Vorerst beschlagnahmt: Steinmaske der Tafi , entstanden zwischen 100 und 300 nach Christus (27 cm hoch)

Umstrittene Maske: In Paris ist eine präkolumbische Plastik versteigert worden. Ihre Provenienz gilt als sauber. Dennoch hat Argentinien die Beschlagnahmung des Stückes erwirkt. Von Angelika Heinick, Paris

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Juli 2008 20:21
Provenienz belanglos -- nur aufs Geld kommt es an  
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Solange ein Kunstwerk heute im Auktionskatalog einen hohen Schätzpreis erzielt, erheben die Herkunftsländer automatisch Anspruch darauf. Bekannte von mir besitzen Wände voll präkolumbischer Kunst, die sie einst an Ort und Stelle von einwandfreien Kunsthandlungen legitim erwarben, doch wehe, wenn sie jetzt mal ein Stück versteigern wollten, nachdem die Preise gestiegen sind.

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01. Juli 2008 19:48
Wem gehört die Kunst untergegangener Kulturen?  
TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Hat Argentinien einen moralischen Anspruch auf Prä-Kolumbus-Kunst, Ägypten auf pharaonische Kunst usw.? Es mutet seltsam an, dass die Nachfahren derer, die eine Kultur einst zerstörten sich als legitime Eigentümer von deren künstlerischen Überbleibseln sehen. Insbesondere für den Nahen Osten gilt, dass die Mehrzahl der erhaltenen antiken Kunstwerke verlorengegangen wären, wären sie nicht von Europäern außer Landes geschafft worden.

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