Fuji F30

Fotografieren, wie das Auge es sieht

Von Nils Schiffhauer

Fuji F30: Super-CCD mit 6,3 Millionen Pixeln

Fuji F30: Super-CCD mit 6,3 Millionen Pixeln

15. August 2006 Man kennt sich nicht und hilft einander doch. So machte uns der japanische Tourist im Kölner Dom durch Handzeichen darauf aufmerksam, daß der Blitz unserer Kamera nicht ausgelöst habe. Ganz richtig, denn mit der Finepix F30 von Fuji nutzten wir einen digitalen Bilderfänger, der so zu fotografieren verspricht, wie das menschliche Auge sieht.

Diese obskure Kammer so ganz eigener Art ist angesichts voller Auflösung nicht nur um Größenklassen empfindlicher als die bislang eingesetzten Chips, sondern verkraftet auch noch einen ungleich höheren Kontrastumfang. Hinzu kommt, daß das Auge kein Rauschen kennt, dessen buntstöbernde Pixel unterbelichteten Teilen eines Digitalbildes oftmals zum Konfettiregen verhelfen. Ihre außerordentlich hohe Empfindlichkeit von ISO 3200 erreicht die F30 mit einer Kombination aus Hardware und Software. Der Super-CCD mit seinen 6,3 Millionen acht- statt viereckigen Pixeln bietet eine große lichtempfindliche Fläche, während intelligente - weil Bildinhalte erkennende und berücksichtigende - Analyse- und Rechenvorschriften das Rauschen weiter senken.

Keine blassen Pfannkuchen

Die F30 wiegt 155 Gramm, das Display hat eine Diagonale von 2,5 Zoll

Die F30 wiegt 155 Gramm, das Display hat eine Diagonale von 2,5 Zoll

Das alles geschieht in einem Maße, daß Glasfenster, Bischofsgräber und das beeindruckende Kirchenschiff des Doms sich auf dem Foto manchmal noch ausgeglichener als ursprünglich auf der Netzhaut zeigen. Hier scheint Software dunkle Partien nachzubelichten, während die hellsten Ausschnitte sanft abgenegert werden. Die Farben bleiben dabei in erstaunlicher Weise erhalten und zeigen sich kräftig, aber noch natürlich. Sollte dennoch der Blitz den Vordergrund aufzuhellen haben, so schafft die F30 automatisch einen außerordentlich stimmigen Übergang zwischen dem Licht des Kunstgewitters und dem des Hintergrundes. Kneipengesichter fliegen einem nicht mehr als blasse Pfannkuchen aus der Schwärze der Nacht entgegen, sondern zeigen sich als lebenslustige Menschen inmitten ihres Habitats. Dank der Gesichtserkennung kommen sie in Schärfe, Kontrast und Hautton selbst ohne Visagist angenehm aufs Bild. Das wiederum zeigt die Welt zwischen 36 und 108 Millimeter Brennweite eines Kleinbildformates. Der Weitwinkel ist stark nur in seiner tönnchenförmigen Verzeichnung, für die eine Softwarekorrektur ebenfalls angezeigt wäre.

Bemerkenswert sind schnelle Bereitschaft und die praktisch fehlende Auslöseverzögerung. Der Autofokus stellt zügig scharf, sein ab Dämmerung zuschaltbares grünes Hilfslicht jedoch erzeugte minutenlang Nachbilder bei unseren Porträtierten. Die Kamera liegt gut und mit positiv überraschendem Gewicht von 155 Gramm in der Hand. Ihre Bedienung ist bis zur Wahl verschiedener Motivprogramme intuitiv. Die 230.000 Pixel des Displays von 2,5 Zoll Diagonale bieten sogar bei hellem Umgebungslicht eine gute Beurteilung des Motivs. Erfreulich lang hält der Akku durch und schafft über 500 Aufnahmen, wenn der Blitz in Reserve bleibt. Und das ist bei der hohen Empfindlichkeit eben recht oft der Fall.

Stärken bei natürlicher Wiedergabe

Optische Stabilisierung ist eine andere Strategie, die Dunkelsicht von Kameras zu vergrößern. Der Empfindung des menschlichen Auges jedoch kommt die Fuji-Lösung weitaus näher. In ihr auch liegt die logische Zukunft, wobei Software eine sowohl technisch, als zusätzlich wirtschaftlich optimale Kombination eingehen. Nur diese Neuerungen versprechen überdies steigende Anteile in einem Markt, der die Mühen der Ebenen zu fokussieren beginnt. Die F30 hat hierbei als Begleiter die besten Aussichten. Sie ist eine Jederzeit-dabei-Kamera, die am stärksten bei der natürlichen Wiedergabe unter schwierigen Lichtverhältnissen punktet. Damit erweitert sie die pixelbilderbildende Palette und erfreut das Auge von der Aufnahme bis zu den fertigen Abzügen.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13.08.2006, Nr. 32 / Seite V12
Bildmaterial: Fujifilm

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