T.C. Boyle: Zähne und Klauen
Hanser Verlag, 320 Seiten, 19,90 Euro
Ein junger Mann nimmt eine Raubkatze aus Afrika zu sich, um ein Mädchen zu beeindrucken - mit fatalen Folgen. Eine Frau tut sich nachts mit streunenden Hunden zusammen, um ihrem langweiligen Vorstadtleben zu entkommen - und gewinnt schnell neue Freunde.
Ein Rentner sucht sich ein gemütliches Plätzchen in Florida aus - muss aber bald feststellen, dass sich dort wilde Kreaturen herumtreiben. Neue Short Stories von Meister T.C. Boyle: Besser geht's nicht.
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Elisabeth Bronfen: Tiefer als der Tag gedacht
Hanser Verlag, 632 Seiten, 29,90 Euro
Eine faszinierende Studie über die Nacht ist der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen gelungen: Durch die Jahrhunderte und Kunstformen zeigt sie auf, wie die Nacht als Stunde der Erscheinungen, der Verwandlungen und der Übertretungen dargestellt wurde.
Das beginnt mit den Schöpfungsmythen der frühen Griechen, führt über Shakespeare und die Romantik bis hin zur Psychoanalyse, die als erste Wissenschaft von der nächtlichen Logik systematisch Gebrauch macht. Schön bebildert, klug ausgeführt, ein Lesegenuss.
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John O'Hara: Butterfield 8
C.H. Beck Verlag, 288 Seiten, 18,90 Euro
Am 8. Juni 1931 wurde die Leiche einer jungen Frau in Long Island an Land gespült. Die als Starr Faithfull Identifizierte hatte offenbar einen sehr lockeren Lebenswandel gehabt und war als Kind missbraucht worden. Nie wurde der Fall aufgeklärt, aber er inspirierte John O'Hara zu seinem berühmten Roman Butterfield 8, der erstmals 1935 erschien und nun in einer Neuübersetzung bei uns herausgebracht wird. Hauptfiguren sind die junge Gloria Wandrous und Weston Liggett, ein wohlhabender, verheirateter Geschäftsmann, der eine Affäre mit Gloria beginnt.
O'Hara schildert ein urbanes Amerika zwischen Großstadtflair und Gangstertum. Ein spannender Roman über eine Gesellschaft, die ihren Halt verloren hat.
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Matt Beynon Rees: Der Verräter von Bethlehem
C.H. Beck Verlag, 329 Seiten, 17,90 Euro
Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem - ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Eines Tages wird einer von Omars Lieblingsschülern verhaftet: George Saba, ein Christ, der als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein soll.
Jussuf kann nicht glauben, dass Saba der Verräter von Bethlehem ist. Der Lehrer beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Der preisgekrönte Roman verbindet einen packenden Kriminalfall mit der Schilderung des Lebens in Bethlehem. Dabei ist Omar Jussuf der erste palästinensische Ermittler in der Krimi-Literatur.
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Clemenz Meyer: Die Nacht, die Lichter
Fischer Verlag, 272 Seiten, 18,90 Euro
Auf der Leipziger Buchmesse gewann Clemens Meyer in diesem Jahr den Hauptpreis für diese Sammlung von Kurzgeschichten: Es geht zum Beispiel um einen Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure Operation bezahlen zu können.
Oder es geht um eine junge Frau, die sich von einem Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen will. Clemens Meyers Geschichten präsentieren Helden, die heimatlos sind, vom großen Glück träumen und dabei nächtliche Straßen durchstreifen. In seinem rauen, aber zärtlichen Ton kommt der Erzähler seinen Figuren ganz nah.
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