freiheit in den Niederlanden gefährdeten. „Ich musste die Menschen davor warnen“, erklärte er.

Die Europäische Union betonte in einer Erklärung das Grundrecht der Redefreiheit, fügte aber hinzu: „Wir glauben, dass Akte wie dieser Film keinem anderen Zweck als dem dienen, zum Hass anzustacheln.“ Mehrere muslimische Länder reagierten mit Protesten auf den 15-minütigen Film.

Wilders kombiniert in seinem Film Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist in dem Streifen zu sehen.

Wegen der Veröffentlichung des Kurzfilms hatte sich am Freitag auch das Bundeskriminalamt (BKA) „besorgt“ geäußert. Nach Auffassung des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke habe sich die Terrorgefahr in Europa durch die Ausstrahlung erhöht (siehe dazu auch: BKA: Erhöhte Terrorgefahr in Europa).



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche