Bücher und Graphik

Sonnenscheibe

Von Thomas W. Kuhn

Priapuskult in Federzeichnungen: Die französische Übersetzung des Werks von Richard Knight aus dem späten 18. Jahrhunderts ist auf 12.000 Euro geschätzt.

Priapuskult in Federzeichnungen: Die französische Übersetzung des Werks von Richard Knight aus dem späten 18. Jahrhunderts ist auf 12.000 Euro geschätzt.

26. September 2008 Das Globen-Paar stammt von Vincenzo Coronelli, einem Venezianer, der von keinem Geringeren als Ludwig XIV. Aufträge erhielt; die kunstvoll gestalteten Stücke, die Himmel und Erde verbildlichen, sind auf dem Stand ihres Entstehungsjahrs 1696. Sie gehören mit geschätzten 50.000 Euro zu den Spitzen der mehr als 1300 Positionen umfassenden Auktion am 26. September bei Venator & Hanstein in Köln. Die gleiche Taxe gilt bei den naturwissenschaftlichen Werken der „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“ von Wolf und Meyer, mutmaßlich aus der Bibliothek des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen; die zwei Mappen mit 176 Kupfertafeln umfassen 29 der dreißig Lieferungen.

Unter der Dürer-Graphik besticht der „Heilige Hieronymus im Gehäus“ durch seinen sehr guten Erhaltungszustand (Taxe 9000 Euro); edelstes Stück von Rembrandt ist sein „Faust“ (15.000) - einst gehörte dieses Blatt dem englischen Maler Thomas Lawrence. Unter den Handschriften verdient ein Stundenbuch aus dem nördlichen Frankreich, um 1480, Beachtung, das zwar nicht ganz vollständig ist, aber reizvoll durch elf charmante Miniaturen, in denen sich gotische Tradition mit italienisch inspirierter Modernität paart (10.000).

Ein Konvolut von Joseph Beuys

Am folgenden 27. September kommen moderne Graphik, Kleinplastiken und Multiples zum Aufruf. Unter den mehr als 850 Losen befinden sich allein 37 Arbeiten von Beuys, dabei die „Sonnenscheibe“ von 1973 aus der Edition Schellmann (5000). Von Sigmar Polke findet sich der Offsetdruck „Freundinnen I“, betörende Sirenen biederer Werbeerotik in großzügig gepunkteter Badebekleidung von 1967 (3000), von Horst Janssen gibt es unter neunzehn Losen drei handgeschriebene Briefe mit launigen Zeichnungen (je 3000). Erneut kommen Kunstwerke aus der Sammlung Hans-Siegfried und Jutta Schuster unter den Hammer, deren Erlös schon im Frühjahr der Kinderkrebshilfe der Mildred-Scheel-Stiftung zugutekam.

Es handelt sich um zwei Bleistiftzeichnungen Liebermanns, ein „Stehendes Mädchen“, wohl Studie für das Gemälde „Die Flachsscheuer“ von 1887 (1000), und das Porträt einer älteren Dame aus der Zeit um 1915/16 (1500). Das Toplos bei den modernen Kunstbüchern stellt der Werkkatalog zu Picasso von Christian Zervos in 34 Bänden (18.000). Rares wird auch von Yves Klein angeboten, wie der legendäre Katalog „Monochrome und Feuer“, der 1961 zur Ausstellung in Haus Lange in Krefeld erschien, inklusive dreier loser Blätter in Blau, Pink und Gold (3000).

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Venator & Hanstein

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Wolf und Bernhard Meyer schufen die ''Naturgeschichte der Vögel Deutschlands'' aus dem Jahr 1805 (Taxe 50.000 Euro).
				  Auf der ''Flucht nach Ägypten'': aus dem um 1480 entstandenen französischen Stundenbuch (Taxe 10.000 Euro)Bilder von Erde und Himmel: Vincenzo Coronellis Globenpaar aus dem Jahr 1669 (Taxe 50.000 Euro) Die Karte der Bermuda-Inseln aus dem vierbändigen Atlantenwerk Antonio Zattas (16.000 Euro).Zwei Lausbuben vor dem Herrn: Die Ausgabe von Wilhelm Buschs ''Max und Moritz'' aus dem Jahr 1865 (Taxe 36.000 Euro)