23. Juni 2006 Nach dem schwarzen Donnerstag für die Schiedsrichter bei der WM in Deutschland ist die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa sauer auf die Unparteiischen. Vor allem die Fehlleistung von Graham Poll (England) beim WM-Vorrundenspiel zwischen Kroatien und Australien (2:2) am Donnerstag in Stuttgart brachte Fifa-Präsident Joseph S. Blatter auf die Palme.
Das kann ich nicht verstehen, und das kann ich auch nicht verzeihen. Da sind fünf Schiedsrichter bei einem Spiel, von denen vier per Funk verbunden sind. Ich kann nicht nachvollziehen, daß sich keiner eingeschaltet hat. Das darf einem Gespann nicht passieren. Ich kann mir das nur mit einem Blackout erklären, sagte Blatter am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Der Schweizer machte zudem keinen Hehl daraus, daß er Poll bei der Endrunde nicht mehr im Einsatz sehen will: Ich denke, daß die Schiedsrichter-Kommission soviel Fingerspitzengefühl hat, um eine richtige Entscheidung zu treffen.
Drei Gelbe karten: Regeltechnischer Fehler
Poll hatte am Donnerstagabend für ein Kuriosum gesorgt. Der Referee zeigte dem Kroaten Josip Simunic insgesamt drei Gelbe Karten. Nach der Verwarnung in der 61. und 90. Minute verpasste es Poll, den Berliner den Regeln entsprechend mit Gelb-Rot vom Platz zu schicken. Erst nach seiner dritten Gelben Karte in der dritten Minute der Nachspielzeit wegen Meckerns wurde Simunic des Feldes verwiesen.
Die Verwirrung wurde dann durch die nachträgliche Veränderung des offiziellen Matchreports komplettiert. In der ersten Version wurden Gelbe Karten gegen Simunic in der 62., 90. und dritten Minute der Nachspielzeit plus der Gelb-Roten Karte ausgewiesen. Wenig später folgte eine veränderte Fassung mit Gelben Karten nur noch in der 61. und dritten Minute der Nachspielzeit plus der Ampel-Karte. Der Weltverband wertete den Vorfall in Stuttgart offiziell als regeltechnischen Fehler.
Zwei Elfmeter übersehen, ein Abseitstor gegeben
Kroatien hätte theoretisch sogar eine Neuansetzung verlangen können. Da während des Spiels aber kein Protest eingelegt wurde, zählt das Ergebnis, sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler. Die Fifa kann von Glück sprechen, daß der Fehler Polls keine Auswirkungen auf den Ausgang in der Gruppe hatte. Die Australier, denen das Remis zum Weiterkommen reichte, hätten bei einem negativen Ausgang sicher Protest eingelegt und den Fortgang des Turniers damit blockiert.
Poll hatte neben seinem Fehler beim Feldverweis von Simunic zwei klare Strafstöße zu Gunsten Australiens und die Abseitsstellung beim entscheidenden Treffer von Harry Kewell (79.) übersehen. Die australische Zeitung Sydney Morning Herald brachte die Leistung des Unparteiischen beim fünften Spiel der WM-Geschichte mit drei Platzverweisen - schon das zweite bei dieser Endrunde nach der Partie Italien gegen die USA (1:1) am vergangenen Samstag - auf den Punkt: Poll war wohl krank.
Merk hat unmöglichen Strafstoß gegeben
Doch nicht nur Poll steht in der Kritik. Ausgerechnet der zweimalige Welt-Schiedsrichter Markus Merk (Otterbach) leistet sich beim 2:1-Sieg Ghanas über die USA einen kapitalen Fehler. Merk hatte nach einem harmlosen Rempler von Oguchi Onyewu an Razak Pimpong auf Strafstoß entschieden, so das zweite Tor Ghanas durch Stephen Appiah eingeleitet und sich bei den Amis zur persona non grata gemacht.
Auf die Leistung Merks ging Blatter nicht ein, dennoch will der Fifa-Boss die Möglichkeiten von technischen Hilfsmittel weiter prüfen und fördern: Es gibt keine Perfektion, die Schiedsrichter sind nun einmal Menschen. Aber wir haben schon zwei Tore bei der WM gesehen, die nicht gegeben wurden. Wir werden weiter Geld bereitstellen, um zukünftig besser erkennen zu können, ob ein Tor gefallen ist oder nicht. Blatter denkt dabei in erster Linie an die Optionen des Chips im Ball und eine am Tor befestigte Kamera. Fernseh-Bilder als Beweismittel lehnt der Schweizer jedoch ab: Wir werden defintiv keine TV-Bilder zu Hilfe nehmen. Durch die Kamera-Winkel wird das Bild immer verfälscht.
Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: AP, REUTERS
Die SPD nach Dresden: Generationenwechsel
Apec: Der asiatisch-pazifische Anti-Klima-Gipfel
| Tops | in % | |
| FMC | +2,10% | |
| Infineon | +1,35% | |
| ThyssenKrupp | +1,23% |
| Flops | in % | |
| MAN | −0,79% | |
| Volkswagen | −1,85% | |
| Commerzbank | −2,58% |
@Marvin Parsons (m apar) - Jetzt brauchen Sie nur noch einen der das glaubt...
22:37 22:37 22:36 22:24