11. Oktober 2008
Verlosung 
Business-Knigge 

Buch-Tipps

Unsere Lesetipps für Oktober




Frank S. Becker: Der Preis des Purpurs
Herbig Verlag, 432 Seiten, 19,90 Euro
Trier, um 280 n. Chr: Als der junge Römer Flavius dem Offizier Constantius das Leben rettet, winkt ihm die ersehnte Karriere am Kaiserhof. Doch der Aufstieg zur Macht fordert ihren Preis: Unbedingten Gehorsam. Zunächst gelingt es Flavius, seine Frau Aqmat aus den Fängen des Höflings Aurelius zu retten, der an der hübschen Christin einen Narren gefressen hat. Doch dann befiehlt Kaiser Diokletian die Ausrottung des Christentums.

Als Aqmat sich weigert, ihrem Glauben abzuschwören, kann Flavius ihr nicht mehr helfen. Denn die Verhöre leitet Aurelius, der seine Niederlage nicht vergessen hat. Frank S. Beckers hat einen spannenden Roman um Liebe, Glauben und den Preis der Macht geschrieben, der geschickt mit historischen Hintergründen balanciert. Zur Ausstattung gehören zwei Karten, diverse Abbildungen, ein Nachwort mit einer Erläuterung der Quellen sowie ein Glossar, ein Personenverzeichnis und eine Zeittafel.
www.herbig.net


William Trevor: Tod des Professors
Hoffmann und Campe Verlag, 272 Seiten, 19,95 Euro
Egal ob es um den vermeintlichen Tod eines Professors geht, der eines Morgens seine eigene Todesanzeige in der Zeitung entdeckt, oder um das Geheimnis dreier Menschen, die durch ein schreckliches Ereignis lebenslänglich aneinander gebunden sind. Oder aber um ein junges Paar, das am Vorabend seiner Hochzeit plötzlich mit dem wahren Gesicht des jeweils anderen konfrontiert wird.

Der irische Autor William Trevor beschreibt außergewöhnliche Situationen und Gefühle, die er mit sparsamen literarischen Mitteln kraftvoll ausdrückt. „Tod des Professors“ ist eine weitere meisterhafte Sammlung melancholischer Short Stories.
www.hoffmann-und-campe.de


Denis Johnson: Der Name der Welt
Rowohlt, 144 Seiten, 14,90 Euro
Mike Reed, Assistenzprofessor für Geschichte an einer Universität im amerikanischen Mittelwesten, trifft auf einer Party eine beschwipste Schönheit: Sie ist Kunststudentin, rothaarig und in einem aufregenden Samtkleid gekleidet. Doch Mike nimmt sie kaum wahr. Einige Tage später begegnet er der Studentin wieder: Bei einer gewagten Kunst-Performance an der Uni kommt er zu spät, muss unmittelbar vor der Bühne Platz nehmen und starrt der nackten Rothaarigen direkt zwischen die Beine.

Zutiefst verstört spürt er ihr fortan nach, sieht sie als Nackttänzerin in einer Bar und dann als stimmgewaltige Sängerin beim Gottesdienst einer ländlichen Sekte. Bis sich die beiden begegnen. Wie schon in seinen frühen Roman konzipiert Denis Johnson auch sein neustes Werk um zwei unvereinbare Existenzen, die folgenschwer aufeinander prallen. Mit „Der Name der Welt“ hat der 1949 in München als Sohn eines amerikanischen Offiziers geborene Schriftsteller einen faszinierenden Schicksalsroman geschrieben.
www.rowohlt.de


John Hart: Der König der Lügen
C. Bertelsmann Verlag, 444 Seiten, 19,95 Euro
Salisbury in North Carolina: Der Strafverteidiger Jackson Workman Pickens hat es wirklich nicht einfach. Seine Mutter stürzte einst unter mysteriösen Umständen zu Tode, seine Schwester leidet unter einem schweren Trauma, und seine Ehe steht vor einem Abgrund von Gleichgültigkeit. Als sein Vater ermordet aufgefunden wird, muss sich Jackson endlich seinen Lebenslügen stellen - und kommt einem mörderischen Komplott auf die Spur.

John Harts Charakterstudie eines kaputten Südstaatenanwalts wurde mit zahlreichen Krimipreisen ausgezeichnet. Ein hervorragender Thriller, sehr poetisch geschrieben.
www.randomhouse.de/cbertelsmann


Carlos Collado Seidel: Kleine Geschichte Kataloniens
C.H. Beck Verlag, 240 Seiten 12,95 Euro
Pünktlich zum Buchmessen-Schwerpunkt erscheint dieses feine Büchlein: Es taucht ein in den reichen Schatz kultureller Zeugnisse aus Katalonien von der Antike über die romanischen Klöster bis hin zu den Bauten Gaudis und dem neu erbauten Dalí-Museum. Auch ein Blick in die große Vergangenheit des Landes wird gewagt: Katalonien mit seinen Besitzungen in Südfrankreich, Italien und der Ägäis beherrschte über viele Jahrhunderte den westlichen Mittelmeerraum und behauptete sich lange Zeit gegen einen von Madrid aus diktierten Zentralismus.

Der vorliegende Band zeigt die wechselvolle Geschichte Kataloniens von der gewaltsamen Vertreibung der Mauren über Großmachtbestrebungen, den industriellen Aufschwung im 19. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert, in dem sich Katalonien als autonome Region in Europa mit großer Anziehungskraft erweist.
http://lsw.beck.de/index.aspx

Bildmaterial: Bertelsmann, C.H. Beck, Hoffmann und Campe, Langen/Müller, Rowohlt