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Fußball

Martin Lorenz wird gegen die Deutsche Nationalelf kicken

Von Nadja Kirsten




12. Mai 2006 
Die Halbzeitpause beim Länderspiel Deutschland-Italien werden der potsdamer IT-Student Martin Lorenz und seine Fußballkollegen vom FSV63 Luckenwalde nicht so schnell vergessen. Denn seither steht fest: sie werden am 16. Mai gegen die Nationalelf antreten. Möglich macht es die WM-Kampagne „Club 2006“ des Deutschen Fußballbundes. Rund 4.200 Clubs aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich beteiligt, das Losglück war am Ende mit den Luckenwaldern.

Martin Lorenz spielt in der Verbandsligamannschaft seines Vereins im linken Mittelfeld. „Mein Gegenspieler könnte Bastian Schweinsteiger sein“, mutmaßt er. Lorenz kickt, seit er sechs ist. Beim FSV Luckenwalde spielt er seit 17 Jahren. Nach der Schule schwankte der versierte Amateurspieler zwischen Fußball und Uni - und entschied sich fürs Studium der Softwaresystemtechnik am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Der Fußball geriet nicht völlig ins Abseits, dreimal die Woche geht´s nach wie vor zum Training, ein guter Ausgleich zum Studium. Grund zur Nervosität sieht Lorenz angesichts der Begegnung mit Klinsmanns Team nicht. „Schließlich hängt nichts dran, wir kämpfen ja nicht gegen den Abstieg“, kommentiert er locker. Er denkt zwar jeden Tag an das Spiel, doch allzuviel Zeit, sich den Kopf zu zerbrechen, hat er nicht - dafür sorgt schon sein Studium. Zwei mal dreißig Minuten werden die Luckenwalder gegen die deutsche Nationalelf auf dem Platz stehen. Mit zu harten Bandagen will keiner kämpfen. „So kurz vor der WM aus Versehen einen Nationalspieler zu verletzen - das wäre schrecklich“, so Lorenz.

Daß die Luckenwalder Tore kassieren werden, daran zweifelt er nicht. „Aber zweistellig zu verlieren, wäre nicht gut“, sagt er. Sein Traumergebnis? „Die acht Tore, wir zwei. Andrerseits - wenn es so kommt, müßten wir uns Sorgen um die WM machen.“

Nachtrag: Das Spiel endete mit 7:0 für die Nationalelf.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 83, 2006
Bildmaterial: privat