Fuji gegen Fuji

Wer die Qual der Wahl hat

Von Hans-Heinrich Pardey

18. Mai 2007 Von Verzweiflung ist tatsächlich die Rede. Und von der Qual der Wahl schreibt in gleicher Sache ein gewisser „Knipsaugust“. Im Finepix-Forum, wo sich im Internet die Freunde der Marke Fujifilm treffen, herrscht offensichtlich Verunsicherung. Gezweifelt wird - eben bis zur völligen Verzweiflung -, welche der beiden digitalen Kompaktkameras des grünen Fotoriesen man sich anschaffen solle: die F31fd oder die F40fd? Für einen nach dem älteren der beiden Modelle gefragten Fachhändler in der Frankfurter City ist das gar keine Frage.

Im trockenen Ton des mit Lieferschwierigkeiten kämpfenden Realsozialismus bescheidet er seinen Kunden, die F31 habe er nicht. Kriege er auch nicht, denn da komme schließlich die F40. Was nun rundherum falsch ist: Die F40 ist schon seit März da, im Internet lässt sich beobachten, dass die Talfahrt ihres Preises bereits begonnen hat. Und sie ist auch nicht das Nachfolgemodell der nach wie vor angebotenen F31, sondern eine hochgerüstete F20. Verwirrenderweise kam diese nach der F30 heraus, aber mit der kleineren Nummer als preisgünstige Vereinfachung.

F40 für den „Knipsaugust“

Der Fluch, der auf der F40 liegt, ist ihre höher als 31 ausgefallene Typenbezeichnung: Die lässt an Besseres denken und mehr davon, was an der F30 und der F31 bereits schwer gelobt wurde: In erster Linie die Bildqualität, derentwegen diese kleinen Fujis mit dem Prädikat Referenzklasse geadelt wurden. Nicht genug damit, dass es wenig Unterschied zwischen der F30 und der F31 - abgesehen vom fd wie Face detection, Gesichtserkennung - zu geben schien, nun gibt es da also in einer F-Baureihe zwei zwar nicht gleiche, aber doch sehr ähnliche Kameras. Und damit die Frage: welche von beiden nehmen?

Die unbekümmert zugreifende Hand spürt gleich, dass sich die F40 recht gut halten lässt: Sie ist nicht ganz so dick wie die F31 und dafür eine Spur, wirklich nur einen Millimeterhauch höher. Sehr witzig: Hierzulande tönen Fujifans davon, das Gehäuse und das ganz Drum und Dran der F40 seien viel „wertiger“. Anderswo wird auf Englisch das genaue Gegenteil behauptet. Wir möchten uns eher diesen Stimmen anschließen, wollen aber über Geschmack nicht streiten. Deutlich aber scheint zu sein, dass man sich beim Hersteller als Käufer der F40 eher den Knipsaugust - bitte um Verzeihung für die Zweckentfremdung dieses Internet-Spitznamens - vorstellt.

Mäkeln auf hohem Niveau

In der F40 sind die halbmanuellen Betriebsmodi der F31 gestrichen worden. Stattdessen finden sich auf dem Einstellrad zwei Positionen, wo man für den schnellen Zugriff zwei der zahlreichen Motivprogramme parken kann. Die Empfindlichkeit ist nominell mit ISO 2000 nicht so hoch wie bei der F31, die diesbezüglich - auf dem Papier - mit ISO 3200 prunkt. Doch ist die Einstellung Auto 800 - die Kamera schöpft bis ISO 800 nach eigenem Ermessen den Empfindlichkeitsspielraum aus - bei beiden Kameras die höchste sinnvolle Einstellung. In einem Punkt ist die F40 aber ein Meilenstein: Als Speichermedium kann sie in einem Schlitz nicht nur die xD-Picturecard verarbeiten, sondern die weiter verbreitete und preisgünstige Secure-Digital-Card.

Die Bildqualität - für Fuji-Fans scheint sie noch entscheidender zu sein als für digital Fotografierende überhaupt - ist sehr gut. Am größeren Detailreichtum erkennt man gelegentlich, dass die F40 8,1 Megapixel große Bilder liefert. Dafür erscheinen Schattenzonen stärker verrauscht als bei der F31. Aber das ist Mäkeln auf hohem Niveau: Ob Albumabzug, Bildschirmbild oder Poster - die F40 liefert das Dateimaterial auf alle Fälle in ansehnlicher Qualität. So nehmen einem die Fakten nicht die Entscheidung ab.

Preis: Die Fujifilm Finepix F40fd hat einen Listenpreis von 280 Euro und wird im Internet von etwa 230 Euro an angeboten.



Text: F.A.Z., 08.05.2007, Nr. 106 / Seite T2
Bildmaterial: Hersteller, Pardey

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche