Skispringen

Bundestrainer Rohwein bestätigt Trennung

01. März 2008 Seit Monaten wurde bereits über seine Entlassung spekuliert, nun ist das Aus von Peter Rohwein als Cheftrainer der deutschen Skispringer beschlossene Sache. „Wir trennen uns. Das steht fest. Im gegenseitigen Einvernehmen“, sagte Rohwein imn einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Letzter Arbeitstag für den 45-Jährigen in der bisherigen Funktion ist somit der 16. März beim Weltcupfinale in Planica. Allerdings schließt der gelernte Zahntechniker und Diplom-Trainer aus Isny einen vorzeitigen Abgang im Saisonendspurt nicht aus. Als Topkandidat für den Posten von Rohwein gilt Andreas Bauer, derzeit Sprungtrainer bei den Kombinierern.

„Maßlos enttäuscht“

Peter Rohwein zeigte sich „maßlos enttäuscht“ von der technischen Leitung des Deutschen Skiverbandes (DSV). Nach den Olympischen Spielen 2006 habe vor allem der technische Leiter, Rudi Tusch, sein Vertrauen missbraucht, weil er entgegen den Vereinbarungen das zentrale Lehrgangssystem abgeschafft habe. Tusch bestreitet, dass es entsprechende Absprachen gegeben habe.

Sportdirektor Thomas Pfüller hatte bereits für Saisonende umfassende Veränderungen angekündigt. „Wenn man die Probleme jetzt nicht löst, dann zieht es sich noch vier oder fünf Jahre hin und wird noch teurer“, sagte Pfüller.

Andreas Bauer gesprächsbereit

Nach Ansicht von Rohwein ist der Grund für die schlechten Leistungen der fehlende Athletennachwuchs: „Uns fehlte eine ganze Generation.“ Bei der Junioren-WM in Zakopane holten die Schützlinge um B-Kader-Chef Heinz Kuttin gerade zweimal Gold. Der in Einzel und Mannschaft erfolgreiche Andreas Wank soll nun auch am kommenden Wochenende im Weltcup eine Einsatzchance erhalten.

Andreas Bauer, den der DSV offenbar ganz oben auf der Liste hat, signalisierte bereits Gesprächsbereitschaft über die Nachfolge von Rohwein. „Es ist mein eigener Verband, es sind meine eigenen Leute, denen ich viel zu verdanken haben“, sagte Bauer in Lahti auf eine entsprechende Frage: „Die Saison muss aber erst mal vorbeigehen.“ Allerdings verwies Bauer auch auf die spannenden Aufgaben in der Kombination mit Blick auf Vancouver 2010. Im Falle einer Absage von Bauer käme der Verband, der einen deutschen Trainer favorisiert, in eine schwierige Lage.

Rohwein hatte 2004 die Nachfolge von Wolfgang Steiert, der inzwischen für das russische Team verantwortlich ist, angetreten. Vor allem aus den Stützpunkten gab es Kritik an seiner Arbeit und die desolaten Resultate zwangen den DSV zum Handeln.



Text: FAZ.NET

 
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