06. November 2009 Die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist von ihrem früheren norwegischen Trainingspartner Havard Bökko heftig angegriffen worden. Es war für mich keine echte Überraschung, dass Pechstein gesperrt wurde, sagte Bökko der niederländischen Zeitung De Telegraaf. Im Training war sie oft schlecht, und auf einmal lief sie die Sterne vom Himmel. So wie beim Weltcup in Moskau, wo sie über 1500 und 5000 Meter gewann. Wir haben im Team noch Witze darüber gemacht und sie noch gefragt, was sie zum Frühstück eingenommen hätte, sagte der WM-Zweite im Mehrkampf, der bis zum Februar 2009 mehr als zwei Jahre lang mit der Berlinerin bei Coach Peter Mueller trainiert hatte.
Zum mit Spannung erwarteten Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas) in Lausanne, der über Pechsteins sportliche Zukunft entscheidet, sagte Bökko Ich wäre sehr böse, wenn sie durch Formfehler doch ihre Karriere fortsetzen könnte.
Die fünfmalige Olympiasiegerin reagierte am Freitag relativ gelassen auf Bökkos Äußerungen. Ich weiß nicht, ob sich Bökko mit derart leichtfertigen Äußerungen einen Gefallen tut. Offensichtlich ist ihm nicht klar, dass auch er jederzeit Opfer eines unberechtigten Doping-Verdachts werden könnte. Sei es wegen Blutwerten oder herausragender Leistungen, sagte Pechstein, die nicht bei den Weltcups in Berlin an diesem Wochenende und in Heerenveen vom 11. bis 13. November starten kann. Der Internationale Sportgerichtshof lehnte einen erst am Donnerstagabend gestellten Eil-Antrag Pechsteins auf eine vorläufige Starterlaubnis ab mit der Begründung ab, dass die Athletin in ihrem Antrag nicht nachgewiesen hat, dass ihre Nicht-Teilnahme an beiden Weltcup-Events ihr einen irreparablen Schaden zufügen würde.
Text: FAZ.NET mit dpa/sid
Bildmaterial: ddp
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