Eine Anfrage zwecks etwaiger Aufnahmen in die GSD läuft ebenfalls, doch die Amtsmühlen mahlen langsam. Sehr langsam... Ein Fanprojekt ist übrigens eine neutrale, von Stadt, Land & Verein finanzierte Institution, die von Sozialpädagogen geleitet wird. Ihre Aufgabe ist es insbesondere jungen Fans präventiv gewaltfreie Wege in der Fanszene aufzuweisen, respektive auffällig gewordene Fans zu resozialisieren. So sollen sie z.B. durch das Stadionverbot nicht komplett aus ihrem Freundeskreis gerissen werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass sie erst Recht auf die schiefe Bahn gelangen könnten. "Gewalttäter" sind allerdings kein Teil des Fanprojekts. Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Somit dürfte es für sie nun auch verständlicher sein, warum sich durchaus auch diese Leute vor Ort befanden. Noch mal zum Eingangsthema: Ich sage nichts gegen eine Gewalttäter Datei, die diesen Namen auch verdient. Schließlich beschneiden die Leute, die ZU RECHT in dieser Datei stehen ja auch die Freiheiten der aktiven (aber gewaltfreien) Fans. So lange aber Leute für Wildpinkeln vorm Stadion in eine Hooligandatei wandern, darf sich in einer Demokratie keiner beschweren, wenn es Leute gibt, die sich gegen "das System" wehren.
Danke erstmal dafür, dass es nun doch gelungen ist, eine sachlichere Diskussionsbasis zu schaffen. Vornweg: Natürlich ist die Polizei weisungsgebunden, das wurde von mir zuletzt evtl. zu pauschal formuliert. Meine Äußerungen bezogen sich stets auf die gesamte, staatliche Vorgehensweise rund um die GS-Datei. Die Bestätigung liegt nicht vor, sie haben Recht. Leider wird man über die Aufnahme in die Datei nicht informiert, sondern meistens bei irgendeiner Gelegenheit damit überrascht, dass man sich in der Datei befindet. So durfte ein Bekannter zuletzt beim Länderspiel nicht ausreisen, da er sich in dieser Datei befände. Er würde schließlich selbst wissen, was er "damals in Bayreuth angestellt" hätte. Wusste er auch, seine Personalien wurden aufgenommen, weil er einen Aufkleber an eine Laterne klebte - sicherlich nicht das staatsbürgerlichste Verhalten - für die Aufnahme in eine (siehe Überschrift) "Hooligan-Sammeldatei" aber durchaus etwas zweifelhaft. Nach dem selben Prinzip kann man sich auch ein Stadionverbot einfangen - Begründung genug, warum sich z.B: Ultras GE nicht von allen Stadionverbotlern distanzieren.
Ein sehr interessanter Bericht! Nur so wie ich das lese, gibt es eine Anordnung aufgrund der StA Dortmund. Einer solchen Anordnung zur ED-Behandlung hat die Polizei folge zu leisten, da StA gegenüber der Polizei weisungsbefugt ist. Das bei einer solchen Maßnahme Videoaufnahmen gefertigt werden und auch bei 220 Fans ein größeres Polizeiaufgebot von Nöten ist, ist normal! In diesem Text behaupten die Ultras GE zwar, dass diese Daten in die "Gewalttäter Sport" Datei übernommen werden, aber der Nachweis fehlt.Wurden Stadionverbote aufgrund dieser Aktion ausgesprochen? Auch dieser Nachweis fehlt. Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass laut eigenen Angaben "Fans" mit Stadionverbot oder bekannte Gewalttäter laut eigenen Angaben in diesem Fanprojekt beteiligt sind. Wieso distanziert sich die Gruppe Ultras GE nicht von solchen Leuten. Dann wären solche Maßnahmen wahrscheinlich hinfällig.
