Unfall im Bobkanal

Rotlicht übersehen

Rotlicht übersehen: Abtransport mit Blaulicht

Rotlicht übersehen: Abtransport mit Blaulicht

24. November 2009 Vor dem schweren Unfall in der künstlichen Bob- und Rodelbahn in Königssee am Montagnachmittag haben die russischen Sportlerinnen angeblich das Rotlicht der Startampel missachtet. Das Zweierbobteam war im unteren Teil der Anlage vom Rodelstart für Kinder losgefahren, während etwa gleichzeitig ein Bob mit zwei russischen Junioren vom Männerstart gestartet war. Weil das Damenteam stürzte, prallte der fast 400 Kilogramm schwere zweite russische Schlitten mit dem geschätzten Tempo von 120 ungebremst in den umgefallenen, nur noch mit etwa 60 Kilometer pro Stunde rutschenden Frauen-Bob und schob diesen schließlich noch 50 Meter den ansteigenden Auslauf hinauf. Beim Zusammenstoß wurde die zwanzig Jahre alte Anschieberin von einer Kufe getroffen. Sie erlitt nach Angaben eines Arztes einen offenen Oberschenkelbruch sowie innere Verletzungen. Die anderen Sportler erlitten leichte Verletzungen.

Die Traunsteiner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, um die Verantwortung für das Unglück beim Training zum Europacup zu klären. Zeugen berichten, dass der Männerbob bei Grünlicht losgeschickt worden sein. Die Signalanlage ist nach Darstellung des Betreibers so geschaltet, dass in solchen Fällen alle Ampeln an den Zufahrten im unteren Teil der Bahn automatisch Rotlicht zeigen. Der letzte schwere Unfall in Königssee hatte sich 2004 ereignet. Damals war die unerfahrene Pilotin Yvonne Cernota wegen eines Fahrfehlers tödlich verunglückt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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