Bayerische Initiative

Stoiber will Anti-Doping-Gesetz

12. September 2006 Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat die Aussage des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble begrüßt, daß bereits der Besitz von Dopingmitteln künftig unter Strafe gestellt werden könnte.

An diesem Mittwoch will das bayerische Kabinett seinen eigenen Gesetzesvorschlag zur staatlichen Dopingbekämpfung beschließen, der dann in den Bundesrat und in die Beratungen der Großen Koalition eingebracht werden soll. Stoiber sagte, er sei zuversichtlich, daß in Deutschland aus den jüngsten Dopingskandalen die richtigen Konsequenzen gezogen würden. "Wir brauchen in Deutschland noch in diesem Jahr ein wirksames Anti-Doping-Gesetz für Sauberkeit im Sport", betonte der CSU-Chef. Er sei überzeugt, daß es dafür "einen breiten politischen Konsens in der Großen Koalition" geben werde. Bundesinnenminister Schäuble (CDU) hatte in einem Interview mit dieser Zeitung angekündigt, daß der gesetzgeberische Prozeß bereits im Herbst beginnen werde.

Bayern für Kronzeugenregelung

Stoiber hatte nach den Doping-Enthüllungen um den deutschen Radprofi Jan Ullrich im Juli eine Initiative für ein Antidoping-Gesetz angekündigt und das bayerische Justizministerium mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs beauftragt. Kernpunkt dieser Initiative ist, daß künftig jeder Sportler persönlich beim Besitz von Dopingmitteln strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden soll. Bayern möchte zugleich einen neuen Straftatbestand Sportbetrug einführen, der bei vorsätzlichem Doping angewandt werden soll. Diesem Vorschlag steht Schäuble allerdings skeptisch gegenüber: "Davon halte ich systematisch wenig."

Außerdem soll nach der bayerischen Initiative eine Kronzeugenregelung entlarvten Dopingsündern einen Anreiz bieten, bei der Überführung von Drahtziehern und Hintermännern mitzuhelfen. Stoiber sagte: "Sport und Staat haben die Verantwortung, daß sportbegeisterte junge Menschen auf saubere Helden schauen und nicht auf falsche."

Text: oni., F.A.Z.

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