Weltcupfinale Ski alpin

Der Tag der Rücktritte auf der Lenzerheide

Letzte Ausfahrt Super-G: Petra Haltmayr hört auf

Letzte Ausfahrt Super-G: Petra Haltmayr hört auf

15. März 2007 Am Ende des alpinen Weltcup-Winters dreht sich das Personalkarussell bei den deutschen Skirennfahrern. Petra Haltmayr beendete am Donnerstag beim Saisonfinale auf der Lenzerheide ihre Laufbahn, und wie erwartet wird auch Herren-Cheftrainer Werner Margreiter den Deutschen Skiverband verlassen. „Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern“, sagte der Österreicher in der Schweiz. Auch von Seiten des Verbandes waren zuvor schon deutliche Zeichen gekommen, dass man in der kommenden Saison ohne den 2003 verpflichteten Trainer plane.

Margreiters Nachfolger steht bereits fest, sein Name wurde jedoch noch nicht genannt. „Ich werde ihn Ende nächster Woche vorstellen. Er wird ein anderes Aufgabenfeld haben als der bisherige Cheftrainer“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier der Nachrichtenagentur dpa.

Vorentscheidung bei den Damen

Ein Mozart auf Skiern: Fritz Strobl beendet seine Karriere, wie es sich für e...

Ein Mozart auf Skiern: Fritz Strobl beendet seine Karriere, wie es sich für einen Österreicher gehört

Während das Duell um die Weltcup-Krone nach dem Super-G-Sieg des norwegischen Skirennfahrers Aksel Lund Svindal vor dem Österreicher Benjamin Raich am Donnerstag beim Saison-Finale auf der Lenzerheide in der Schweiz bei den Herren weiter auf des Messers Schneide steht, nahm die Österreicherin Marlies Schild dem Wettkampf der Damen etwas die Spannung.

Raichs Lebensgefährtin baute ihren Vorsprung durch Rang drei beim Super-G-Sieg der Schwedin Anja Pärson in der Gesamtwertung auf 70 Punkte aus und strebt ihrer ersten Großen Kristallkugel entgegen.

Zum Rücktritt ausgeschieden

Nur noch als Zuschauerin erlebt Petra Haltmayr die Entscheidung im Gesamtweltcup. Die 31 Jahre alte Haltmayr erklärte am Donnerstag ihren Rücktritt und musste zum Laufbahn-Ende ein bitteres Ausscheiden hinnehmen. Als beste Deutsche landete Maria Riesch auf dem neunten Platz, Stephan Keppler musste sich mit Rang 18 begnügen.

Wie Haltmayr beendete auch der österreichische Abfahrtsolympiasieger Fritz Strobl die Karriere und fuhr zum Abschied als „Mozart der Mausefalle“ in einem Mozart-Kostüm.
Wie schon bei der Abfahrt am Mittwoch war Doppel-Weltmeister Svindal auch im Super-G nicht zu schlagen. Nur noch drei Punkte trennen den Norweger (1152 Punkte) in der Gesamtwertung von Raich (1155). „Es sind zwei Topfavoriten, die die Kugel holen wollen, ich werde alles versuchen“, sagte der Österreicher, der mit einem Rückstand von 0,13 Sekunden auf Svindal, aber vor dem Kanadier Erik Guay am Zweiter wurde.

Die Lebensgefährten wollen den Gesamtsieg

Nur zu gerne würde Raich am Saisonende gemeinsam mit Lebensgefährtin Marlies Schild den Sieg in der Gesamtwertung bejubeln. Mit Rang drei hinter Teamkollegin Andrea Fischbacher und Pärson, die erstmals in dieser Saison ein Weltcup-Rennen gewann, heimste sie wertvolle Punkte ein und hat nun 1442 Zähler auf dem Konto.

Bode Miller bewundert die kleine Kristallkugel für den Gesamtsieg im Super-G

Bode Miller bewundert die kleine Kristallkugel für den Gesamtsieg im Super-G

„Gratulieren darf man noch nicht, man kann schnell ausscheiden. Ich bin mit den Speeddisziplinen zufrieden und freue mich jetzt auf die technischen“, sagte Schild, die von ihrer Landsfrau Nicole Hosp und der Amerikanerin Julia Mancuso verfolgt wird.

Bode Miller holt die Kugel im Super-G

Renate Götschl, die die Disziplin-Wertung im Super-G bereits vorzeitig entschieden hatte, schied beim Saisonfinale aus. Dagegen erreichte der „Serien-Ausscheider“ des Winters, der Amerikaner Bode Miller, nicht nur das Ziel, sondern holte sich als Vierter die kleine Kristallkugel im Super-G.

Nicht zufrieden war Riesch mit ihrem Abschneiden, die nun im Riesenslalom und Slalom noch auf gute Platzierungen hofft. „Das war keine gute Fahrt. Ich hatte eigentlich nichts zu verlieren und hätte attackieren können“, sagte die 22 Jahre alte Riesch. Auch Keppler hätte sich ein wenig mehr gewünscht, doch zum Abschluss einer harten Saison blieb er ohne Punkte. „Es tut alles ein bisschen weh. Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte Keppler, neben Felix Neureuther wegen seines Trainingsunfalls aus dem Januar ein Pechvogel im WM-Winter.

Während der Ebinger beim Weltcup-Finale startete, mühte sich Kumpel Felix in der Reha. „Es passt ganz gut. Für die Schwere der Verletzung habe ich einen optimalen Verlauf“, sagte Neureuther, der auch anderthalb Wochen nach seiner Schulter-OP noch Schmerzen hat.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AP, dpa, Reuters

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