Von Brita Sachs, München
10. Juni 2008 Gleich in seiner Premiere am 12. und 13. Juni kommt das neue Münchner Haus Art & Auktionen mit zwei Spitzweg-Gemälden daher: Einen Nixenfang, den der Gemütsmaler einem rotbemäntelten Menschen auf hoher Burgterrasse andichtet, der die Angel nach unten badenden Frauen auswirft, beziffert der Katalog mit 120.000Euro. Dagegen liegt das feine Landschaftsstück mit Brücke und Stauden, wo Spitzweg als Könner des sonnenwarmen Fleckchens brilliert, nur bei 28.000 Euro. Zwei Dinge fallen auf im rund hundert Bilder umfassenden Angebot, das den Start von Michael Scheublein und Martina Neumeister-Scheublein begleitet: die zum Teil extrem niedrigen Taxen im vierstelligen Bereich und viele Gemälde aus der Sammlung Georg Schäfer, die nach Zwischenstationen erneut Eigentümer suchen: so Albrecht Adams gewitterscheue Rassepferde auf der Weide (Taxe 8000 Euro) und Heinrich Bürkels gleich hoch mit Schneegipfeln gelegenes Gebirgsdorf (20.000).
Leibls Bildnis des Geheimen Kommerzienrats Gustav Michels kommt denselben Weg (9000). Zu den jüngsten Gemälden im neuen Haus zählt Slevogts Blick auf die Villa in Godramstein bei Novembernebel, datiert 1909 (30.000). Am zweiten Tag gehört das Quartier in der Widenmayerstraße dem Kunsthandwerk. Die Schwertermarke kennzeichnet das Meissener Schäferpärchen auf Rocaillesockel (6500), und Meissen-Porzellan mit Chinoiserien, bemalt von Johann Engelbrecht, füllt neben Silbersachen auch einen lederbezogenen Reisekoffer um 1725 (23.000Euro).

Eine Brücke im Grünen: In den Jahren 1840/45 malte Carl Spitzweg diese Landschaft (32 mal 46 cm; 28.000 Euro).
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Art & Auktionen