Russische Panzer vergangene Woche in der Nähe von Zchinwali

Kaukasus-Konflikt

„Die Russen waren schon im Roki-Tunnel“

Eine Woche nach Beginn des Krieges beschreibt die georgische Regierung ihre Sicht auf die Eskalation des Südossetien-Konflikts. Das Anrücken russischer Truppen in der Nacht zum Freitag soll der Auslöser für den Kriegsbefehl Saakaschwilis gewesen sein. Von Andreas Ross

Lesermeinungen zum Beitrag

17. August 2008 11:07

@ Riemer - nicht zerstören, sondern kontrollieren

thomas schulz (peanutbutter)

Die Pipeline zu kontrollieren hat zur Folge, auch den Förderländern, die auf sie angewiesen sind, seine Bedingungen diktieren zu können, ohne sie offen politisch oder militärisch unter Druck zu setzen. Man sollte auch nicht vergessen, daß die sibirischen Ölvorkommen langsam zur Neige zu gehen scheinen, da es Russland trotz hohem Ölpreis nicht gelingt, die bisherige Förderquote zu halten. Die Russen haben zahlreiche geniale Schachspieler hervorgebracht und der Georgienkonflikt ist nur ein Spielzug unter vielen. Im Bezug auf strategisches Denken sind sie in den meisten Fällen den Europäern und US-Amerikanern weit überlegen. Die 90er Jahre kann man getrost als Ausrutscher betrachten.

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16. August 2008 23:44

Saakaschwili ist in eine gestellte Falle hineingetappt........

wolf haupricht (emilgilels)

Russland durch Putin als "agent provokateur" hat so lange in Südossetien durch Provokationen zündeln lassen (Schusswechsel im Grenzgebiet), bis der heißblütige Georgier die Nerven und die Übersicht verlor und den Befehl zum Angriff gab. Dabei war auch der Zeitpunkt so gewählt, um einen Verdacht auf Saakasch... zu lenken. Das erklärt auch das sofortige Losschlagen der russischen Truppen. Denn ohne ein o.K. aus Moskau wäre das nicht möglich gewesen und Putin befand sich in Peking. Auch geschickt gewählt. So steht der Georgier - zu Recht - im Regen, denn ohne Einschaltung der USA zu reagieren, zeugt von Unbedarftheit allererster Güte. Dass Russland übers Ziel hinaus geschossen ist, zeigt die Angespanntheit Moskaus auf das Verhalten Georgiens im Vorfeld, die sich als Rachefeldzug endlädt. Dieses Verhalten RU ist verwerflich und dem Ansehen Putins sehr abträglich. Damit wird er künftig konfrontiert und ebenso für vielfaches Leid und Tod.

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16. August 2008 21:27

Wieso wird ständig die Pipeline erwähnt

Andreas Riemer (rimandi)

Ich wundere mich, warum als Argument immer aufgeführt wird, dass Russland in Georgien einmarschiert ist um die für den Westen so wichtige Pipeline zerstören zu können. Russland besitzt mit die besten Spezialeinheiten der Welt und verfehlen mehrfach die obengenannte Pipeline. Die muss ja wirklich wie verhext gewesen sein, um sie so viele male zu verfehlen, wie das Saakashvili erzählt hat. Das ist absurd.

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16. August 2008 18:10

Herrn Saakaschwili glaubt im Moment eh niemand!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich halte nicht viel von Russland, in dem die Verhältnisse - sagen wir einmal - etwas sehr speziell sind, was die inneren Machtverhältnisse anbelangt. Diese Einschätzung ändert aber nichts daran, dass der offenbar völlig unberechenbare Gernegroß Saakaschwili durch seine militärische Aggression am Abend der Olympischen Spiele den bewaffneten Konflikt mit Russland vom Zaun gebrochen hat. Jetzt so zu tun, als sei er mit seiner Aktion nur den Russen zuvorgekommen, ist so dämlich wie durchsichtig. Es hätte nur noch gefehlt, dass Saakaschwili einen Ausspruch nach dem Motto "Ab 5.45 Uhr wird zurückgeschossen!" hinzugefügt hätte. Wir Deutschen können froh sein, dass sich Merkel zusammen mit einigen anderen Regierungschefs aus der EU Anfang des Jahres strikt und massiv gegen das Ansinnen der USA zur Wehr gesetzt haben, Georgien sofort in die Nato aufzunehmen. Sonst hätten wir jetzt den Bündnisfall und müssten dem gefährlichen Zündler Saakaschwili beistehen, der sein Land unbedingt in einen bewaffneten Konflikt mit dem langsam aber sicher wieder zur Supermacht aufsteigenden Russland verwickeln wollte. Das soll Bush mal schön alleine tun, wenn er einen Atomkrieg will, aber ohne uns!

