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Kunst und Kunsthandwerk

Ein Russe in Cassis

Glücklicher Einstand: In München blickt man bei Art & Auktionen Scheublein auf eine gelungene Premiere zurück. Zum Erfolg der ersten Auktion konnten besonders Werke aus der Sammlung Georg Schäfer beitragen.

Von Brita Sachs, München

Es graut und stürmt: Max Slevogts Gemälde „Blick auf die Villa in Godramstein” von 1909 spielte 35.000 Euro ein (Taxe 30.000 Euro).Es graut und stürmt: Max Slevogts Gemälde „Blick auf die Villa in Godramstein” von 1909 spielte 35.000 Euro ein (Taxe 30.000 Euro).
02. Juli 2008 

Wie angegossen passt der neue Auktionstisch in das elegant-funktionale Ambiente ehemaliger Räume einer Luxuszeitschrift, in die vor ein paar Wochen Münchens neues Versteigerungshaus Art & Auktionen Scheublein einzog. Als Michael Scheublein sich jetzt daran niederließ, um erstmals in der eigenen Firma den Hammer zu schwingen, assistierten am Telefonpult am anderen Ende des Saals seine Frau und Geschäftspartnerin Martina Neumeister-Scheublein und die eigens angereisten Kinder.

Die Premiere mit Kunst und Kunsthandwerk nahm einen respektablen Verlauf vor allem beim Kernstück des Angebots, rund hundert Nummern Gemälde des 19. Jahrhunderts. Etwa ein Viertel davon stammte aus der ehemaligen Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt, oder aus späterem Besitz von Angehörigen des Sammlers und verkaufte sich dessen Renommee entsprechend gut. So brachte Heinrich Bürkels "Gebirgsdorf mit Brunnen" 26.000 Euro (Taxe 20.000) - geboten, wie die meisten Zuschläge, von privater Seite.

Ein Kommerzienrat für Köln

Von Wilhelm Leibl war das Bildnis eines würdigen geheimen Kommerzienrats Gustav Michels zu haben; für 16.000 Euro (9000) trat es den Weg nach Köln an. Und Max Slevogt malte 1909 bei Novembernebel einen Blick auf die Villa in Godramstein, der bei 35.000 Euro (30.000) den Eigentümer wechselte. Andere Provenienz wies das Toplos auf, das 1927 Alexander Iacovleff signierte und das einen Maler mit Staffelei über einer sanft hügeligen Bucht bei Cassis zeigt: Der 1938 in Paris gestorbene gebürtige Petersburger erzielt hohe Preise auf dem russischen Markt.

Erst im April brachte ein großes Gemälde mit kirgisischem Thema in New York mehr als 700.000 Dollar; aber auch die französische Landschaft gefällt in Russland: 90.000 Euro wurden von dort für das Gemälde bewilligt, das nur auf 5000 Euro geschätzt war. "Nixen angeln" liegt wohl zu abseits von beliebten Spitzweg-Themen, jedenfalls fiel dies Hauptlos durch. Beim Kunsthandwerk fand ein Reisemundwerk des 18. Jahrhunderts Gefallen, das, mit Augsburger Silber und Meißener Porzellan bestückt, für 22.000 Euro, leicht unter der Taxe, in Münchner Privatbesitz ging.

Ikone des 19. Jahrhunderts: Dieses russische Bildnis des Heiligen Nikolaus erreichte 2800 Euro (Taxe 600 Euro).
Ikone des 19. Jahrhunderts: Dieses russische Bildnis des Heiligen Nikolaus erreichte 2800 Euro (Taxe 600 Euro).

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Art & Auktionen Scheublein

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Jemand wartet auf Dich. <BR/>Irgendwo in dieser Stadt gibt es sie, die Eine. Es wird Zeit, dass sich die Wege kreuzen.Verlagsinformation
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Jemand wartet auf Dich. Irgendwo in dieser Stadt gibt es sie, die Eine. Es wird Zeit, dass sich die Wege kreuzen.

Gesellschaft in der Höhe: Die Tafel „Gebirgsdorf mit Brunnen” von Heinrich Bürkel wurde bei 26.000 Euro zugeschlagen (von 1841; Taxe 20.000 Euro).Für diese 13 Zentimeter hohe silberne Teedose aus Danziger Produktion wurden 2500 Euro bewilligt (etwa 1720; Taxe 2200 Euro). Im doppelten Sinne ein Künstlerblick: “Maler in südfranzösischer Landschaft“ von A. Iacovleff erreichte 90.000 Euro (von 1927; Taxe 5000 Euro).Bewachsene Schlichtheit: Dieses 31 Zentimeter hohe Deckelvase von Nymphenburg konnte 350 Euro einspielen (Taxe 400 Euro). Aus der Dunkelheit schälte Wilhelm Leibl sein „Bildnis des Geheimen Kommerzienrates Gustav Michels”. Für das Gemälde aus dem Jahr 1868 wurden 16.000 Euro bewilligt (Taxe 9000 Euro).In der ersten Hälfte der 1720er Jahre entstand in Meißen und Augsburg dieses, jetzt für 22.000 Euro zugeschlagene, Reise-Mundzeug. (Taxe 23.000 Euro).