Hiermit möchte ich den letzten Versuch unternehmen, all' "meine" Kritiker hier auf das von mir angeschnittene Thema zu lenken. Es geht nicht um die tatsächlichen Hooligans in dieser Datei. Mir geht es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass die Datei vollkommen aufgebläht ist mit Personen, die den Titel "Gewalttäter Sport" nicht verdienen, aber mit den Folgen der Eintragung leben müssen. Bisher ist KEINER (!) von ihnen auch nur annähernd auf die genannten, belegbaren Sachverhalte und Beispiele eingegangen, die diesen - sogar von Ex-Innenminister Schily anerkannten (!!) - Fakt unterstreichen. Daher möchte ich sie nochmals bitten, sich den unten stehenden Link zu Gemüte zu führen, und mir danach ehrlich und unter Einbeziehung ihres gesunden Menschenverstandes mitzuteilen, ob sie es für richtig halten, diese 170 Personen in die Datei aufzunehmen. Allerdings befürchte ich, dass wiederum keiner auf den eigentlichen Sachverhalt eingehen wird, sondern mir populistische Sätze im BILD-Niveau wie "Ultras? Das sind doch eh alles Hooligans" oder "da hatte bestimmt einer einen 'Scheiß BVB'"-Aufkleber dabei um die Ohren fliegen. http://www.fansmedia.org/index.php?option=com_content&task=view&id=51&Itemid=1
Im Impressum der von Herrn Lehne genannten Web-Präsenz wird als einziger namentlich Herr S.B. genannt. Derselbe S.B. erscheint als erster Ansprechpartner auf der Web-Präsenz der Gruppe Pfalz Inferno (siehe Kontakt/E-Mail), die diese Aufkleber vertreibt. Es geht also nicht um ein paar Ecken. Die Verbindung zwischen denen mit den kriegerischen Parolen ("Destroy the Bastards") und denen, die den Rechtsstaat gegen die Polizei zu verteidigen vorgeben, ist ganz direkt und offen ersichtlich. TF
Zitat: "Schlussendlich ist es aber ein Problem der Gesellschaft: Fußballfans haben keine Lobby, und sobald jemand eine Uniform trägt, wird er schon Recht haben..." Sie reien sich mit solchen Äußerung in die extreme Linke und Rechte ein. Diese fühlen sich auch von Gesellschaft und Polizei missverstanden. Ich gönne Ihnen eine Tüte Mitleid! Aber glauben sie mir, die Gesellschaft und die Polizei mag eigentlich die friedlichen Fußballfans, zumal es auch in diesen beiden Gruppierungen Fußballfans geben soll (ganz ehrlich!)
Zunächst einmal hat die Polizei (wer ist denn das eigentlich) kein Interesse daran, Fußballfans vom Besuch des Stadions abzuhalten (schwarze Schafe sind leider immer dabei). Ein Großteil der bei Spieltagen eingesetzten Polizisten sieht sich auch lieber ein schönes Spiel an und kehrt am Abend ohne Schlägereien oder dergleichen nach Hause heim (ich spreche aus eigener Erfahrung!). Davon Mal abgesehen hätten die Kollegen bestimmt besseres zu tun, als sich jedes Wochenende wieder mit einem Bruchteil dieser s.g. Fans auseinander zu setzen. Nur wie sonst soll es gelingen, diese o.g. Personengruppe Einhalt zu gebieten? Sollen doch die Fußballvereine mehr Ordner stellen, dann gehen die Polizeieinsätze auch nicht mehr zu Lasten der Steuerzahler sondern werden dem Ticketpreis der Stadionbesuch aufgeschlagen. Und nur weil der Bundesrat zu "duselig" ist diese Rechtsverordunung zu genehmigen sollen gewaltbereite Hooligans wieder ins Stadion dürfen? Naja, notfalls kann die Polizei zur Verhütung von Straftaten ja noch auf die Polizeigesetze der Länder zurückgreifen! Und wie die Richterin schon selber sagt: die Datei ist vielleicht noch rechtswidrig, aber die Verfügungen der Polizeibehörden nicht.
Wir vergleichen gerade einen Aufkleber (!), der über Ecken irgendwas mit dem Webmaster (Pro Fans selbst wird von Vertretern 29 dt. Vereine getragen, die sich seltsamer Weise bei ihren Treffen nicht regelmäßig an die Gurgel gehen.) zu tun hat mit staatlichen Repressionen? Nun gut, nicht nur Pro Fans sondern auf BAFF (Bündnis Aktiver Fußball Fans) ist mittlerweile anerkannter Gesprächspartner des DFB in Fanfragen. Vielleicht wollen sie sich ja bei dieser Organisation unter www.aktive-fans.de zur Recherche begeben. Mit Sicherheit finden sie über irgendeine Verbindung einen ihrer Meinung nach gewaltverherrlichenden Anstecker. Vielleicht wollen sie sich aber nochmal ernsthaft mit einem objektiven Bericht beschäftigen, der erklärt, wie die Polizei 170 Einträge in die GS-Datei an einem Tag erreicht. Schlussendlich ist es aber ein Problem der Gesellschaft: Fußballfans haben keine Lobby, und sobald jemand eine Uniform trägt, wird er schon Recht haben...
Die anderen Kommentare, Herr Lehne, sind es, die mir dieses Deja vu beschert haben. Aber Danke für den Hinweis. Der Herausgeber der von Ihnen zitierten Web-Präsenz www.pro1530.de ist in der Ultra-Szene des FC Kaiserslautern aktiv. Sein Fanclub trägt den anheimelnden Namen "Pfalz Inferno" und hat sich erst küzlich von der "Generation Luzifer" getrennt. Unter anderem läßt sich im Web Shop des "Pfalz Inferno" ein Aufkleber bestellen mit dem Text "Destroy the Bastards" und den brennenden Logos einiger Bundesligavereine (http://www.pfalz-inferno.com/medien_shop_aufkleber.htm). Was ist nun vom Lamento über die böse Polizei von dieser Seite zu halten? TF
eine Frage: lesen sie andere Kommentare aus Grundsatz nicht, oder gehen sie bewusst nicht auf sie ein, weil ihnen die Argumente fehlen?