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16. August 2008 16:25

Indizien für geplante Intervention der Russischen Föderation mehren sich

Robert Hamacher (harohama)

Ohne der georgischen Interpretation folgen zu wollen ... steht nunmehr Interpretation gegen Interpretation. Und erst eine dritte Seite wird diese entscheidende Frage klären können. Unverkennbar scheint aber, dass sich die Indizien für ein geplantes russisches Kommandounternehmen mehren - zumal sich die Schauermärchen der russischen Seite ( Quantität der Flüchtlinge und der Opfer ! Genozid ? Wer hat Zvinchali in Schutt + Asche gelegt?) durch die Human Rights Watch Recherchen auf das schon ohnehin gräßliche Niveau eines Kriegalltags reduzieren.

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16. August 2008 14:27

Ich beneide Herrn Garbe um seine verläßlichen Informationsquellen.

Johannes Stockburger (stockburger)

Ich beneide Herrn Garbe um seine verläßlichen Informationsquellen.

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16. August 2008 13:57

Von wegen Märchenstunde....

Wolfgang Schaefer (schaeferw)

Warum sollte ich Saakaschwili weniger glauben als dem im Umgang mit westlichen Betroffenheitsaktionismus erfahrenen Putin? Das die Russen in Georgien selbst, in Abchasien und in Südossetien jede Gelegenheit zur Provokation genutzt haben, steht ja wohl außer Frage. Und das ihnen die durch Georgien führende Piupeline ein Dorn im Auge ist, vermutlich auch. Auch halte ich Saakaschwili nicht für so naiv, wie er hier dargestellt wird. Nachdem er den Konflikt eskaliert hat, dürfte er das Interesse des Westens an diesem vergessenen Krieg erfolgreich wachgerüttelt haben. Auch wenn Russland seine Ziele für's Erste erreicht hat: Die Warnung an die europäische Kundschaft, wie Russland mit unbotmäßigen Nachbarn umgeht, könnte kaum deutlicher ausgefallen sein. Einen fortdauernden Schwelbrand hätte Putin den offenen Flammen sicher vorgezogen, alles Andere ist mittelfristig schlecht für's Geschäft und treibt zentrifugale Tendenzen in den GUS-Staaten weiter an.

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16. August 2008 13:27

Wird es jemals Licht im Tunnel geben?

Konstantin Schneider (bundesboy)

So langsam wir also auch über die bisherigen Ungereimtheiten gesprochen. Doch sollten die Versuche, mit dem "Millimetermass" Schuld und Vorsatz zu beweisen mit allergrösster Vorsicht aufgenommen werden. Fakt ist, das sich seit Gamsachurdia's Zeiten, der nun wirklich ein Diktator war, ethnische Säuberungen unter georgischem Kommando durchgeführt wurden. Zu Rache und Recht gibt es in Georgien also seit jeher die unterschiedlichsten Meinungen. Angeblich soll Saakaschwili noch heute das Buch von Swiad Gamsachurdija mit dem Titel "Die geistige Mission Georgiens" als Lehrmittel benutzen, wenn er Seminare für seine durchgeknallten Chauvinisten abhält. siehe TAZ ==>>> http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2008%2F08%2F16%2Fa0216&cHash=2f52def2fd Saakaschwilis Fähigkeiten, seine unmittelbare Umgebung mit theatralischen Mitteln zu beeindrucken, müssen also bei jeder Begegnung mit eingerechnet werden. Allerdings mehren sich jetzt die Zeichen dafür, dass es tatsächlich das Temperament des georgischen Präsidenten ist, durch den sein Volk solch einen unverhältnismässigen Schaden erleiden muss.

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16. August 2008 12:53

Klar.

Ulrich Hinderer (tiger_78)

Schließlich ist Gori zu mindestens 80% zerstört, Tiflis wurde flächenbombardiert während russische Panzer auf die Stadt vorrücken. Die georgische Armee hat mit Wattebällchen geschossen, was ausreichte, um eine Kleinstadt in Schutt und Asche zu legen. Halt, nein, das waren ja russische Truppen: Zerstörung ist böse, mit Wattebällchen nicht möglich und die Bösen sind "die Russen". Erste sehr stolze Berichte über einen begonnenen Artillerieangriff zwecks Rückeroberung waren falsch. Wäre ja böse. Dann die zerstörte Ölpipeline, von deren Zerstörung der Betreiber nichts mitbekam. Da verwundert es nicht, dass russische Truppen schon im Grenztunnel waren. War es vor ein paar Tagen noch "wahnsinnig" gegen Russland zu kämpfen, passt das Gegenteil jetzt besser in die Geschichte. Fazit: Keine der beiden Seiten hat sich in diesem Konflikt mit Ruhm bekleckert, wie das in Kriegen so ist. Die Propaganda des Herrn Saarkaschwili wäre durchaus lustig, wenn für den Anlass nicht Menschen gestorben wären. Menschen, die dieser Mann höchstselbst in den Tod geschickt hat, was er jetzt verzweifelt versucht zu legitimieren. Glauben kann ich diese Geschichte aus seinem Mund leider nicht mehr. Seine Glaubwürdigkeit hat schwer gelitten die letzten paar Tag.

