
Ich stelle mir das so vor, daß wenn in Peking die Weichen für Pressefreiheit gestellt würden man in wenigen Jahren eine Situation wie in Hong Kong oder Taiwan hätte. Die Journalisten sind eigentlich schon da. Sie sind bis jetzt aber durch den Zensurapparat der Regierung an ihrer Arbeit behindert.

Zitat. "Heute sind die meisten Verlage zwar formal immer noch Staatsbetriebe, aber sie dürfen und sollen sich auch um private Investoren und Anzeigenkunden bemühen und die Gehälter ihrer Angestellten selbst festsetzen. Dadurch ist unter den Medien schnell eine Wettbewerbsatmosphäre entstanden." Will heißen: Einen richtigen Wettbewerb unter den Zeitungen, wie wir ihn im Westen kennen, gibt es in China zwar immer noch nicht, dafür aber die "Atmosphäre" eines Wettbewerbs! Auch sonst wirkt Luo Lingyuans Beschreibung der chinesischen Presselandschaft recht putzig, ja geradezu biedermeierlich. Es ist bei der Lektüre solcher Artikel, dass man den Wert einer freien Presse, wie wir sie in Deutschland haben, zu schätzen lernt.