Wiedereinmal genügt ein einziger Bedenkenträger, um das Vorgehen gegen eine von allen erkannte Gefahr komplett zu stoppen. Wenn die Schläger Humor hätten, dann würden sie sich kaputtlachen. TF
...wenn man also einmal(!) gesehen hat, dass Hooligans gewalttätig geworden sind, dann sind sämtliche vorgenommenen Eintragungen in diese "Datei" gerechtfertigt? Plädieren sie eigentlich im sonstigen Rechtswesen auch auf Abschaffung der Unschuldsvermutung? Und wer in Polizeigewahrsam genommen wurde, hat das samt und sonders natürlich immer verdient... Ich glaube, ich bin eher entsetzt als amüsiert.
Mit der Bitte um Kenntnisnahme: http://www.pro1530.de/index.php?page=gewalttaetersport Willkür durch die Datei "Gewalttäter Sport" (GS) Eingeführt zur zentralen Erfassung von Gewalttätern im Zusammenhang mit Sportereignissen, entwickelt sich die Datei „Gewalttäter Sport“ (GS) zu einer Schikanemaßnahme gegen Fussballfans. Die Formulierung für die Aufnahme in die GS-Datei ist teilweise sehr vage: „Dort werden Personen gespeichert (...) wenn zu befürchten ist, dass die betroffenen Personen sich in Zukunft an anlassbezogenen Straftaten beteiligen werden." Damit sind Willkürmaßnahmen gegen Fans Tür und Tor geöffnet. Die Behörden sind nicht einmal verpflichtet einer betroffenen Person die Aufnahme in diese Datei mitzuteilen. Somit besteht auch keine Möglichkeit, gegen die Aufnahme in die GS-Datei Protest einzulegen. Die willkürliche Erfassung einer beliebigen Zahl von Personen zur „Erleichterung" polizeilicher Arbeit können wir als Fußballfans nicht hinnehmen! Wir sind nicht kriminell und wir sind keine öffentliche Gefährdung! Eine Feststellung der Personalien kann ausreichen, um in die GS-Datei zu gelangen: [...] (Fortsetzung unter o.g. Link)
Mit Erschrecken muss ich ihre undifferenzierten Gedanken hier zuer Kenntnis nehmen. Bitte lesen sie die Richtlinen zur GS-Datei mal vorbehaltsfrei und aufmerksam. Es genügt bereits, im Umfeld eines Fußballspiels einer Personalienkontrolle unterzogen zu werden, um sich für diese Datei zu qualifizieren. Das alles unter dem Deckmantel, dass einzelne Polizeibeamte (von ihnen auf eine Stufe mit allwissenden Gottheiten gestellt) mutmaßen, dass von denjenigen Personen einmal eine Gefahr ausgehen könnte! Es ist nicht unüblich das bereits bei der Ankunft am Spielort ganze Fanbusbesatzungen samt Personalausweis einzeln gefilmt werden. Und schon hat man wieder die Daten von weiteren 50 Personen, Überwachungsstaat, wie lieb' ich dir. Ich lade sie gerne ein, mal eine ganze Saison mit den aktiven Fans in Sonderzügen und Bussen zu allen Auswärtsspielen zu reisen. Auch als rechtschaffender Staatsbürger, für den sie sich wohl - zu Recht - halten, haben sie eine 90%ige Chance, dass nach diesem Jahr auch Sie in dieser Datei stehen. Ein Grund, warum wir - wie auch manch andere Fangruppe - nur noch mit Anwalt auswärts fahrt, um sich wenigstens ansatzweise gegen die spieltäglich an den Tag gelegte Polizeiwillkür wehren zu können.
Wenn ich ihnen jetzt sage, das Leute in dieser Datei stehen, die ausschliesslich wegen "Beamtenbeleidigung" festgenommen wurden und diese Leute dagegen Einspruch eingelegt haben, das Verfahren aber noch anhängig ist, weil die Herren Beamten versuchen, sich um einen Gerichtstermin zu drücken, frage ich Sie ernsthaft, was müssen das für Hooligans sein, die da drin stehen? Ich möchte nicht abstreiten, das auch wirkliche Schläger darin enthalten sind aber oben beschriebenes sind "Tatsachen, die den Eintrag in diese Datei rechtfertigen, weil davon auszugehen ist, das diese Leute in Zukunft sich an Schlägereien beteiligen werden." Und ich kann dieses Beispiel belegen.