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16. August 2008 12:37

"Was hat sich dieser georgische Desperado gedacht?" - Claus Neufeld (anja87)

Karl-Heinz Lieblich (khlieblich)

Es deutet vieles darauf hin, daß die Vereinigten Staaten von Amerika, Georgiens Führung signalisiert hatte, daß eben das Problem "Süd-Ossetien" "gelößt" werden muß, bevor dieses Land der Nato einverleibt werden kann. Auch die schnelle weitgehende Gleichschaltung der westlichen Medien, bzgl. dieses Konfliktes, deutet darauf hin.

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16. August 2008 12:35

Solche Schwindler und Verbrecher.....

Fritz Stirlitz (belomorkanal)

..... sind also unsere Verbündeten? Eine Lüge nach der anderen von Sackarschwilli und unsere Frau Bundeskanzlerin stellt öffentlich auf die Seite dieser Verbrecher. Peinlich!

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16. August 2008 12:10

Der größte Märchenerzähler aller Zeiten

Andreas Riemer (rimandi)

Was haben wir von diesem Saakashwili nicht schon gesehen. Mal steht er im Feld und hält eine angeblich von Russen abgeschossene Rakete, natürlich ohne jede Beweise, mal wird eine Aufklärungsdrone von russischen Flugzeugen abgeschossen. Als Beweis gib es ein Video, auf dem nichts zu sehen ist. Und die deutschen Medien senden das, ohne kritisch nachzufragen. Bei N24 lief dieses Video alle 10 min 2 Tage lang. Was mich aber nervt, dass kein Mensch sich aufregte und auch nicht nachfragte, was diese Spionage-Drone da überhaupt machte. Den das verstoßte gegen die geltende UNO-Resolution, die den Frieden in der Region sichern sollte. Kein Sender, keine Zeitung befand es für wichtig genug, um das zu erwähnen. Und mit Sorge betrachte ich, wie der sog. Westen zu dem auch Dtl. gehört, immer mehr NATO missbrauchen, um die einzige legitime Weltinstanz, der alle, und nicht nur die fetten westlichen Länder angehören, zu umgehen.

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16. August 2008 11:40

Irreführung der georgischen Regierung geht weiter!

Naim Naim (abduho)

diese starre Haltung ohne jegliche Selbstschulderkennung macht mir große Sorgen! Gestern beschuldigte Saakashvili, dass die (alte) EU und NATO daran Mitschuld trägt, weil sie die Hilferufe für einen mililtärischen Beistand verweigert haben. ich frage mich nur, wie lange noch die westeuropäischen Politiker den "Rosen-Mischa" tatenlos zuschauen werden!

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16. August 2008 00:08

.. Russen schon im Roki Tunnel

Claus Neufeld (anja87)

Ohne die russische Reaktion auch nur annähernd zu tolerieren, was hat sich dieser georgische Desperado gedacht. Saakaschwili kann unmöglich geglaubt haben, dass sich USA, NATO, EU oder sonstwer in eine kriegerisches Auseinandersetzung mit Russland stürzen um ihm militärisch beizustehen.

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15. August 2008 18:46

Märchenstunde

Frank Garbe (Frank_Garbe)

Nun geht die Märchenstunde von Onkel Saakaschwili also weiter. Da soll die russische Armee bereits im Roki-Tunnel gewesen, bevor sich die georgische Führung zu einem Angriff entschloss. Und begründet wird dies wie? Richtig, die 58. Russische Armee soll nicht fähig sein, sich innerhalb weniger Stunden in Einsatzbereitschaft zu versetzen und einen Rückschlag organisieren zu können. Dagegen soll die kleine georgische Armee genau dies können. Und nicht nur das. Man erhoffte sich hier wohl offenbar gleich ganz Südossetien zu besetzen, bevor der böse Russe den Roki-Tunnel durchquert. Und diese so unvorbereitete Offensive konnte die südossetischen Abwehrstellungen mal eben überrennen - obwohl diese nach georgischen Angaben offenbar über Schwere Artillerie verfügt. Was dürfen wir wohl als nächstes hören? Das waren keine Georgie die dort angriffen, sondern pr-russische Agenten vom Mars?

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