Vatikan

Wer wird neuer Papst?

Zwei Kardinäle an der Gruft von Johannes Paul II.

Zwei Kardinäle an der Gruft von Johannes Paul II.

17. April 2005 Der Stuhl Petri ist neu zu besetzen, aber eindeutige Kandidaten gibt es nicht. Mal werden sechs, mal elf, mal fünfzehn „heiße“ Anwärter gehandelt. Londoner Wettbüros sind längst in das Geschäft mit der Papst-Wahl eingestiegen.

Doch die Spekulationen über die „Papabili“, die Papst-Anwärter, sind oft wenig seriös, denn in Rom ist alles möglich. Auch die Wahl des Polen Karol Wojtyla zum Papst 1978 war eine Überraschung. So heißt es: „Wer als Papabile in das Konklave einzieht, kommt als Kardinal wieder heraus.“

FAZ.NET stellt einflußreiche Kardinäle vor, die der katholischen Kirche in aller Welt ein Gesicht geben. Obwohl seit Jahrhunderten nur Kardinäle zum Papst gewählt worden sind, könnte theoretisch jeder erwachsene, unverheiratete Katholik gewählt werden.

Die Regeln für die Papst-Wahl sind über Jahrhunderte ständig verändert worden. Eine gilt aber schon seit mehr als achthundert Jahren, genau seit dem Jahr 1179: Nur das Kollegium der Kardinäle, die vom Papst ernannten „Senatoren“ der römisch-katholischen Kirche, dürfen das Kirchenoberhaupt wählen. Doch wie viele es sind, wie und wo sie es tun, all das ist seit mehr als achthundert Jahren einem beständigen Wandel unterworfen. (Siehe auch: Papst-Wahl: Jeder Pontifex schuf neue Regeln)

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Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa

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Papst-Wahl

Drei Parteien im Konklave

Die Konklave-Vorbereitungen sind abgeschlossen

Die Papst-Wahl beginnt und die Gerüchteküche brodelt. Wird es ein Glaubensstrenger, ein Reformer oder einer, der die Basis der Kirche stärken will? Zumindest zwei Kandidaten halten stabile Werte an den Gerüchtebörsen.

Wahl des Pontifex

Jeder Papst schuf neue Regeln

Spezial Die Wahl eines neuen Papstes orientiert sich an Regeln, die ständig verändert wurden. Bis auf Johannes Paul I., den „33-Tage-Papst“, hat bisher jedes Kirchenoberhaupt neue Bestimmungen für die Wahl seines Nachfolgers erlassen.

Vatikan

Sechs Deutsche im Konklave

Joseph Kardinal Ratzinger: “Werte in Zeiten des Umbruchs“

In Rom bereiten sich auch sechs Kardinäle aus Deutschland auf die Wahl des Nachfolgers von Johannes Paul II. vor. Einer von ihnen - Joseph Kardinal Ratzinger - war schon 1978 dabei. Wäre er der ideale Mann, um für Jahre des Übergangs die katholische Kirche zu führen?

Vatikan

Ein deutscher Papst?

Kardinal Ratzinger - wird er der achte deutsche Papst?

Wird Kardinal Joseph Ratzinger der Nachfolger von Johannes Paul II.? Eine größere Gruppe von Kardinälen hält ihn angeblich für geeignet. Er wäre der achte deutsche Papst in der Geschichte, deren Wirken meist unbedeutend blieb.

Papst-Nachfolger

Ausgleichender Krisenmanager

Wiens Erzbischof Christoph Schönborn

Auch wenn er sich Spekulationen dieser Art stets auf gut katholische Art verbeten hat - genützt hat es nichts: Die Diskussionen laufen, ob vielleicht der Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn „papabile“ ist.

Kardinal Scola

Papabile

Angelo Scola (63)

Unter den italienischen Bischöfen ist er der einzige „Patriarch“: Angelo Kardinal Scola residiert in Venedig und gilt nicht nur deshalb als ein Kandidat für die Papst-Nachfolge.

Kardinal Tettamanzi

Kritiker der Globalisierung

Dionigi Tettamanzi (71)

Dionigi Tettamanzi, Erzbischof von Mailand, gilt als konservativer Moraltheologe und Globalisierungskritiker. Er hatte oft das Ohr von Papst Johannes Paul II., dessen Haltung gegenüber der Abtreibung Tettamanzi stets verteidigte.

Kardinal Ruini

Der Hardliner

Camillo Ruini (74)

Der konservative Kardinalvikar Camillo Ruini vertrat den Papst in seiner Funktion als Bischof von Rom und galt als enger Vertrauter. Ruini setzt sich vehement für die Verschärfung des Abtreibungsrechts und gegen die künstliche Befruchtung ein.

Kardinal Hummes

Anwalt der Armen

Claudio Hummes (70)

Von seinen theologischen Anschauungen zwar eher konservativ, hat der brasilianische Kardinal Hummes deutlicher als andere eine Art Profil eines künftigen Papstes entworfen, der für die Bewältigung der Probleme Lateinamerikas geeignet sein könnte.

Kardinal Castrillón Hoyos

Der Mediator

Darío Castrillón Hoyos (75)

Darío Castrillón Hoyos leitet die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“. Mit seinem Einsatz gegen die Befreiungstheologie und im kolumbianischen Friedensprozeß wurde der konservative Kardinal in Lateinamerika bekannt.

Kardinal Bergoglio

Auf Distanz zu den Mächtigen

Jorge Bergoglio (68)

Schon vor seiner Berufung zum Erzbischof von Buenos Aires galt Jorge Bergoglio, ein Sohn einfacher Einwanderer aus Italien, als Anwalt der Armen. Stets hat der Jesuit zu den politisch Mächtigen Distanz gehalten und ihnen ins Gewissen geredet.

Kardinal Ratzinger

Der Glaubens-Wächter

Joseph Ratzinger

Der neue Papst ist ein Deutscher: Joseph Kardinal Ratzinger. Der mächtigste Deutsche im Vatikan hat die katholische Milliardengemeinschaft seit langem geprägt.

Kardinal Sterzinsky

Begleiter der Neuordnung

Georg Sterzinsky (69)

Georg Sterzinsky wurde bekannt, als er 1989 Joachim Meisner als Bischof von Berlin ablöste. Ab 1990 begleitete Sterzinsky die Neuordnung der Katholischen Kirche in den neuen Bundesländern.

Katholische Kirche

Laien, Frauen, Sex: Wie offen ist der neue Papst?

Wer nimmt den “Stuhl Petri“ ein?

Der Stuhl Petri ist neu zu besetzen, aber einen eindeutigen Kandidaten gibt es nicht. Je informierter die Vatikan-Beobachter, um so ausführlicher ihre Listen der „Papabili“ unter den Purpurträgern.