21. Juni 2006 Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit dem dritten Erfolg im dritten Spiel bei der Fußball-WM den Respekt der internationalen Presse erarbeitet. Eine schwarz-weiße Glut hängt über Deutschland, da die Mannschaft dem bürokratischen Fußball abgeschworen hat. Das neue Modell steht für Leidenschaft und Abenteuer, kommentierte die niederländische Tageszeitung Volkskrant.
Der kommende Gegner Schweden ist allerdings davon überzeugt, die DFB-Elf mit einem Sieg aus dem Turnier zu befördern. Nein, danke, Klose! Im Achtelfinale muß der Torschützenkönig gestoppt werden. Das Spiel am Samstag kann ein schwedischer Klassiker und ein deutscher Alptraum werden, schrieb Expressen. Die internationalen Pressestimmen zur Fußball-WM im Überblick:
Deutschland - Ecuador (3:0)
ARGENTINIEN
Ole: Deutschland hatte den stärkeren Willen und größere Treffsicherheit. Ballacks Paß auf Klose war eine Perle.
La Nacion: Deutschland hält das Haus in Ordnung. Die Gastgeber stopften Ecuador das Maul. Der Sieg gibt der Euphorie im Land weiter Schwung.
Clarin: Die Germanen waren erneut nicht zu stoppen. Der Panzer hält Kurs auf Platz eins. Willkommen im Klub der Teams, die guten Fußball spielen.
BRASILIEN
O Globo: Deutschland nutzte den Heimvorteil und wurde 90 Minuten mit viel Krach von den Fans unterstützt. Das Team zeigte einen Fußball, der es endgültig zu einem Kandidaten auf den Titel macht.
Jornal do Brasil: Deutscher Spaziergang. Deutschland beeindruckt gegen den bisherigen Favoritenschreck und geht England aus dem Weg.
ECUADOR
La Hora: Deutschland unterbrach Ecuadors Höhenflug bei der WM und holte ein geschwächtes Team durch ein 3:0-Schützenfest aus den Wolken.
Expreso: Suarez' Plan, die Besten zu schonen, kommt uns teuer zu stehen. Jetzt geht es gegen die mächtigen Engländer um Leben und Tod.
ENGLAND
The Sun: Deutschland holt leicht und locker den Gruppensieg. Klinsmann bejubelt seine nimmermüden Stürmer.
Guardian: Podolski fängt den Geist des neuen Deutschland ein. Deutschland bricht in Schweiß aus, aber nur wegen des Wetters.
The Independent: Kloses Doppelpack macht Deutschland heiß auf die richtig großen Gegner. Jetzt hoffen sie auf zwei weitere Spiele in Berlin.
NIEDERLANDE
Volkskrant: Eine schwarz-weiße Glut hängt über Deutschland, da die Mannschaft dem bürokratischen Fußball abgeschworen hat. Das neue Modell steht für Leidenschaft und Abenteuer.
Telegraaf: König Klose! Ecuador schien lahm zu sein und unter der Hitze zu leiden.
SPANIEN
Marca: Der Pole Klose antwortet mit seinem zweiten Doppelpack auf die Tore von Fernando Torres. Deutschland fegt Ecuador ohne Mühe vom Platz.
AS: Klose: Beruf Torjäger. Der deutsche Stürmer erfüllt alle Qualitäten. Insgesamt haben die Deutschen nicht viele Mittel, aber sie sind effektiv.
Cadena Ser: Klinsmann macht seine Jungs scharf. Deutschland kennt kein Erbarmen mit seinen Gegnern.
Schweden - England (2:2)
SCHWEDEN
Expressen: Blaugelber Tanz! Die Trinidad-Schande ist vergessen. Der Traum von der Wiederholung der WM 1994 ist zurück. Danke! Danke, Mackan (Allbäck). Danke, Henke (Larsson). Danke Paraguay. Nein, danke, Klose! Im Achtelfinale muß der Schützenkönig gestoppt werden. Das Spiel am Samstag kann ein schwedischer Klassiker und ein deutscher Alptraum werden.
Aftonbladet: Jetzt wollen wir euer Fest stören, Deutschland. Mein Gott (auf Deutsch). Wir sind nicht die Besten, aber wir werden Deutschland schlagen! Deutschland bläst zur WM-Jagd - aber Schweden hat eine Mannschaft, die nie, niemals aufgibt. Der Krieg der Worte ist schon im Gange.
Norrköpings Tidningar: Eine makellose Wandlung macht Hoffnung auf mehr. Von deklassierten Tölpeln zu mutigen blaugelben Männern. So eine Wandlung hat man seit der jüngsten Aufführung von Dr. Jekyll und Mr. Hyde nicht mehr gesehen.
ENGLAND
The Sun: Super-Stevie rettet den Tag. Jetzt bringt uns, äh, Ecuador. Unser nächster Gegner verspeist als Nationalgericht gerne gegrilltes Meerschweinchen. Wir sind einem Showdown gegen den alten Feind Deutschland - vorerst - aus dem Weg gegangen.
Mirror: Joe de Cologne! Eriksson erliegt erneut dem Schwedenfluch. England erreicht nervös die zweite Runde und ein Date mit Ecuador.
The Guardian: England stolpert, Owen fällt.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: AP