Von Angelika Heinick, Paris
Der Pariser Auktionsmarkt versucht, das Jahr in Schönheit zu beenden: Christie's gibt am 1. Dezember den Auftakt mit der glanzvollsten Impressionisten- und Modernesammlung, die seit langem in Paris zum Aufruf kommt. Die Modeschöpferin Jeanne Lanvin hat im frühen 20. Jahrhundert ein dem Leitfaden weiblicher Anmut folgendes Konvolut von Gemälden und Zeichnungen von Degas, Renoir, Pissarro, Bonnard, Vuillard bis hin zu Braque und Picasso zusammengestellt.
Renoir huldigt der Frau Monets, die im blauweißen Tageskleid von ihrer Handarbeit aufschaut, mit La tapisserie dans le parc, Camille Monet (Taxe 2,5/3,5 Millionen Euro). Die sinnliche Rückenansicht der von Degas in Pastellkreide skizzierten Femme au chapeau bleu ist ebenso mit 800.000 bis 1,2 Millionen Euro beziffert wie die elegante Strandgesellschaft auf Eugène Boudins L'embarcadère à Trouville (élégantes en crinolines sur la jetée). Ein Teil des auf zwanzig Millionen Euro geschätzten Umsatzes ist für die Stifungen der Lanvin-Tochter Marie-Blanche de Polignac bestimmt.
Eine Zeichnung von Seurat aus Privatbesitz
Zwei Tage später kann Sotheby's mit seiner Impressionismus- und Moderne-Auktion zwar keine geschlossene Sammlung auffahren, aber immerhin eine Gesamttaxe von neun bis dreizehn Millionen Euro vorweisen: Die zwischen 1887 und 1888 in Conté-Kreide und Gouache ausgeführte Zeichnung Au divan japonais von Seurat wird als eines seiner bedeutendsten Werke in privater Hand angekündigt.
Die Kabarettszene, die dem Gemälde Le Chahut von 1888 bis 1889 voranging, war zuletzt 1941 im Metropolitan Museum in New York ausgestellt (Taxe 750.000/1 Million Euro). Totenschädel und Buch stammt aus einer Serie von Vanitasgemälden, die Picasso nach 1943 fertigte; das Tafelbild vom Februar 1946 behielt der Künstler bis zu seinem Tod (1 Million/ 1,5 Millionen).
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Christie's, Sotheby's